El Pessebre (Die Krippe)
Oratorium 1943-45/60
Pablo Casals gilt bis heute als einer der größten Cellisten aller Zeiten. Er wirkte aber auch als Dirigent und Komponist. Das in seiner musikalischen Sprache gemäßigt moderne, wesentlich von liedhaften Elementen durchzogene Weihnachtsoratorium El Pessebre auf einen Text des katalanischen Dichters Joan Alavedra entstand unter dem Eindruck des spanischen Bürgerkrieges und des 2. Weltkrieges. Es ist ein musikalisches Mahnmal für Frieden und Humanität.
Bei Carus sind drei Fassungen des Oratoriums erhältlich:
- Die Originalfassung in der Instrumentierung von Enrique Casals (Carus 7.333/00)
- Eine darauf beruhende Bearbeitung für kleineres Orchester von Antoni Ros Marbà (Carus 7.333/50), mit Kürzungsvorschlag von 120 auf 90 min
- Eine Fassung für Soli, Chor und Orgel von Klaus Rothaupt (Carus 7.333/45)
Klavierauszüge und Chorpartituren der Originalfassung sind mit allen Fassungen kompatibel.
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Komponist*in
Pablo Casals
| 1876-1973Pablo Casals war ein weltberühmter Cellist, Komponist und Dirigent.
Geboren am 29. Dezember 1876 in El Vendrell (Katalonien) erhielt Casals seine erste musikalische Ausbildung von seinem Vater, der selbst Organist war. Mit elf Jahren bekam er seinen ersten Cellounterricht und entwickelte sich rasch zu einem herausragenden Cellisten. Sein Studium absolvierte er am Madrider Konservatorium.
1899 startete er in Paris seine Weltkarriere als Solist der Aufführung des Cellokonzerts von É. Lalo. Es folgten viele weitere Konzerte und Tourneen; unter anderem spielte er vor Queen Victoria. Mit Alfred Cortot und Jacques Thibaud gründete er ein Klaviertrio, das mit großem Erfolg Werke von Beethoven, Schumann und Schubert einspielte. Er war zudem als Dirigent tätig und gründete 1919 das Orquesta Pau Casals in Barcelona. Aufgrund des spanischen Bürgerkrieges ging er 1936 ins Exil nach Frankreich und wanderte später nach Puerto Rico aus, wo er bis zu seinem Tod am 22. Oktober 1973 lebte und wirkte.
Casals setzte sich zeitlebens für Frieden, Demokratie und Freiheit ein. Das zeigt sich auch in seinen musikalischen Werken wie dem Oratorium El Pessebre (Die Krippe), das unter dem Eindruck des spanischen Bürgerkrieges und des 2. Weltkrieges entstand. Er schrieb außerdem kleinere Werke für Orchester, Lieder und Kammermusik. Kollegen wie G. Fauré und A. Schönberg widmeten ihm Kompositionen.
Pablo Casals gilt als bedeutendster Cellist seiner Zeit, revolutionierte die Spieltechnik und gab zahlreiche Meisterkurse. Die heute so populären sechs Suiten für Violoncello solo von J.S. Bach brachte er als erster in die großen Konzertsäle des 20. Jahrhunderts.
zur Person
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Herausgeber*in
Rudolf von Tobel
| 1903-1995
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Textdichter*in
Joan Alavedra
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Übersetzer*in
Helga W. Pfeiffer
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Übersetzer*in
Marta Casals Istomin
Rezensionen
Casals
Casals, Pablo: El Pessebre I Die Krippe
Ein zwei Stunden dauerndes Weihnachtsoratorium ist erschienen, 1962 erstmals aufgelegt, die deutsche Fassung stammt von 1970, hier liegt die Chorpartitur vor, eine Würdigung des ganzen Werkes wird an anderer Stelle geschehen. Die Aufgaben für den Chor sind vielgestaltig: Anfangs singen die Männer unisono kurze Cantilenen, der Frauenchor betritt in Abschnitt VI „Der Stern” erstmals die „Bühne”, dreistimmig, die Männer greifen das von den Frauen Gesungene auf. Im Folgenden wird klar, dass man für dieses Werk einen großen Chor zur Verfügung haben sollte: Beide Chorgruppen singen vierstimmig, in der Regel homophon, in volkstümlicher Klangwelt. Die Weisen kommen zu dritt, deshalb singen alle Frauen eine Stimme, imitatorisch das von den Herren Angestimmte aufgreifend, der erste „richtige” Chorsatz! Gegen Ende vor allem vierstimmige choraliter angelegte Aufgaben, die Sopranistinnen sollten unangestrengt über b2 verfügen, bei den Bässen wünscht sich der Komponist Kontra-B! Für die Orientierung ist sehr nützlich, dass die Chorpartitur einen den chorischen Aufgaben entsprechend abgespeckten Klavierauszug enthält. Der Verlag hat den Grundstock für eine erfolgreiche Einstudierung gelegt, nun sind die Verantwortlichen in den Chören gefragt, ob sie sich an dieses Werk wagen, obwohl der Chor hier keine zentrale Rolle inne hat.
Reinhard Krämer
Quelle: Württembergische Blätter für Kirchenmusik 1/2001, S. 25/26