Gabriel Fauré / Denis Rouger (arr.): Le papillon et la fleur - Noten | Carus-Verlag

Gabriel Fauré / Denis Rouger (arr.) Le papillon et la fleur

Arrangement von Denis Rouger op. 1,1

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Die Textvorlage von Victor Hugo beschreibt eine ungleiche Liebe zwischen einem umherflatternden, „himmlischen“ Schmetterling und einer „an die Erde gefesselten“ Blume. Beide ähneln sich in ihrer Schönheit, doch ihre Liebe kann keine Erfüllung finden, solange nicht entweder der Schmetterling Wurzeln oder die Blume Flügel bekommt. Die Klavierbegleitung in Faurés Vertonung spiegelt in ihrer tänzerischen 6/8-Bewegung einerseits das entrückte Schweben des Schmetterlings, andererseits die tiefe Erdverbundenheit der Blume.

Das vorliegende Kunstlied wurde ursprünglich nicht für Kammerchor, sondern für eine Solostimme und Klavier geschaffen. Denis Rouger hat es behutsam den Bedürfnissen und Ausdrucksmöglichkeiten eines größeren Ensembles angepasst, ohne dabei die Qualitäten des Originals zu verleugnen. Jede Stimme im Chor erhält ihre aus dem harmonischen und rhythmischen Gerüst extrahierte Melodielinie. Dabei verbindet sich die Vielfalt und Raffinesse des chorischen Ausdrucks mit der enormen Flexibilität in Gestaltung und Ausdruck, wie sie die französischen Mélodies oder das deutsche Kunstlied von einem Solisten und dem Klavierpart fordern.

Das Lied wurde eingesungen vom figure humaine kammerchor auf der CD Kennst du das Land... (Carus 83.495/00).

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  • La pauvre fleur disait
    au papillon céleste : Ne fuis pas !
    Vois comme nos destins sont différents.
    Je reste, tu t’en vas !

    Pourtant nous nous aimons,
    Nous vivons sans les hommes, et loin d’eux !
    Et nous nous ressemblons,
    Et l’on dit que nous sommes fleurs tous deux !

    Mais hélas ! l’air t’emporte
    Et la terre m’enchaîne, sort cruel !
    Je voudrais embaumer
    Ton vol de mon haleine dans le ciel !

    Mais non, tu vas trop loin !
    Parmi des fleurs sans nombre, vous fuyez,
    Et moi je reste seule
    À voir tourner mon ombre a mes pieds !

    Tu fuis, puis tu reviens,
    Puis tu t’en vas encore luire ailleurs !
    Aussi me trouves-tu toujours
    À chaque aurore toute en pleurs!

    ...

  • Die arme Blume sagte
    zum himmlischen ­Schmetterling: Fliehe nicht!
    Sieh, wie unsere Schicksale verschieden sind,
    ich bleibe, du gehst davon!

    Dabei lieben wir uns, wir leben
    ohne die Menschen und weit weg von ihnen!
    Und wir sind uns ähnlich,
    und man sagt, dass wir alle beide Blumen sind!

    Aber leider trägt dich die Luft hinweg,
    und die Erde legt mich in Ketten, grausames Los!
    Ich würde gerne deinen Flug mit meinem
    duftenden Atem erfüllen, dort im Himmel!

    Aber nein, du gehst zu weit!
    Unter die zahllosen Blumen, ihr flieht,
    und ich bleibe alleine zurück, um meinen Schatten zu meinen Füßen wandern zu sehen!

    Du fliehst, dann kommst du zurück, dann gehst du wieder davon, um anderswo zu leuchten!
    Auch findest du mich
    bei jeder Morgendämmerung in Tränen aufgelöst!

    Ach! Damit unsere Liebe
    aus den treuen Tagen heraus fließt, oh mein König!

    ...

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Zusatzinformationen zum Werk
  • Französischer Komponist, 1845-1924.

    Er war Schüler von Camille Saint-Saëns und studierte an der Pariser Schule für Kirchenmusik. Fauré arbeitete als Organist, Chorleiter und gab Klavierunterricht und Klavierabende in Pariser Salons. Am Klavier konnte er glänzend improvisieren, was sich auch in seinen Kompositionen niederschlägt. 1905-1920 war er Direktor des Pariser Conservatoire.

    Fauré schrieb vor allem Vokal-, Klavier- und Kammermusik. Am bekanntesten sind seine Klavierlieder für Solostimme und sein Requiem, das auch bei seiner eigenen Trauerfeier aufgeführt wurde.

    zur Person
  • Denis Rouger hat seine musikalischen Erfahrungen zunächst als Sohn einer Pariser Musikerfamilie und bei seinem Studium am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris gesammelt, wobei er erste Preise in Harmonie, Fuge und Kontrapunkt erhielt.

    20 Jahre lang war er Dozent und Chorleiter an der Universität Paris-Sorbonne und 10 Jahre Chorleiter an der Kathedrale Notre-Dame de Paris. Er ist Ehrenkapellmeister der Pariser Kirche La Madeleine. Auch in Deutschland hat er Kontakt zu zahlreichen Ensembles. So wurde er als Gastdirigent u.a. von Rundfunkchören, dem Balthasar-Neumann-Chor, dem Landesjugendchor Baden-Württemberg, sowie zu den Stuttgarter Philharmonikern eingeladen. Konzerte führten ihn nach Italien, Kanada, Russland, in die Niederlande, die Vereinigten Arabischen Emirate und in die Schweiz (Lucerne Festival).

    Er gibt Meisterkurse in Schweden, Bulgarien, Frankreich, Deutschland sowie in der Schweiz.

    Seit 2011 ist Denis Rouger Professor für Chordirigieren an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Der von ihm im Herbst 2011 gegründete Kammerchor der Musikhochschule gewann 2014 den Ersten Preis beim Internationalen Chorwettbewerb in Mosbach (Deutschland).

    Neben seiner Arbeit als Chorleiter komponiert Rouger und bearbeitet französisches sowie deutsches Liedgut für Chor. Seine Bearbeitungen auf den CDs Kennst Du das Land ... und ... wo die Zitronen blühn (Carus) fanden bei Presse und Rundfunk regen Anklang. In Zusammenarbeit mit dem Carus-Verlag hat er das Chorbuch Französische Chormusik, das 2019 den Deutschen Musikeditionspreis „Best Edition“ erhalten hat, herausgegeben.

    2016 gründete Denis Rouger den figure humaine kammerchor (www.figurehumaine.de), mit dem er regelmäßig Konzerte bei namhaften Festivals gibt.

    zur Person

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