Louis Vierne: Symphonie Nr. 4 in g - Noten | Carus-Verlag

Louis Vierne Symphonie Nr. 4 in g

op. 32, 1914

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Mit seinen sechs Orgelsymphonien, entstanden zwischen 1895 und 1930, setzte Louis Vierne die glanzvolle Tradition dieser Gattung fort und führte sie zu ihrem Gipfel. Die kompositorischen Vorbilder Viernes sind deutlich zu erkennen: vor allem Franck und Widor (bei dem er Kompositionsunterricht erhielt), aber auch Mendelssohn und Schumann. Wie in der 2., 5. und 6. Symphonie benutzt Vierne in der 4. die zyklische Form. Im Prélude wird das thematische Hauptmaterial des ganzen Werkes präsentiert.
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Partitur Carus 18.154/00, ISMN 979-0-007-09121-7 64 Seiten, kartoniert
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  • Louis Vierne, von Geburt an wegen grauen Stars beinahe blind, erhielt schon im Alter von sechs Jahren Klavierunterricht. In die gleiche Zeit datiert seine erste, ihn tief berührende Begegnung mit dem Klang der Kirchenorgel. Ab Oktober 1880 kam er zu dem blinden Klavierlehrer Louis Specht, der an der Pariser Institution Nationale des Jeunes Aveugles (Nationalinstitution für junge Blinde) unterrichtete. Als der junge Vierne zum ersten Mal César Franck (später für kurze Zeit sein Lehrer im Conservatoire) an der Orgel in Sainte-Clotilde hörte, war dies für ihn eine prägende Erfahrung: „Ich war fassungslos und geriet in eine Art Ekstase.“ Nach dem Tod Francks war es Charles-Marie Widor, der seine Ausbildung als Organist weiter förderte. Er ernannte ihn 1892 zu seinem Assistenten an der großen Cavaillé-Coll-Orgel in Saint-Sulpice. Mehrmals bei Bewerbungen übergangen, erhielt Vierne im Mai 1900 - von einer prominent besetzten Jury einstimmig gewählt - die Organistenstelle an der Kathedrale Notre-Dame, die er bis zu seinem Tod innehatte. In den zwanziger Jahren unternahm er, obwohl ihm solche Reisen eher eine Last waren, Konzerttourneen nach Europa, Kanada und in die USA, wo er als Komponist und Organist gefeiert wurde und Geld für die Renovierung und den Umbau seiner Orgel in Notre-Dame sammelte. Am 2. Juni 1937 gestaltete Vierne zusammen mit Maurice Duruflé ein Orgelkonzert in Notre-Dame. Beim Spiel einer Improvisation ereilte ihn ein Herzanfall, an dessen Folgen er kurz darauf starb. Am 5. Juni fand der Trauergottesdienst in Notre-Dame statt - seine Orgel schwieg. // Vierne: Sämtliche Orgelwerke unter Carus 18.150 zur Person

Rezensionen

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Gipfel der Orgelromantik
Unter den vielen Komponisten-Jubilaren des Jahres 2007 befindet sich auch Louis Vierne, der vor siebzig Jahren starb - auf eine Weise, wie sie sich ein leidenschaftlicher Organist nur wünschen kann: Als Vierne am 2. Juni in einem Konzert an der Orgel der Kathedrale NotreDame gerade mit einer Improvisation beginnen wollte - er hatte bereits einen Pedalton angeschlagen-, sackte er tot in sich zusammen, der Ton blieb liegen. Für Organisten sind seine sechs Orgelsinfonien neben den Werken Widors der Gipfel der französischen Orgelromantik. Viernes gesamtes Orgelschaffen wird nun vom Carus-Verlag unter der Herausgeberschaft Jon Laukviks und David Sangers neu ediert. Die Quellenlage ist bei Vierne alles andere als unproblematisch: Seit Jahren zirkulieren unter Organisten Tabellen mit den Fehlern der erhältlichen Ausgaben. Deshalb tut eine kritische Edition not.
Den Anfang der Gesamtausgabe macht die vierte Sinfonie, alle dreizehn Bände sollen bis Januar 2008 vorliegen. Im Falle der Vierten ist das Autograph verschollen, so dass sich die Herausgeber mit dem Erstdruck von 1917 als Vorlage behelfen mussten. Weitere Ausgaben wurden vergleichend hinzugezogen und die Korrekturlisten von David Sanger (1987) und Rollin Smith (1999) bemüht, um zu einem möglichst fehlerfreien Notenbild zu gelangen.
Die Neuausgabe ist gut lesbar und auf schönem, leicht getöntem Papier gedruckt, so dass sie schon deshalb eine Verbesserung gegenüber der noch erhältlichen französischen Edition darstellt.

Quelle: Fono Forum 6/2007, Michael Gassmann

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