Johann Valentin Meder: Unser keiner lebt ihm selber - Noten | Carus-Verlag

Johann Valentin Meder Unser keiner lebt ihm selber

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Johann Valentin Meder (1649-1719) gehört zu den Komponisten, deren Wirken der Nachwelt weitgehend verborgen geblieben ist. Von seinem stattlichen Gesamtwerk, das vorwiegend Kompositionen für den protestantischen Gottesdienst umfaßt, ist nur ein geringer Teil überliefert. Die vorliegende "Motette" (so die originale Gattungsbezeichnung) für Solo-Sopran, vierstimmigen Chor und Instrumente hat als einzige erhaltene Quelle einen Stimmensatz aus der Universitätsbibliothek in Uppsala.
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Dirigierpartitur, Erstausgabe Carus 40.941/00, ISMN 979-0-007-07836-2 24 Seiten, DIN A4, kartoniert
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Chorpartitur, mit Soli Carus 40.941/05, ISMN 979-0-007-07837-9 8 Seiten, DIN A4, ohne Umschlag Mindestbestellmenge: 20 Exemplare
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Stimmenset, Komplettes Orchestermaterial Carus 40.941/19, ISMN 979-0-007-22132-4 DIN A4, ohne Umschlag
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  • 4 x Einzelstimme, Violine 1 (40.941/11)
    je: 3,50 €
    4 x Einzelstimme, Violine 2 (40.941/12)
    je: 3,50 €
    3 x Einzelstimme, Viola (40.941/13)
    je: 3,50 €
    4 x Einzelstimme, Violoncello / Kontrabass (40.941/14)
    je: 3,50 €
  • Er begann ein Studium der Theologie in Leipzig, welches er jedoch vorzeitig abbrach. Sein Leben verbrachte er fortan als Musiker an vielen Orten. Sein Weg brachte ihn unter anderem nach Danzig, Königsberg, Hamburg, Kopenhagen und letztendlich Riga, wo er bis zu seinem Tod 1701 als Domorganist blieb. Sein überliefertes Werk umfasst sowohl Opern als auch geistliche Chorwerke. zur Person

Rezensionen

Meder, Johann Valentin: Unser keiner lebt ihm selber

Meder, Johann Valentin: Unser keiner lebt ihm selber

Johann Valentin Meder ist ein heute kaum bekannter Komponist, von dem leider nur sehr wenige Werke überliefert sind. Wer Meders „Matthäus-Passion” kennt, die Basil Smallman 1985 im Möseler-Verlag herausgegeben hat, darf zu Recht gespannt sein auf die „Motette” für Sopran, Chor und Instrumente „Unser keiner lebt ihm selber”.
Johann Valentjn Meder (1649 -1719) stammte aus dem fränkisch-thüringischen Raum, wirkte nach mehreren Zwischenstationen als Kantor in Reval, als Kapellmeister an St. Marien in Danzig und zuletzt am Dom in Riga. Meder muss ein guter Komponist gewesen sein, denn das vorliegende Werk ist von herausragender Qualität, wenn man etwa andere barocke Komponisten um 1700 (Buxtehude, Tunder, Pachelbel ) zum Vergleich heranzieht. Auch Johann Mattheson widmete in seiner „Grundlage einer Ehrenpforte”, Hamburg 1740, Meder einen längeren Artikel und schrieb sehr anerkennend über Meders Kompositionen. Meder muss auch äußerst vielseitig begabt gewesen sein, schrieb er doch außer einer Vielzahl kirchenmusikalischer Werke (Messen, Passionen, Magnificats, Concertierende Motetten) auch Opern, ein Singspiel, Ballette und instrumentale Kammermusikwerke. Die vorliegende „Motette” fällt schon durch eine äußerst klare Struktur auf: Dreimal stehen ein instrumentales Lamento und eine lebendige Chorfuge einander gegenüber, wobei die 3. Fuge („Amen”) der 1. Fuge entspricht. Die Solostimme ist jeweils dem lamento mit dem typischen Bogenvibrato zugeordnet. Stilistisch-harmonisch könnten die hochexpressiven Lamentos eines Heinrich oder Johann Christoph Bach Meder beeinflusst haben. Die knappen Chorfugen sind dankbare Stücke, fordern den Sängern jedoch einiges an Beweglichkeit ab. Das Instrumental-Ensemble besteht aus Violino, Viola da Gamba I/II, Violoncello, Orgel, wobei die Gamben auch durch Violino II und Viola ersetzt werden könnten.
Alles in allem ein lohnendes Werk, das sich durch seine Qualität wohltuend abhebt aus dem scheinbar unerschöpflichen Vorrat der barocken Kirchenmusik.

Manfred Kamp
Quelle: Württembergische Blätter für Kirchenmusik 2/93, S. 71

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