Besonderes aus der Frauenkirche Dresden: Ferdinando Paër (1771–1839) ist heute allenfalls dem kundigen Opernkenner bekannt. Dabei zählte er zu Lebzeiten als gefeierter Komponist zu den bedeutendsten und einflussreichsten Musikerpersönlichkeiten Europas. Während seiner Zeit am Dresdner Hof entstand 1805 die umfangreiche Missa piena in d-Moll, ein Jahr bevor Paër als „Kriegsbeute“ von Napoleon nach Paris berufen wurde. Die hier erstmals eingespielte Komposition besticht vor allem durch die Verbindung von opernhaft-melodischen und in sich ruhenden Passagen, wobei auch unerwartete Wendungen ihren besonderen Reiz ausmachen. Neben dem hervorragenden Solistenensemble fanden sich mit dem Dresdner Kreuzchor und der Staatskapelle Dresden unter Leitung von Kreuzkantor Roderich Kreile die beiden ältesten Musikinstitutionen der Elbmetropole zum ersten gemeinsamen Auftritt in der Frauenkirche Dresden zusammen.
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Zusatzinformationen zum Werk
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
Ferdinando Paër
| 1771-1839
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Vorwortverfasser*in
Wolfram Enßlin
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Ensemble
Dresdner Kreuzchor
Der Dresdner Kreuzchor ist einer der ältesten und berühmtesten Knabenchöre der Welt. Auch nach fast 800 Jahren besteht seine wichtigste Aufgabe darin, die Vespern und Gottesdienste in der Kreuzkirche am Dresdner Altmarkt musikalisch zu gestalten. Nicht nur an hohen kirchlichen Feiertagen, sondern über das gesamte Kirchenjahr hinweg bestreitet der Kreuzchor die Hälfte aller liturgischen Dienste in dem berühmten Gotteshaus am Altmarkt. Die Kreuzkirche dient gleichermaßen als eindrucksvoller Bau für die Chorkonzerte, die von bis zu 3000 Zuhörern besucht werden. Der Dresdner Kreuzchor prägt damit als älteste städtische Kulturinstitution das musikalische Leben Dresdens in besonderer Weise, zählt er doch zu den künstlerisch höchst anerkannten Ensembles seiner Art. Den exzellenten Ruf der Kulturmetropole verbreitet der Chor als einer ihrer profiliertesten Botschafter in alle Welt. Mehrmals im Jahr begibt sich der Dresdner Kreuzchor auf nationale und internationale Konzerttourneen über deutsche und europäische Grenzen hinaus bis nach Israel, Kanada, Japan, Südamerika und in die USA. Dazu kommen Auftritte bei internationalen Musikfestivals ebenso wie ungezählte Rundfunk- und Fernsehaufnahmen. Da der Chor über ein äußerst breit gefächertes Repertoire verfügt, das vom Frühbarock bis zu Uraufführungen der zeitgenössischen Moderne reicht, hat er seit mehr als 80 Jahren über 800 Tonaufnahmen für angesehene Plattenfirmen eingesungen. Eine stete Zusammenarbeit wird mit berühmten Orchestern wie der Dresdner Philharmonie und der Sächsischen Staatskapelle Dresden gepflegt. Renommierte Opernhäuser verpflichten Chorsolisten regelmäßig für Solopartien wie die der drei Knaben in der Zauberflöte. Ihr Abitur erlangen die Kruzianer bis heute in der Kreuzschule; etwa die Hälfte von ihnen wohnt im benachbarten Alumnat, dem Internat des Chores. Neben dem normalen Schulalltag erhalten die etwa 150 Sänger im Alter zwischen neun und achtzehn Jahren wöchentlich Gesangs- und Instrumentalunterricht. Ihre tägliche Probenarbeit und der spezifische Chorklang bilden die Grundlage für den Erfolg und die Berühmtheit des Dresdner Kreuzchores. zur Person
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Ensemble
Staatskapelle Dresden
