Franz Liszts Missa choralis verbindet gregorianische Motive mit romantischer Ausdruckskraft und expressiver Chromatik. 1865 in Rom komponiert, reflektiert sie Liszts intensive Auseinandersetzung mit dem gregorianischen Choral und seinen liturgischen Reformideen. Als stilistische Synthese aus liturgischer Würde und musikalischer Innovation gilt sie als Liszts wichtigste Messe und Schlüsselwerk der geistlichen Chormusik des 19. Jahrhunderts.
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Zusatzinformationen zum Werk
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
Franz Liszt
| 1811-1886Franz Liszt wurde 1811 in Raiding (damals Ungarn) geboren und starb 1886 in Bayreuth. Er erhielt Klavierunterricht bei seinem Vater ab seinem 6. Lebensjahr und wurde 1822/23 Schüler von C. Czerny und A. Salieri in Wien. Die Jahre nach 1823 verbrachte Liszt in Paris, dort beeinflusste ihn die Bekanntschaft mit G. Rossini, V. Bellini, G. Meyerbeer sowie besonders mit F. Chopin, H. Berlioz und N. Paganini stark; auch literarisch wurde er von V. Hugo beeindruckt. Von 1838 bis 1847 feierte Liszt auf seinen ausgedehnten Konzertreisen als Klaviervirtuose Triumphe. Ab 1848 lebte er dann in Weimar, wo die Symphonischen Dichtungen und einige der wichtigsten Klavierwerke (h-Moll-Sonate, 1. Klavierkonzert) entstanden. Ab 1861 lebte Liszt in Rom, hier empfing er 1865 die niederen Weihen eines Abbés. zur Person
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Herausgeber*in
Thomas Kohlhase
| 1941
Rezensionen
Franz Liszt, Ausgewählte Werke vokaler Kirchenmusik Heft 4
Franz Liszt, Ausgewählte Werke vokaler Kirchenmusik Heft 4
Der Carus-Verlag legt hier eine sehr beachtenswert Neuausgabe dieser bedeutenden Messe des 19. Jahrhunderts vor. In einem gründlichen Vorwort werden alle Fragen erörtert, die mit der Entstehung, den choralen Vorlagen, der Rezeptionsgeschichte und der Aufführungspraxis dieses Werkes zusammenhängen. Interessant vor allem auch das vollständige Faksimile der autographen Urschrift von 1865, die doch einige Abweichungen zum Erstdruck von 1869 aufweist. Neben dieser Gesamtpartitur mit der sehr sparsamen Orgelstimme Liszts, die wegen ihrer langen Pauseneinschnitte gewiss manche Probleme für die Intonation des Chores aufwirft, ist auch eine Chorpartitur erschienen.
Quelle: Musica Sacra 1/86, S. 68