Sämtliche Orgelwerke
An der Spitze von Viernes Orgelschaffen stehen seine sechs Symphonien: Mit ihnen setzte er die glanzvolle französische Tradition dieser Gattung fort und führte sie auf einen Gipfelpunkt. Die kompositorischen Vorbilder Viernes sind deutlich zu erkennen: vor allem Franck und Widor, aber auch Mendelssohn und Schumann. Neben den schönen melodischen Eingebungen der langsamen Sätze und den bisweilen überraschend bizzaren Einfällen der Scherzi und Intermezzi ist es vor allem die Chromatik, die Viernes Stil kennzeichnet.
Die kritische Ausgabe der Werke von Louis Vierne bietet einen möglichst genauen und authentischen Notentext: In der Ausgabe sind eindeutige Druckfehler der Erstausgaben korrigiert, zweifelhafte Stellen werden kommentiert und Alternativlösungen angeboten. Grundlage der Edition sind die Erstausgaben, die überlieferten Manuskripte des Komponisten sowie Korrekturlisten von Kollegen, Schülern und heutigen Vierne-Interpreten.
Alle Werke auch in Einzelausgaben erhältlich.
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
Louis Vierne
| 1870-1937Louis Vierne, von Geburt an wegen grauen Stars beinahe blind, erhielt schon im Alter von sechs Jahren Klavierunterricht. In die gleiche Zeit datiert seine erste, ihn tief berührende Begegnung mit dem Klang der Kirchenorgel. Ab Oktober 1880 kam er zu dem blinden Klavierlehrer Louis Specht, der an der Pariser Institution Nationale des Jeunes Aveugles (Nationalinstitution für junge Blinde) unterrichtete. Als der junge Vierne zum ersten Mal César Franck (später für kurze Zeit sein Lehrer im Conservatoire) an der Orgel in Sainte-Clotilde hörte, war dies für ihn eine prägende Erfahrung: „Ich war fassungslos und geriet in eine Art Ekstase.“ Nach dem Tod Francks war es Charles-Marie Widor, der seine Ausbildung als Organist weiter förderte. Er ernannte ihn 1892 zu seinem Assistenten an der großen Cavaillé-Coll-Orgel in Saint-Sulpice. Mehrmals bei Bewerbungen übergangen, erhielt Vierne im Mai 1900 - von einer prominent besetzten Jury einstimmig gewählt - die Organistenstelle an der Kathedrale Notre-Dame, die er bis zu seinem Tod innehatte. In den zwanziger Jahren unternahm er, obwohl ihm solche Reisen eher eine Last waren, Konzerttourneen nach Europa, Kanada und in die USA, wo er als Komponist und Organist gefeiert wurde und Geld für die Renovierung und den Umbau seiner Orgel in Notre-Dame sammelte. Am 2. Juni 1937 gestaltete Vierne zusammen mit Maurice Duruflé ein Orgelkonzert in Notre-Dame. Beim Spiel einer Improvisation ereilte ihn ein Herzanfall, an dessen Folgen er kurz darauf starb. Am 5. Juni fand der Trauergottesdienst in Notre-Dame statt - seine Orgel schwieg. // Vierne: Sämtliche Orgelwerke unter Carus 18.150 zur Person
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Herausgeber*in
Jon Laukvik
| 1952
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Herausgeber*in
David Sanger
| 1947-2010
Rezensionen
1815000
ein äußerst gewissenhaft redigierter Text ..., der keine Fragen oder Wünsche offen lässt...
Musica Sacra 1/2016
Nun haben gleich zwei deutsche Verlage Viernes Orgelwerk neu herausgegeben. [...] Der Stuttgarter Carus-Verlag hat seine Gesamtausgabe bereits abgeschlossen, auch hier finden sich im letzten Band die Improvisationen und Transkriptionen, unter anderem die auf einer großen Orgel sehr wirkungsvolle Bearbeitung des bekannten Prélude cis-Moll von Sergej Rachmaninow. [...] Die anderen drei Improvisationen, deren Übertragung durch Maurice Duruflé 1954 veröffentlicht worden sind, erscheinen bei Carus in einer Überarbeitung, die nun stärker den erhaltenen Tondokumenten entspricht. Die beiden Herausgeber [...] haben auch bei der Rachmaninow-Transkription diejenigen Töne ergänzt, die Vierne aufgrund des begrenzten Klaviaturumfangs weglassen musste. Diese Beispiele zeigen, dass bei der Carus-Ausgabe sehr gründlich gearbeitet wurde.
Markus Frank Hollingshaus, Ars Organi, 3/2011
Prachtvoll diese Ausgabe sämtlicher Orgelwerke des genialen Louis Vierne (1870-1973)! [...] PS: Parallel zu dieser wohlgelungenen Notenausgabe plant der Verlag eine Gesamteinspielung der Orgelwerke Viernes. Schon jetzt vormerken!
Württembergische Blätter für Kirchenmusik, 2/2009