1548 durch Kurfürst Moritz von Sachsen gegründet, gehört die Staatskapelle Dresden zu den ältesten und traditionsreichsten Orchestern der Welt und ist wohl das einzige, das über viereinhalb Jahrhunderte hinweg kontinuierlich Bestand hatte und immer zu den führenden Klangkörpern der verschiedenen Epochen gehörte. Neben der von ganz spezifischem Ensemblegeist getragenen, musikantischen Spielkultur ist es vor allem der durch die lange Tradition gewachsene, in Timbre, Transparenz und Homogenität unverwechselbare Klang der Staatskapelle, der Publikum und Presse in aller Welt auch heute von einem der großen Orchester unserer Zeit sprechen lässt. Bedeutende Kapellmeister und international geschätzte Instrumentalisten haben die Geschichte der einstigen Hof- und heutigen Staatskapelle geprägt. Zu ihren Leitern gehörten u. a. Heinrich Schütz, Johann Adolf Hasse, Carl Maria von Weber und Richard Wagner, der das Orchester als seine „Wunderharfe“ bezeichnete. Bedeutende Chefdirigenten des 20. Jahrhunderts waren Ernst von Schuch, Fritz Reiner, Fritz Busch, Karl Böhm, Joseph Keilberth, Rudolf Kempe, Otmar Suitner, Kurt Sanderling und Herbert Blomstedt. Von 1992 bis zu seinem Tod 2001 war Giuseppe Sinopoli Chefdirigent, von 2002 bis 2004 Bernard Haitink. Mit Beginn der Spielzeit 2007/08 übernahm Fabio Luisi das Amt des Generalmusikdirektors der Sächsischen Staatsoper Dresden und damit auch des Chefdirigenten der Staatskapelle Dresden. Ehrendirigent des Orchesters ist seit 1990 Sir Colin Davis. Im April 2007 wurde die Staatskapelle Dresden als bislang einziges Orchester weltweit in Brüssel mit dem „Preis der Europäischen Kulturstiftung für die Bewahrung des musikalischen Weltkulturerbes“ ausgezeichnet. zur Person
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Dirigent*in
Roderich Kreile
Bis in die Gegenwart zählt das Amt des Kreuzkantors zu den ehrenvollsten und renommiertesten Ämtern der evangelischen Kirchenmusik. Als 28. Kreuzkantor nach der Reformation wirkt seit 1997 Roderich Kreile. Er wurde 1956 geboren und studierte in München Kirchenmusik und Chorleitung. Als Kirchenmusiker erlangte Roderich Kreile schnell überregionale Aufmerksamkeit. Er unterrichtete von 1989 bis 1996, zuletzt als Professor, an der Musikhochschule München und leitete zwei Hochschulchöre. 1994 übernahm er ferner die Leitung des Philharmonischen Chores München. Als Organist und Dozent folgte er Einladungen aus dem In- und Ausland. Kreuzkantor Roderich Kreile leitet alle kirchenmusikalischen Aufführungen sowie die Konzerte und Tourneen des Dresdner Kreuzchores. Dabei erarbeitet er mit den Kruzianern ein breit gefächertes Repertoire geistlicher und weltlicher Chorwerke der Musikgeschichte. Viele Kompositionen brachte er in den letzten Jahren zur Uraufführung. Ebenso intensivierte er die Zusammenarbeit mit renommierten Orchestern und produzierte zahlreiche Rundfunk- und CD-Aufnahmen. Konzentrierte sich das Aufgabengebiet des Kreuzkantors in früheren Jahrhunderten maßgeblich auf die Leitung der liturgischen Dienste, so reichen die Aufgaben heute beträchtlich über die rein künstlerische Verantwortung hinaus. Als Leiter des Dresdner Kreuzchores obliegt Roderich Kreile auch die Funktion eines städtischen Intendanten. Roderich Kreile ist Mitglied der Sächsischen Akademie der Künste, Stellvertretender Vorsitzender der Neuen Bachgesellschaft und Beiratsmitglied der Internationalen Heinrich-Schütz-Gesellschaft. 2012 wurde er für seine Verdienste mit der Verfassungsmedaille des Freistaates Sachsen geehrt. zur Person
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Sopran-Solo
Sibylla Rubens
