Brahms’ Ein deutsches Requiem zählt seit seiner ersten vollständigen Aufführung 1869 im Leipziger Gewandhaus unbestritten zu den Schlüsselwerken der Oratoriengeschichte. Der Rang des Werks resultiert nicht nur aus seiner ungewöhnlich dichten musikalischen Faktur, sondern auch aus der originären Textidee: Brahms selbst hat Kernsprüche aus dem Alten wie Neuen Testament in Luthers Übersetzung so zusammengestellt, dass die Leitgedanken „Trauer“ und „Trost“ sinnfällig aufeinander bezogen werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Oratorien des 19. Jahrhunderts stellt Brahms den Chor, die Stimme der Gemeinschaft, ins Zentrum seiner überkonfessionellen Totenfeier.
Grundlage der kritischen Edition ist der von Johannes Brahms autorisierte Erstdruck der Partitur.
Dank der Bearbeitung für Kammerorchester (arr. J. Linckelmann Carus 27.055/50) ist es möglich, das Werk auch in kleinerem Rahmen aufzuführen. Ebenfalls erhältlich ist eine Bearbeitung des Orchestersatzes für zwei Klaviere (Carus 23.006/03).
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
Johannes Brahms
| 1833-1897Wesentlich für das Schaffen von Johannes Brahms war dessen Auseinandersetzung mit der musikalischen Tradition: Kirchentonarten, Kanontechnik, barocke Diktion, Bachs Kontrapunkt und Beethovens thematisch-motivische Arbeit verschmolz er mit den harmonischen und expressiven Errungenschaften der Romantik zu seinem eigenen, unverwechselbaren Stil. Seine Chorlieder und Vokalquartette (z. B. die „Liebeslieder-Walzer“ und „Neue Liebeslieder-Walzer“), oftmals auf Volksliedtexte, in denen sich ein musikalischen Mikrokosmos entfaltet, sind hierfür exemplarisch. Sein „Deutsches Requiem“, das bei Carus in mehreren Besetzungen erhältlich ist, bildet eines der faszinierendsten Bekenntnisstücke der Musikgeschichte. zur Person
Rezensionen
Johannes Brahms: Ein deutsche Requiem
Johannes Brahms: Ein deutsche Requiem
Das „Deutsche Requiem” nach Worten der Heiligen Schrift wurde in der Zeit zwischen 1861 und 1868 komponiert und ist das größte und früheste der Chorwerke von Brahms, der dazu durch den Tod seiner Mutter und durch den Tod Robert Schumanns angeregt wurde. Es ist eine großartige Auseinandersetzung mit der Tragik des Todes, eine Gegenüberstellung von Vergänglichkeit und Ewigkeitshoffnung, von Trauer und Trost nach frei gewählten Worten der Bibel. Der Klavierauszug des Komponisten stellt einige pianistische Anforderungen, die nicht unterschätzt werden sollten - im Klartext: In diesem Fall ist Üben durchaus keine Schande! Im Übrigen sind wieder für die Vokalstimmen je ein eigenes System reserviert und im Klavierpart die Instrumentierung vermerkt - insgesamt eine sehr schöne Ausgabe!
Walter Sengstschmid
Quelle: Singende Kirche 2/04