Gabriel Fauré / Denis Rouger (arr.): Nell - Noten | Carus-Verlag

Gabriel Fauré / Denis Rouger (arr.) Nell

Arrangement von Denis Rouger

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Unter dem Künstlernamen Leconte de Lisle (Der Graf von der Insel) veröffentlichte der auf der französischen Insel La Réunion geborene Charles Marie René Leconte seine schriftstellerischen Erzeugnisse. Sein Gedicht Nell, ein poetischer Schwur ewiger Treue an die Geliebte, entstand im Jahr 1852 und wurde 1878 von Gabriel Fauré vertont. Über durchgängigen Sechzehntelketten im Klavier entfalten sich lange Vokalbögen, die emphathische Naturschilderungen und Liebesbeteuerungen inhaltlich und musikalisch verbinden.

Die vorliegenden Kunstlieder wurden ursprünglich nicht für Kammerchor, sondern für eine Solostimme und Klavier geschaffen. Denis Rouger hat sie behutsam den Bedürfnissen und Ausdrucksmöglichkeiten eines größeren Ensembles angepasst, ohne dabei die Qualitäten des Originals zu verleugnen. Jede Stimme im Chor erhält ihre aus dem harmonischen und rhythmischen Gerüst extrahierte Melodielinie. Dabei verbindet sich die Vielfalt und Raffinesse des chorischen Ausdrucks mit der enormen Flexibilität in Gestaltung und Ausdruck, wie sie die französischen Mélodies oder das deutsche Kunstlied von einem Solisten und dem Klavierpart fordern.

Die Lieder wurden eingesungen vom figure humaine kammerchor auf der CD Kennst du das Land... (Carus 83.495).

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  • Ta rose de pourpre, à ton clair soleil,
    Ô Juin, étincelle enivrée ;
    Penche aussi vers moi ta coupe dorée :
    Mon cœur à ta rose est pareil.

    Sous le mol abri de la feuille ombreuse
    Monte un soupir de volupté ;
    Plus d’un ramier chante au bois écarté,
    Ô mon cœur, sa plainte amoureuse.

    Que ta perle est douce au ciel enflammé,
    Etoile de la nuit pensive !
    Mais combien plus douce est la clarté vive
    Qui rayonne en mon cœur charmé !

    La chantante mer, le long du rivage,
    Taira son murmure éternel,
    Avant qu’en mon cœur, chère amour,
    Ô Nell, ne fleurisse plus ton image !

    Leconte de Lisle (1818–1894)


    ...

  • Deine purpurne Rose, oh Juni,
    glänzt betörend deiner hellen Sonne entgegen;
    neige auch zu mir deinen goldenen Kelch:
    mein Herz strahlt deiner Rose gleichso entgegen.

    Unter dem sachten Schutz des schattenspendenden Laubes
    steigt ein wonnevoller Seufzer empor;
    mehr als eine Ringeltaube singt im entlegenen Wald,
    oh mein Herz, ihre Liebesklage.

    Wie lieblich ist deine Perle am flammenden ­Himmel, Stern der gedankenvollen Nacht!
    Aber wieviel lieblicher ist die strahlende Helligkeit,
    die in meinem bezauberten Herzen leuchtet!

    Eher wird das singende Meer entlang seines Ufers
    sein ewiges Gemurmel verstummen lassen,
    als dass mein Herz, teuerste Geliebte,
    oh Nell, nicht mehr dein Bild erblühen lässt.

    Leconte de Lisle (1818–1894)
    Übersetzung: Christiane Rouger-Ortwein


    ...

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Zusatzinformationen zum Werk
  • Französischer Komponist, 1845-1924.

    Er war Schüler von Camille Saint-Saëns und studierte an der Pariser Schule für Kirchenmusik. Fauré arbeitete als Organist, Chorleiter und gab Klavierunterricht und Klavierabende in Pariser Salons. Am Klavier konnte er glänzend improvisieren, was sich auch in seinen Kompositionen niederschlägt. 1905-1920 war er Direktor des Pariser Conservatoire.

    Fauré schrieb vor allem Vokal-, Klavier- und Kammermusik. Am bekanntesten sind seine Klavierlieder für Solostimme und sein Requiem, das auch bei seiner eigenen Trauerfeier aufgeführt wurde.

    zur Person
  • Denis Rouger hat seine musikalischen Erfahrungen zunächst als Sohn einer Pariser Musikerfamilie und bei seinem Studium am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris gesammelt, wobei er erste Preise in Harmonie, Fuge und Kontrapunkt erhielt.

    20 Jahre lang war er Dozent und Chorleiter an der Universität Paris-Sorbonne und 10 Jahre Chorleiter an der Kathedrale Notre-Dame de Paris. Er ist Ehrenkapellmeister der Pariser Kirche La Madeleine. Auch in Deutschland hat er Kontakt zu zahlreichen Ensembles. So wurde er als Gastdirigent u.a. von Rundfunkchören, dem Balthasar-Neumann-Chor, dem Landesjugendchor Baden-Württemberg, sowie zu den Stuttgarter Philharmonikern eingeladen. Konzerte führten ihn nach Italien, Kanada, Russland, in die Niederlande, die Vereinigten Arabischen Emirate und in die Schweiz (Lucerne Festival).

    Er gibt Meisterkurse in Schweden, Bulgarien, Frankreich, Deutschland sowie in der Schweiz.

    Seit 2011 ist Denis Rouger Professor für Chordirigieren an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Der von ihm im Herbst 2011 gegründete Kammerchor der Musikhochschule gewann 2014 den Ersten Preis beim Internationalen Chorwettbewerb in Mosbach (Deutschland).

    Neben seiner Arbeit als Chorleiter komponiert Rouger und bearbeitet französisches sowie deutsches Liedgut für Chor. Seine Bearbeitungen auf den CDs Kennst Du das Land ... und ... wo die Zitronen blühn (Carus) fanden bei Presse und Rundfunk regen Anklang. In Zusammenarbeit mit dem Carus-Verlag hat er das Chorbuch Französische Chormusik, das 2019 den Deutschen Musikeditionspreis „Best Edition“ erhalten hat, herausgegeben.

    2016 gründete Denis Rouger den figure humaine kammerchor (www.figurehumaine.de), mit dem er regelmäßig Konzerte bei namhaften Festivals gibt.

    zur Person

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