Missa Beati omnes in B
op. 1,4, 1721
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Komponist*in
Johann Valentin Rathgeber
| 1682-1750Erster Musikunterricht bei seinem Vater; Theologiestudium in Würzburg, erste Stelle als Erzieher und Organist am Juliusspital in Würzburg; 1707 Musiker und Kammerdiener beim Abt des Klosters Banz, Eintritt in den Benediktinerorden; wirkte als Organist, Chorleiter und Prediger. 1729–1738 unternahm er eine vom Abt nicht genehmigte Studienreise durch Deutschland, Österreich und die Schweiz für musikalische Forschungen; nach seiner Rückkehr zu nächst Inhaftierung im Klostergefängnis, an schließend Erneuerung des Gelübdes und Wiederaufnahme in die Ordensgemeinschaft. Rathgeber schuf zahlreiche geistliche Vokalwerke und Werke für Tasteninstrumente. zur Person
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Herausgeber*in
Wilfried Dotzauer
Rezensionen
Valentin Rathgeber: Missa Beati omnes in B, op
Valentin Rathgeber: Missa Beati omnes in B, op. 1,4
Als Herausgeber der Messe zeichnet Wilfried Dotzauer verantwortlich. Er und der Verlag haben ihre Aufgabe mustergültig erledigt. Die Komposition belegt, dass Rathgeber sein musikalisches Handwerk beherrscht und dem Geist und Stil seiner Zeit entsprechend eingesetzt hat, wie viele andere tüchtige Klosterkomponisten im 18. Jahrhundert. Wenn der Bach-Zeitgenosse Pater Valentin „mit leichter Ausführbarkeit (facilitas) und Kürze (brevitas) den Wünschen der damaligen Zeit” entgegenkommt, so könnte er damit auch heute aktuell sein. Aber „eingängige Melodik” oder „Beschwingtheit” könnten „bei dem neuerlich zunehmenden Interesse an lateinischen Messen in der Liturgie” (Zitate vgl. Vorwort) schon eher eine Rolle spielen als tieferes und differenzierteres Liturgie- und Kirchenmusikverständnis. Und da setzen Bedenken ein, wenn solche recht vordergründigen Eigenschaften musikalischer Art als Vorwand dienen, solche Messen komplett liturgisch einzusetzen. Damit und durch die teilweise stereotype Textdeklamation wird leicht das Missverständnis von Kirchenmusik als „schöner Umrahmung” gefördert. Die Hörer überhören, dass die Kirchenmusik vor allem wegen ihrer engen Beziehung zum liturgischen Text unter allen Künsten besonders ausgezeichnet ist.
Erich Weber
Quelle: Musica Sacra 2/91, S. 166f.