In der Natur
Fünf Chorlieder op. 63, 1876-1882
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
Antonín Dvorák
| 1841-1904Antonín Dvorák (1841-1904), neben Smetana und Janacek der wichtigste Vertreter einer eigenständigen tschechischen Musik, gehört zu den populärsten Komponisten des 19. Jahrhunderts überhaupt. In seiner Heimat bekannt wurde der Fleischer- und Gastwirtssohn aus dem böhmischen Nelahozeves (Mühlhausen) bei Kralup durch seinen patriotischen Hymnus „Die Erben des weißen Berges" für Chor und Orchester (op. 30) von 1872. Den Weg in die Welt ebnete ihm ein österreichisches Staatsstipendium, das ihm von einer Kommission, bestehend aus Johannes Brahms, Eduard Hanslick und Johann von Herbeck, zugesprochen wurde. Der sieben Jahre ältere Brahms nahm sich freundschaftlich des jungen Kollegen an, dessen eminente Begabung er erkannt und lieben gelernt hatte. (Brahms: ,,Der Kerl hat mehr Ideen als wir alle. Aus seinen Abfällen könnte sich jeder andere die Hauptthemen zusammenklauben.") Brahms empfahl Dvo"rák seinem Berliner Verleger Fritz Simrock, der in der Folge Dvo"ráks eigenwilliger und zunächst schwieriger Hauptverleger wurde. International berühmt wurde Dvo"rák als Komponist und – seit 1884 – als Dirigent seiner eigenen Werke vor allem durch seine sensationellen Erfolge in England (insgesamt neunmal hielt sich Dvo"rák dort auf) und in den Vereinigten Staaten von Amerika (zwei längere Besuche mit pädagogischer und kompositorischer Arbeit). Begründet wurde dieser Erfolg zunächst durch ein kirchenmusikalisches Werk, das Stabat mater aus dem Jahre 1876 (Carus 27.293/03). Bis in Dvo"ráks späte Zeit gehören Kirchenwerke in die Reihe seiner bedeutenden Schöpfungen: den Sinfonischen Dichtungen, den Opern (darunter „Rusalka"), Sinfonien, den Streichquartetten und anderer Kammermusik, dem Oratorium „Die heilige Ludmilla" – und den „Slawischen Tänzen op.46 und 72. Zu dem genannten Stabat mater op.58 kommen der 149. Psalm op.79, das Requiem op.89 (Carus 27.323) und das Te Deum op.103 (Carus 27.189). zur Person
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Herausgeber*in
Klaus Döge
| 1951-2011
Rezensionen
Anton Dvorák: In der Natur op
Anton Dvorák: In der Natur op. 63
1882 entstand dieser bedeutsame Zyklus von fünf Chorliedern a cappella. Obwohl die Komposition keinen Widmungsträger kennt, darf man annehmen, dass Dvorák alle seine Chorwerke im Hinblick auf eine seiner befreundeten Chorvereinigungen schuf. Auch die Textwahl ist persönlich geprägt und entstammt seiner Naturliebe, die in den Gedichten Vitezslav Haleks ihre beste Entsprechung fand. Schließlich fand auch Dvoráks Frömmigkeit in den ausgewählten Gedichten ihren Widerhall, die alle Gottes Schöpfung preisen möchten. Zur Charakterisierung sei aus dem Vorwort der Carus-Ausgabe zitiert (Klaus Döge): „Mit ihrer dem Strophenbau der Gedichtvorlage stets folgenden Form und ihrer überwiegend homophonen Vierstimmigkeit erscheinen die Chorlieder op. 63 kompositorisch auf den ersten Blick als schlicht und einfach gehalten. Über ihrem so scheinbar einfachen Satz, ihrem dynamisch verhaltenen und oft zarten Stimmgewebe und ihrer farbigen Harmonik aber liegt eine Stimmung, deren Ausdrucksintensität und Nuancenreichtum zeigt, dass Dvorák auch hier es verstand, mit relativ bescheidenden Mitteln ein sehr persönliches und wirkungsvolles Werk zu schreiben”. Zum Kennenlernen sei aus den Einzelausgaben die Nr. 1 oder 3 empfohlen.
Quelle: Schwäbische Sängerzeitung 7 (1996), S. 7