Requiem-Highlights

Requiem-Vertonungen für jeden Chor

Der Carus-Verlag bietet eine Vielzahl an Requiem-Vertonungen, die für Chöre aller Art geeignet sind. Wir haben für Sie die Highlights aus unserem Programm zusammengestellt: beliebte Klassiker von Mozart, Brahms, Faure und Verdi, aber auch noch weniger bekannte Werke  von z.B. Biber, Lachner und Jommelli. Viel Spaß beim Entdecken! Selbstverständlich bieten wir alle Ausgaben mit vollständigem Aufführungsmaterial an. Bei vielen der Werke sind auch Übehilfen für Chorsänger*innen erhältlich.

  • Dvorák: Requiem

    Entstanden als Auftragswerk für das traditionsreiche Musikfest in Birmingham, wurde Dvoráks Requiem 1891 unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt. Dvorák schuf ein abendfüllendes konzertantes Werk, das den liturgischen Requiem-Text in zwei große musikalische Blöcke gliedert. Der erste Teil, bis zum „Lacrimosa“, zeichnet sich durch düstere Klangfarben und dramatische Steigerungen aus – hier dominiert die Auseinandersetzung mit Trauer, Angst und dem Jüngsten Gericht. Im zweiten Teil, ab dem „Offertorium“, hellt sich die Atmosphäre auf, und Dvorák lässt musikalische Elemente seiner tschechischen Heimat einfließen. Der Chor steht im Zentrum der Komposition und ist – bis auf eine Ausnahme – an allen 13 Teilen beteiligt. Auf monumentale Chorfugen verzichtet Dvorák weitgehend und setzt stattdessen auf lyrische, volksliedhafte Wendungen und eine persönliche Tonsprache.

  • Ives: Requiem

    Ives´ Requiem entstand 2008 als Auftragswerk des Magdalen College in Oxford und wurde unter der Leitung des Komponisten uraufgeführt. Die Musik ist tonal und zugänglich, dabei farbenreich und von vielfältigen Einflüssen geprägt. Eine besondere Klangfarbe erhält das Requiem durch den wiederkehrenden Einsatz kleiner tibetischer Handzimbeln, die sich wie ein feiner Faden durch das gesamte Werk ziehen. Ives’ Ziel war es, ein Stück für den liturgischen Gebrauch zu schaffen, das ansprechend und für viele Chöre gut realisierbar ist.

  • Hoybye: Light Shines in the Darkness

    John Hoybyes Requiem überrascht mit einer ungewöhnlichen Besetzung für Solo-Viola und gemischten Chor. Die Komposition steht unter dem Motto „Lux in tenebris lucet“ (Licht scheint in der Dunkelheit) und basiert auf einem englischsprachigen Text von Edward Broadbridge. Hoybye ergänzt den Text durch lateinische Passagen aus der Totenmesse und formt daraus ein modernes Requiem. Die Musik bewegt sich zwischen melancholischen Klängen und mitreißenden Rhythmen, bereichert durch zeitgenössische Elemente wie Samba, Cluster und Sprechgesang.

  • Mozart: Requiem

    Von Legenden und Anekdoten umrankt: Neben der bekanntesten Fassung von Süßmayr empfehlen wir auch die Versionen von Howard Arman und Robert Levin.

  • Verdi: Messa da Requiem

    Die Carus-Ausgabe dieses dramatischen Meisterwerkes voller Extreme ist die erste kritische Edition mit komplett käuflichem Aufführungsmaterial. Auch in zwei klanglich sehr spannenden Bearbeitungen erhältlich (1. mit Horn, Kontrabass, Marimba, Pauke und Klavier, 2. mit Kammerorchester).

  • Lachner: Requiem in f

    Das Requiem von Lachner wurde zum 100. Geburtstag von Mozart geschrieben. Es ist ein eigenständiges Werk, die Mozart-Verehrung ist aber deutlich zu spüren! Die Kyrie-Doppelfuge erinnert sehr an das Vorbild, auch das Dies Irae atmet den Geist vom Mozart-Requiem. Dabei bewahrt Lachner sich seine Eigenständigkeit in der romantischen Tonsprache. Besonders schön ist das Recordare, in dem Klarinette und Bratsche einen wunderbar weichen Klang erzeugen. Beim Sanctus scheiden sich die Geister, viele Komponisten vertonen den Lobgesang der Engel mit einem strahlenden Tutti. Bei Lachner beginnt das „Heilig, Heilig, Heilig“ mit einem warmen 8-stimmigen Chorsatz, begleitet vom tiefliegenden Orchester. Die Musik entwickelt sich langsam bis hin zu einem strahlenden Einsatz der Blechbläser, wie ein sich öffnender Vorhang, hinter dem sich ein weiter, lichtdurchfluteter Raum befindet.

  • Brahms: Ein deutsches Requiem

    Der Chor steht im Zentrum von Brahms überkonfessioneller Totenfeier. Kleinere Chöre und Chöre mit begrenzten räumlichen oder finanziellen Möglichkeiten können das beliebte Werk auch in der Kammerfassung aufführen.

  • Fauré: Requiem

    Nicht zuletzt dem Requiem op. 48 verdankt Gabriel Fauré seine weltweite Bekanntheit und es ist das einzige größer dimensionierte Werk unter seinen geistlichen Kompositionen. Schon zu seinen Lebzeiten beim Publikum beliebt, hält der Erfolg bis heute an.

