Aus der Tiefen rufen wir
1723
Die Kantate Aus der Tiefen rufen wir GWV 1113/23a von Christoph Graupner entstand als Probekantate für das nach dem Tod Johann Kuhnaus vakante Thomaskantorat und wurde am 2. Sonntag nach Epiphanis 1723 in Leipzig als eines von mehreren Bewerbungsstücken aufgeführt. Die expressive Kantate besteht im Grunde aus einem einzigen großangelegtem mehrteiligen Chorsatz mit solistischen Teilen. Der Eingangschor von kraftvoller Expressivität lebt von den Kontrasten zwischen blechbläserverstärkten Tutti und verhaltenen Soli. Dies setzt sich in im zweiten Satz fort, der zwischen Arioso und Accompagnato anzusiedeln ist – erneut mit Gesamtinstrumentarium und Choranteilen. Nach der Wiederholung des Eingangsteils schließt sich der dritte Chor-Solo-Komplex an, der in einer Chorfuge mündet, noch nicht in dieser endet, sondern in einem Dacapo. Eine Kantate, die sich deutlicher nicht vom Bachschen Modell unterscheiden könnte und erahnen lässt, dass sich die Leipziger Kirchenmusik 1723 auch in eine ganz andere Richtung hätte entwickeln können.
Kaufen
Zusatzinformationen zum Werk
-
Komponist*in
Christoph Graupner
| 1683-1760