Herz und Mund und Tat und Leben
Kantate zum 4. Advent. Rekonstruktion Uwe Wolf BWV 147a, 1716
Die Kantate Herz und Mund und Tat und Leben BWV 147 zum Fest Mariae Heimsuchung (2.7.) 1723 gehört zu einer Gruppe von drei Weimarer Adventskantaten, die Bach durch Hinzufügung von in den ursprünglichen Werken nicht vorhandenen Rezitativen 1723 textlich umdeutete und dabei zugleich zur zweiteiligen Form erweiterte (vor und nach der Predigt erweitert). Beide Teile werden jeweils mit einem Choral beschlossen, von denen derjenige aus BWV 147 zu einem echten Hit geworden ist: „Jesus bleibet meine Freude“.
Die Überlieferung der Kantate ist komplex, denn zweimal ist Bach offenbar die Zeit davongelaufen; so enthält die Weimarer Reinschrift nur Satz 1 (der in die Leipziger Partitur integriert wurde) und auch die Leipziger Reinschrift von 1723 bricht zunächst ab und wird erst später vollendet (Vorlage für die Stimmen waren nicht erhaltene Konzeptniederschriften). So ist die Fassung von 1723, die unserer Ausgabe erstmals zugrunde gelegt wurde, noch in manchem Detail von der späteren Reinschrift unterschieden: Die Fassung der Reinschrift hat Bach jedoch nicht in die Stimmen übertragen und wohl nie gehört.
Dies ist die Weimarer Adventskantate (BWV2 147a, BWV3 deest) ohne den berühmten Choral „Jesus bleibet meine Freude“. Die daraus hervorgegangene, bekanntere Leipziger Kantate zum Fest Mariae Heimsuchung (BWV 147) erscheint unter der Nummer Carus 31.147/50.-
Komponist*in
Johann Sebastian Bach
| 1685-1750Johann Sebastian Bach zählt zu den bedeutendsten Komponisten der abendländischen Musikgeschichte. Er entstammte einer weit verzweigten Musikerdynastie, die im thüringisch-sächsischem Gebiet zahlreiche Stadtmusiker und Organisten hervorbrachte.
Bach vocal
Seit Gründung des Carus-Verlags ist die Edition der Musik von Johann Sebastian Bach für uns ein besonderer Schwerpunkt. Im Reformationsgedenkjahr haben wir das Projekt Bach vocal abgeschlossen. Bachs geistliche Vokalmusik liegt nun vollständig in modernen Urtextausgaben samt Aufführungsmaterial vor. Eine Gesamtedition aller Partituren in einem hochwertigen Schuber ist ebenfalls erhältlich. zur Person
-
Herausgeber*in
Uwe Wolf
| 1961Dr. Uwe Wolf ist als Musikwissenschaftler vor allem im 17. und 18. Jahrhundert zuhause. Seine Arbeitsschwerpunkte reichen von der Zeit Monteverdis und Schütz über Bach und die Generation der Bach-Söhne und -Schüler bis hin zur Wiener Klassik. Seit Oktober 2011 leitet er das Lektorat des Carus-Verlags. Zuvor war er über 20 Jahre in der Bach-Forschung tätig. zur Person
-
Textdichter*in
Salomon Franck
| 1659-1725
-
Bearbeiter*in
Uwe Wolf
| 1961Dr. Uwe Wolf ist als Musikwissenschaftler vor allem im 17. und 18. Jahrhundert zuhause. Seine Arbeitsschwerpunkte reichen von der Zeit Monteverdis und Schütz über Bach und die Generation der Bach-Söhne und -Schüler bis hin zur Wiener Klassik. Seit Oktober 2011 leitet er das Lektorat des Carus-Verlags. Zuvor war er über 20 Jahre in der Bach-Forschung tätig. zur Person
-
Übersetzer*in
Henry Drinker
Rezensionen
Bach, Johann Sebastlan: Drei Kantaten:
Bach, Johann Sebastian: Drei Kantaten:
Ich hatte viel Bekümmernis - BWV 21;
Meinen Jesum lass ich nicht - BWV 124;
Herz und Mund und Tat und Leben - BWV 147a
Im Rahmen der (für Qualität bekannten) Stuttgarter Bach-Ausgaben liegen hier die Partituren der Kantaten BWV 21, 124 und 147a vor. Alle drei Ausgaben sind einer praktisch-wissenschaftlichen Neuausgabe verpflichtet und von verschiedenen Editoren herausgegeben, was sehr reizvoll ist; ein ausführliches Vorwort (Entstehungsgeschichte, Aufführungspraxis, Ausgabe) wurde jeweils vorangestellt. Der Notentext ist im Druck sehr übersichtlich gehalten. Die Continuo-Stimme bei den Chören und Arien wurde (Gott sei Dank) nicht ausgesetzt; dazu genügt die Orgelstimme, die man im Rahmen des kompletten Aufführungsmaterials - ebenfalls bei Carus - erwerben kann. Für den Chor am einfachsten zu realisieren ist die Kantate 124 (für den 1. Sonntag nach Epiphanie); die Kantate 147a, die rekonstruiert wurde und ein besonderes Kleinod darstellt, gehört zum 4. Adventssonntag. Ein reizvolles Unterfangen, diese Kantaten liturgisch gut überlegt in einen katholischen Gottesdienst zu integrieren!
Quelle: Musik im Bistum Essen III/1997, S. 59