Der Komponist Peter Schindler über diese Einzelausgabe aus Perpetuum mobile:
„O Fortuna“ (Text No. 17 im Codex Buranus) ist ein rhythmisches Strophenlied. Der Text ist weltbekannt, seit ihn Carl Orff in den Vertonungen seines Werkes Carmina Burana an den Anfang gestellt hat. 1935 ging man noch davon aus, dass die Handschrift mit diesem Text und der Miniatur des Glücksrads beginnt. Diesen Irrtum hat man später korrigiert, denn die ursprüngliche Ordnung der 112 Pergamentseiten der Handschrift war im Laufe der Jahrhunderte durcheinander gekommen.
Die berühmte Miniatur, die das Glücksrad als Motiv zeigt, wird mit einem gereimten Hexameter verziert: „regnabo, regno, regnavi, sum sine regno“ (ich werde die Herrschaft antreten, ich bin im Besitz der Herrschaft, ich verliere meine Herrschaft, ich bin ohne Herrschaft). Diese prägnante Illustration mit Fortuna, der Gebieterin der Welt (Imperatrix mundi) im Zentrum, stand ursprünglich mitten in der Gruppe der moralisch-satirischen Gedichte.
Im Gedicht ist das kreisende Rad der Göttin Fortuna in der ersten Strophe allegorisch durch den Mond mit seinen wechselnden Phasen dargestellt. Schon in der zweiten Strophe gibt sich das Gedicht als persönliche Klage. In der dritten Strophe steht der Aufruf, in den Klagegesang über die gestürzten Unglücklichen mit einzustimmen. Dieser Aufruf ist typisch für Klagelieder. Die Textvertonung in einem akzentuierten, fliehenden Allegro con bravura drückt den stetigen Wandel aus, imitiert das Kreisen, Treiben und die unterschiedlichen Phasen des Weltgeschehens.
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Komponist*in
Peter Schindler
| 1960Peter Schindler studierte Schulmusik, Komposition und Orgel sowie Jazz und Popularmusik an der Musikhochschule Stuttgart. Zu seinen Werken zählen Chansons, Instrumentalstücke, Geistliche Werke, Musik für Ballett und Schauspiel sowie Musicals, Singspiele und Lieder für Kinder und Jugendliche. Als Organist und Pianist führt er mit verschiedenen Ensembles und Interpreten vorwiegend eigene Kompositionen im In- und Ausland auf. Konzertreisen mit dem von ihm gegründeten Quintett Saltacello sowie der Gruppe Pipes and Phones führten ihn nach China, Dänemark, Frankreich, Italien, Korea, Österreich, Polen, Skandinavien, Taiwan, Tschechien sowie in die Schweiz und die USA. Sowohl als Solist als auch im Zusammenspiel mit unterschiedlichen Partnern hat er zahlreiche Stücke eingespielt und auf Tonträgern veröffentlicht.
Weitere Informationen finden Sie im Internet auf der Seite www.peter-schindler.de
Wir haben dem Komponisten 5 Fragen gestellt, lesen Sie hier in unserem Blog: https://blog.carus-verlag.com/persoenlichkeiten/5-fragen-an-peter-schindler/
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