Sibylla Rubens studierte Konzert und Operngesang an den Musikhochschulen in Trossingen und Frankfurt am Main. Ihre zu Herzen gehende Stimme, die natürliche Ausstrahlung und jene einfühlsame Perfektion, mit der sie sich ihr breit gefächertes Repertoire erarbeitet, machen Sibylla Rubens zu einem gefragten Gast im In- und Ausland. Sie singt unter Dirigenten wie Frieder Bernius, Riccardo Chailly, Enoch zu Guttenberg, Philippe Herreweghe, Kent Nagano, Helmuth Rilling oder Christian Thielemann. Als gefragte Liedsängerin gastiert sie regelmäßig in den europäischen Liedzentren. Über 80 CD-Einspielungen zeugen von ihrer vielseitigen Arbeit. Als Jurymitglied bei Internationalen Gesangswettbewerben und in regelmäßigen Meisterkursen widmet sie sich mit großer Leidenschaft der Förderung junger Sängerinnen und Sänger. zur Person
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Mezzosopran-Solo
Anke Vondung
Anke Vondung wurde in Speyer geboren und studierte bei Professor Rudolf Piernay an der Musikhochschule Mannheim. Von der Spielzeit 1999/2000 bis Ende der Spielzeit 2001/02 war sie Ensemblemitglied des Tiroler Landestheaters in Innsbruck, wo sie zentrale Partien ihres Faches sang. Es folgten Gastverpflichtungen u. a. am Théâtre du Châtelet Paris, an der Staatsoper München, bei den Salzburger Festspielen und den Mozart-Festwochen Salzburg, an der Opéra Bastille Paris, dem Grand Théâtre de Genève, beim Glyndebourne Festival, an der Nederlandse Opera Amsterdam, der Staatsoper Berlin, der San Diego Opera, bei den Münchner Opernfestspielen, dem Flandern-Festival, sowie an der Staatsoper Hamburg. Im Oktober 2007 debütierte sie als Cherubino in Le nozze di Figaro an der Metropolitan Opera New York, wo sie zudem in Mozart’s La clemenza di Tito mitwirkte. In den Spielzeiten 2003/04 bis 2005/06 war sie Ensemblemitglied der Staatsoper Dresden; seitdem ist sie dem Haus als Gast eng verbunden. Im Konzert- und Liederabendbereich konzertierte Anke Vondung mit renommierten Orchestern unter Dirigenten wie James Conlon, Helmuth Rilling, Sir Roger Norrington, Philippe Herreweghe, Edo de Waart, Kent Nagano, Peter Schreier, Dietrich Fischer-Dieskau, James Levine, Marek Janowski, Alexander Shelley, Enoch zu Guttenberg, Hans-Christoph Rademann und Jeffrey Tate. zur Person
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Bass-Solo
Georg Zeppenfeld
Georg Zeppenfeld studierte Konzert- und Operngesang in Detmold und Köln. Neben seinen Bühnenengagements (u. a. Sächsische Staatsoper Dresden, Bayerische Staatsoper München, Deutsche Oper Berlin, San Francisco Opera) entfaltet Georg Zeppenfeld eine rege internationale Konzerttätigkeit. Besonders die Werke Bachs, Händels und Haydns sowie die großen spätromantischen Oratorien gaben ihm Gelegenheit, u. a. mit Marcus Creed, Konrad Junghänel, Peter Neumann, Peter Schreier, Helmuth Rilling und Bruno Weil in vielen europäischen Konzertmetropolen zusammenzuarbeiten. Er ist außerdem regelmäßig bei renommierten Festspielen zu Gast, so z. B. bei den Salzburger Festspielen, beim Schleswig-Holstein Musik Festival, beim Glyndebourne Festival, beim Brucknerfest in Linz oder dem Rheingau Musik Festival. zur Person
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Bass-Solo
Jörg Schneider
Jörg Schneider erhielt seine erste musikalische Ausbildung bei den Wiener Sängerknaben. Anschließend studierte er bei Elfriede Obrowsky in Wien Gesang und gastiert heute mit den lyrischen Tenorpartien an den bedeutenden Opernhäusern Europas. Daneben ist er auch als gefragter Lied- und Konzertsänger aktiv. Gastspiele führten ihn u. a. an das Teatro Lirico di Cagliari, den Concertgebouw in Amsterdam, zum Wiener Musikverein und in das Wiener Konzerthaus. Zahlreiche CD-Produktionen dokumentieren sein breites künstlerisches Schaffen. Jörg Schneider hat mit Dirgenten wie Dennis Russell Davis, Edo de Waart, Pinchas Steinberg, Gustav Kuhn, Semyon Bychkow und Zubin Mehta zusammengearbeitet zur Person