Gabriel Fauré / Denis Rouger (arr.): Dans les ruines d'une abbaye - Noten | Carus-Verlag

Gabriel Fauré / Denis Rouger (arr.) Dans les ruines d'une abbaye

Arrangement von Denis Rouger op. 2,1

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Die übermütige Verliebtheit eines frisch vermählten Paares schwingt in jeder Note von Gabriel Faurés Dans les ruines d’une abbaye. „In den Ruinen eines Klosters“ herrscht nicht mehr die andachtsvolle Stille des Gebets, sondern in den altehrwürdigen Mauern erklingen nun „Freudenrufe“ und „funkensprühendes Lachen“. Die alten Gräber sind längst von Brennnesseln überwuchert, ein neues Morgenrot des Frühlings und der Liebe erfüllt die Luft. Auf den Ruinen der alten Zeit baute auch das nachrevolutionäre, napoleonische Frankreich eine neue Welt auf, die den Autor des Gedichts, Victor Hugo, gar ins Exil trieb. Die Vertonung des etwa 40 Jahre jüngeren Komponisten verwendet zwar die romantisierende Kulisse des alten Klosters, spiegelt jedoch mit ihrem 6/8-Takt eine nicht zurückschauende, unbefangene Fröhlichkeit der beiden Liebenden.

Die vorliegenden Kunstlieder wurden ursprünglich nicht für Kammerchor, sondern für eine Solostimme und Klavier geschaffen. Denis Rouger hat sie behutsam den Bedürfnissen und Ausdrucksmöglichkeiten eines größeren Ensembles angepasst, ohne dabei die Qualitäten des Originals zu verleugnen. Jede Stimme im Chor erhält ihre aus dem harmonischen und rhythmischen Gerüst extrahierte Melodielinie. Dabei verbindet sich die Vielfalt und Raffinesse des chorischen Ausdrucks mit der enormen Flexibilität in Gestaltung und Ausdruck, wie sie die französischen Mélodies oder das deutsche Kunstlied von einem Solisten und dem Klavierpart fordern.

Die Lieder wurden eingesungen vom figure humaine kammerchor auf der CD Kennst du das Land... (Carus 83.495/00).

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  • Seuls, tous deux, ravis, chantants,
    Comme on s’aime;
    Comme on cueille le printemps
    Que Dieu sème.

    Quels rires étincelants
    Dans ces ombres,
    Jadis pleines de fronts blancs,
    De coeurs sombres.

    On est tout frais mariés,
    On s’envoie
    Les charmants cris variés
    De la joie,

    Frais échos mêlés
    Au vent qui frissonne.
    Gaîté que le noir couvent
    Assaisonne.

    On effeuille des jasmins
    Sur la pierre
    Où l’abbesse joint les mains,
    En prière.

    ...

  • Alleine zu zweit, entzückt, singend,
    wie sehr lieben wir uns;
    wie nehmen wir den Frühling auf,
    den Gott aussät.

    Welch funkensprühendes Lachen
    in diesen Schatten,
    einst voller weißer Angesichter,
    voller dunkler Herzen.

    Wir sind ganz frisch verheiratet,
    wir schicken uns
    vielfältige reizende
    Freudenrufe entgegen,

    Frische Echos verschmolzen
    mit dem erschauernden Wind.
    Fröhlichkeit, die das schwarze Kloster
    würzt.

    Wir zupfen die Blütenblätter des Jasmin
    auf dem Stein ab,
    auf dem die Äbtissin ihre Hände faltet
    zum Gebet.

    ...

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Zusatzinformationen zum Werk
  • Französischer Komponist, 1845-1924.

    Er war Schüler von Camille Saint-Saëns und studierte an der Pariser Schule für Kirchenmusik. Fauré arbeitete als Organist, Chorleiter und gab Klavierunterricht und Klavierabende in Pariser Salons. Am Klavier konnte er glänzend improvisieren, was sich auch in seinen Kompositionen niederschlägt. 1905-1920 war er Direktor des Pariser Conservatoire.

    Fauré schrieb vor allem Vokal-, Klavier- und Kammermusik. Am bekanntesten sind seine Klavierlieder für Solostimme und sein Requiem, das auch bei seiner eigenen Trauerfeier aufgeführt wurde.

    zur Person
  • Denis Rouger hat seine musikalischen Erfahrungen zunächst als Sohn einer Pariser Musikerfamilie und bei seinem Studium am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris gesammelt, wobei er erste Preise in Harmonie, Fuge und Kontrapunkt erhielt.

    20 Jahre lang war er Dozent und Chorleiter an der Universität Paris-Sorbonne und 10 Jahre Chorleiter an der Kathedrale Notre-Dame de Paris. Er ist Ehrenkapellmeister der Pariser Kirche La Madeleine. Auch in Deutschland hat er Kontakt zu zahlreichen Ensembles. So wurde er als Gastdirigent u.a. von Rundfunkchören, dem Balthasar-Neumann-Chor, dem Landesjugendchor Baden-Württemberg, sowie zu den Stuttgarter Philharmonikern eingeladen. Konzerte führten ihn nach Italien, Kanada, Russland, in die Niederlande, die Vereinigten Arabischen Emirate und in die Schweiz (Lucerne Festival).

    Er gibt Meisterkurse in Schweden, Bulgarien, Frankreich, Deutschland sowie in der Schweiz.

    Seit 2011 ist Denis Rouger Professor für Chordirigieren an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Der von ihm im Herbst 2011 gegründete Kammerchor der Musikhochschule gewann 2014 den Ersten Preis beim Internationalen Chorwettbewerb in Mosbach (Deutschland).

    Neben seiner Arbeit als Chorleiter komponiert Rouger und bearbeitet französisches sowie deutsches Liedgut für Chor. Seine Bearbeitungen auf den CDs Kennst Du das Land ... und ... wo die Zitronen blühn (Carus) fanden bei Presse und Rundfunk regen Anklang. In Zusammenarbeit mit dem Carus-Verlag hat er das Chorbuch Französische Chormusik, das 2019 den Deutschen Musikeditionspreis „Best Edition“ erhalten hat, herausgegeben.

    2016 gründete Denis Rouger den figure humaine kammerchor (www.figurehumaine.de), mit dem er regelmäßig Konzerte bei namhaften Festivals gibt.

    zur Person

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