Weltersteinspielung
Franz Lachners Requiem in f entstand zum Mozart-Gedenkjahr 1856 und ist Ausdruck seiner Mozart-Verehrung, auch wenn die Requiem-Vertonungen der beiden Komponisten kaum Gemeinsamkeiten aufweisen. Nach nahezu 27 Jahren mit Kirchenwerken im reinen A-cappella-Stil stellt Lachners Totenmesse einen Meilenstein und eine Besonderheit in seinem Schaffen dar. Die Wahl der großen Orchesterbesetzung hatte letztlich auch zur Folge, dass die Aufführungen unter Lachner nicht im sakralen Bereich sondern vor Konzertpublikum stattfanden. Durch den Gegensatz von großer orchestraler Besetzung, die in wenigen dramatischen Punkten ihre volle Wirkung entfaltet, und einer ansonsten eher introvertierten Stimmung entsteht eine besondere Spannung.
Die Kammersolist*innen Augsburg unter der Leitung von Hermann Meyer haben es sich zur Aufgabe gemacht, heute vergessene Werke neu zu entdecken. So gelingt die Weltersteinspielung das Repertoire an Requiem-Vertonungen um einen wichtigen und spannungsreichen Vertreter.
Inhaltsverzeichnis
-
Komponist*in
Franz Lachner
| 1803-1890Franz Lachner war als Komponist, Organist und Kapellmeister tätig.
Sein umfangreiches Werk bedient so gut wie alle Gattungen und scheint vor allem von der Musik Beethovens und Schuberts aber auch Spohrs und Meyerbeers beeinflusst. zur Person
-
Vorwortverfasser*in
Herbert Lölkes
-
Ensemble
Kammersolisten Augsburg
-
Dirigent*in
Hermann Meyer
-
Sopran-Solo
Marina Ulewicz
-
Sopran-Solo
Ruby Hughes
-
Alt-Solo
Roxana Constantinescu
-
Tenor-Solo
Colin Balzer
Seine Gesangsausbildung erhielt der gebürtige Kanadier Colin Balzer bei David Meek in Kanada und bei Edith Wiens in Deutschland. Daneben besuchte er Meisterkurse bei Helmut Deutsch, Robert Tear, Elly Ameling, Brigitte Fassbaender und Christoph Prégardien. Inzwischen hat Colin Balzer eine ganze Reihe internationaler Preise errungen und mit einem Repertoire, das von Monteverdi bis Penderecki reicht, eine rege internationale Konzertätigkeit begonnen. Er war bei den Festspielen in Baden-Baden, Aix-en-Provence oder dem Early Music Festival in Boston und Vancouver zu hören, und er konzertiert regelmäßig mit verschiedenen kanadischen Orchestern. Auch als Liedsänger hat Colin Balzer bereits beachtliche Erfolge vorzuweisen. Außerdem legte er seine erste CD vor, mit einer Einspielung von Hugo Wolfs Italienischem Liederbuch in Zusammenarbeit mit Hartmut Höll. zur Person
-
Tenor-Solo
Gerhard Werlitz
-
Bass-Solo
Günther Papendell
Rezensionen
Lieder zu Advent und Weihnachten
[...] Eine tief empfundene Komposition, die es wert war eingespielt zu werden!
Quelle: Singende Kirche 4/2006, S. 293
Diese Musik will nicht drohen. Franz Lachners kaum bekanntes f-Moll-Requiem op. 146 ist ein Fest der Lyrik, eine Quelle der Zuversicht. Ein inniger, warmer, gefälliger Ton prägt jene Totenmesse, deren Anlass Mozarts 100. Geburtstag anno 1856 war. Bisweilen glaubt man Reminiszenzen ans Requiem des Salzburgers zu erkennen. Doch in der lyrischen Grundhaltung und als Kontrapunktiker ging der wie sein Schüler Josef Rheinberger in München wirkende und auch ästhetisch mit dem Liechtensteiner vergleichbare Lachner (1803 bis 1890) eigene Wege. Die Wiederentdeckung lohnt sich. Mit dieser SACD legen die Kammersolisten Augsburg unter Hermann Meyers Leitung die gelungene Weltersteinspielung vor. Ein schönes Werk - nicht nur bei den Bratschenlinien im "Lacrimosa". Mehr Trost als Trauer.
Johannes Adam
Quelle: Badische Zeitung, 28.09.2007
[...] Jedenfalls gerät in der vorliegenden Aufnahme insbesondere das solistische, innige Hostias zu einem Ereignis: In Lachners Requiem ist dieser betörend schöne Satz der lyrische Mittelpunkt. [...]
Dr. Franz Gratl
klassik.com, 28.02.2007