  • Gounod: Requiem in C

    Das Requiem von Gounod ist in seiner Kompaktheit voll von Überraschungen, wie ein buntes Mosaik, das einen immer wieder aufhorchen lässt. Gleich der Anfang ist ungewöhnlich, der (leider häufig unterschätzte) französische Komponist benutzt ein von einem einzelnen Ton ausgehende fallende chromatische Linie, im Barock als „passus duriusculus - der harte Weg“ ein Ausdruck des Leidens bekannt. Das nach einem Krimi klingende „Dies irae“ ist ein weiteres Beispiel für den gekonnten Umgang mit dem Text. Besonders interessant und schön ist das „Rex tremendae“, das sogleich in ein sanftes „Salva me“ wechselt um in ein wunderbar lichtes Sopransolo überzugehen, gefolgt vom Chor und einem anrührenden lyrischen Violinsolo.

  • Saint-Saëns: Messe de Requiem

    Verblüffend „schräg“ – so möchte man den Anfang des Requiem von Camille Saint-Saëns charakterisieren. Es dauert eine Weile, bis sich die Unsicherheit auflöst und ein harmonisches Zentrum gefestigt scheint. Doch der Choreinsatz mit seinen langsam wechselweise aufsteigenden chromatischen Linien verunsichert gleich wieder. Das „Dies irae“ – bei Saint Saëns nicht als Aufschrei vertont – scheint aus der Hölle hervorzusteigen. Auch das „Rex tremendae“ ist ungewöhnlich, hier steht das Zittern im Vordergrund, und auch hier ist die harmonische Basis kaum zu greifen. Quasi um alle Unsicherheit zu vertreiben, strahlt der Chor der Engel auf in voller Besetzung im „Sanctus“, gefolgt von einem warmen „Benedictus“ (interessanterweise vom Chor gesungen!). Und gleich ertönen wieder die „schrägen“, ungreifbaren Harmonien vom Anfang im "Agnus Dei", das auf einem einzigen Ton endet, „ver“-endet möchte man sagen.

  • Heinrich Ignaz Franz Biber: Requiem in f

    Es ist keine Überraschung, dass das Requiem von Biber mit einem 6-stimmigen Streichersatz einen wunderbar fülligen Klang bietet, schließlich war der Komponist auch als Geigenvirtuose bekannt. Es ist ein dankbares und vielfältiges Werk, in dem homophone und polyphone Abschnitte abwechseln, häufig überstrahlt vom Glanz der Geigen. Um nur zwei der vielen Highlights zu nennen: Das „Quantus tremor“ in einer harmonisch „würzigen“ Sequenz mit quasi zitternden Violinen, oder aber der gewagte Querstand gleich am Anfang des Sanctus, der einen aufhorchen lässt! (Wer dieses großartige Werk aufführen will und unter Kostendruck leidet sei auf die Orgelfassung verwiesen.)

  • Bruckner: Requiem d-Moll

    Für einfache Verhältnisse komponiert ist Bruckners Requiem auch heute für viele Chöre erreichbar. Noch ganz der damals in den Kirchen Österreichs omnipräsenten Wiener Klassik verpflichtet schrieb es Bruckner 24-jährig. Trotz der Anlehnung an die Vorbilder schafft er es dem Requiem ein ganz eigenes Gepräge zu geben. Das Werk lässt erahnen, wie sich Bruckners Stil weiterentwickeln wird. Bruckner hat das Werk mehrfach aufgeführt und im Alter einer gründlichen Überarbeitung unterzogen.

  • Bossi: Missa pro defunctis

    „Archaisch“ – dieses Wort fällt einem ein, wenn man die Musik von Bossi hört. Die Musik erscheint weniger als eine Komposition in der Zeit der Wende zum 20. Jahrhundert geschrieben, sondern atmet den Geist von Renaissancekomponisten wie Desprez oder Palestrina. Die Komposition hat das Potential, allein durch Hören in eine große romanische Kirche mit großer Akustik zu entführen. Wer sich in dieser Welt zu Hause fühlt, wird diese Totenmesse gut umsetzen können, zumal die Orgel den Chor optional unterstützen kann.

  • Jommelli: Missa pro defunctis

    Möge das Jenseits so schön sein wie der Anfang des "Requiem“ („ewige Ruhe“) von Jommelli, in der nichts die Ruhe zu trüben vermag! Jommelli vermittelt in diesem Oratorium trotz des Totengedenkens eine grundsätzlich positive Atmosphäre, und bleibt doch ganz dicht mit seinen kompositorischen Mittel ganz dicht an dem ernsten Thema. Die Vielfältigkeit des Textes spiegelt sich in einem kleingliedrigen Mosaiks der Abschnitte wider, zumal in der Mischung mit einstimmigen gregorianischen Abschnitten - und behält dabei seinen großen Zusammenhang. In der Sequenz „Dies irae“ sei das liebliche „Pie Jesu“ herausgehoben, dessen Musik die Schwerkraft zu überwinden scheint.

  • Suppè: Missa pro defunctis

    Mozarts Requiemfragment hat ganz offensichtlich viele nachfolgende Komponisten beeinflusst. So meint man, auch im Requiem von Suppé immer wieder das Vorbild herausblitzen zu hören – in der archaisch wirkenden Kyrie-Fuge, im Bass-Solo des Tuba mirum, im Kontrast der Teile des „Rex Tremendae – Salva me“ – doch immer bleibt Suppé sich und seinem Stil treu. So erschafft er eine virtuelle sakrale Bühne, in der vielen Gefühlsfacetten des Requiem-Textes lebendig werden. Sei es im brodelnden Feuer der tiefliegenden Streicher und verzweifelt herausschreiendem Chor im „Dies irae“, im zum weinen schönen Klagegesang des „Lacrimosa“ oder im gefühlten Sonnenaufgang des Sanctus (hör ich da im beginnenden Streichertremolo etwa Humperdincks „Hänsel und Gretel“, als die Engel herabsteigen? Was für eine Assoziation…). So beweist Suppé in jeder Nummer, wie gekonnt er die Gefühlslagen in seiner Musik zu fassen weiß.