Passions-Cantate
Die letzten Leiden des Erlösers BR-CPEB D 2 (Wq 233), 1770
Mit seiner Passions-Cantate landete Carl Philipp Emanuel Bach einen echten Hit. Das Werk war schon zu Bachs Lebzeiten so beliebt, dass öffentlich eine jährlich stattfindende Aufführung gefordert wurde. Bach selbst soll die Passions-Cantate schlussendlich seine „Spinnhauß Passion“ genannt haben, da es nach der Premiere von 1770 tatsächlich noch bis 1785 jedes Jahr eine Aufführung in der Hamburger Spinnhauskirche gab.
Ein Publikumsliebling also durch und durch, der musikalisch sehr eng mit Carl Philipp Emanuel Bachs Matthäus-Passion von 1769 zusammenhängt. Bach übernahm einen großen Teil der solistischen Sätze. Rezitative, einen Choral und zwei Chöre komponierte er neu. Er nutzt, dem Trend der Zeit folgend, statt des biblischen Texts eine dichterische Nacherzählung aus der Feder von Anna Louisa Karsch. So wurde aus der oratorischen Passion ein Passionsoratorium.
Diese modernere und vielleicht auch zugänglichere Gattung traf den allgemeinen Geschmack der Zeit. Zahlreiche Abschriften und Textdrucke, verdeutlichen die Verbreitung des Werks weit über die Hamburger Stadtgrenzen hinaus.
Bei der Partitur handelt es sich um Band IV,3 der C.P.E. Bach-Gesamtausgabe, herausgegeben von Moira Hill für das Packard Humanities Institute, Los Altos, California. Carus bietet dazu den Klavierauszug und die Chorpartitur in bewährter Carus-Ausstattung an. Die hochwertige Leinen-Partitur und das Orchestermaterial können ebenfalls über Carus bezogen werden.
-
Komponist*in
Carl Philipp Emanuel Bach
| 1714-1788Zweiter Sohn J.S. Bachs, Musikunterricht beim Vater, ab 1731 Student an der juristischen Fakultät der Universität Leipzig, ab 1734 an der Universität Frankfurt an der Oder, später Cembalist in der Kapelle Friedrichs II. von Preußen, 1768 Nachfolger Telemanns im Amt des städtischen Musikdirektors an den fünf Hauptkirchen in Hamburg; Hauptvertreter der musikalischen Empfindsamkeit. Sein umfangreiches Schaffen umfasst u.a. Klavierwerke, Sinfonien, Kammermusik, Vokalwerke; Autor des Lehrwerkes "Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen" (Berlin 1753 und 1762). zur Person
-
Herausgeber*in
Moira Leanne Hill
-
Textdichter*in
Anna Luise Karsch
| 1722-1791
-
Textdichter*in
Christoph Daniel Ebeling
| 1741-1817
-
Textdichter*in
Johann Joachim Eschenburg
| 1743-1820
-
Generalbassaussetzer*in
Andreas Gräsle
| 1964Andreas Gräsle (Harmonium) studierte Kirchenmusik in Stuttgart (Orgel: Jon Laukvik) und absolvierte die Konzertreifeprüfung im Fach Orgel bei Daniel Roth in Saarbrücken. Weitere Studien in Alter Musik bei Andrea Marcon schlossen sich an. Er war Stipendiat des DAAD und 1991 Preisträger des Internationalen Johann-Pachelbel-Wettbewerbs Nürnberg. Von 1996 bis 2003 wirkte er als Kantor und Organist an der Augustinuskirche Schwäbisch Gmünd, seit April 2003 als Bezirkskantor in Ditzingen. Darüber hinaus ist er ein gefragter Kammermusikpartner, Organist und Cembalist. Mehrere CD-Produktionen mit Orgel und Kammermusikwerken, eigenen Improvisationen und Arrangements zu Kinderliedern ergänzen seine Tätigkeit. An der Stuttgarter Musikhochschule unterrichtet er seit 1997 Partiturspiel. zur Person