Hier hat Händel eines seiner schönsten Oratorien geschrieben, das immer noch viel zu selten aufgeführt wird: L’Allegro, il Pensieroso ed il Moderato entstand ein Jahr vor dem Messiah Anfang 1740, als sich Aufstieg des Oratoriums und Niedergang der italienischen Oper überlagerten. Der italienische Titel und die dreiteilige Anlage des englischsprachigen Oratoriums deuten noch in Richtung Oper. Als allegorisches Streitgespräch, das in Teil eins und zwei die gegensätzlichen Stimmungen Allegro/Frohsinn und Pensieroso/Schwermut beschreibt, präsentiert es im dritten Teil die Synthese Moderato/Mäßigung als goldenes Mittelmaß. Charles Jennens, der spätere Dichter des Messiah, überarbeitete John Miltons Gedichte L’Allegro und Il Penseroso für das Libretto und schrieb dazu einen neuen dritten Teil (Il Moderato). Eine Handlung hat das Werk nicht, es geht um die Wirkung der Musik und um Menschliches, Allzumenschliches: Geselligkeit, gute Laune, gesellschaftliche Aktivitäten, Einsamkeit, Melancholie, Nachdenklichkeit. Diesem Kaleidoskop wechselnder Stimmungen begegnet Händel mit einer bildhaften Musiksprache, in der obligate Instrumente eine große Rolle spielen. Arie und Instrumentalkonzert verbinden sich miteinander, ob in rasender Jagd mit Solohorn, lauschiger Nacht mit zwitschernder Flöte oder im Duett „As steals the morn“ mit Sopran/Oboe und Tenor/Fagott.
Diese Ausgabe ist ein revidierter Reprint der Ausgabe Friedrich Chrysanders, der Klavierauszug stammt von Helmut Bornefeld.
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
Georg Friedrich Händel
| 1685-1759Georg Friedrich Händel stellte früh seine außergewöhnlich universellen kompositorischen Fähigkeiten unter Beweis. Nachdem er 1712 nach London übergesiedelt war, schuf er dort – 1723 zum Composer of Musick for His Majesty’s Chapel Royal ernannt – zahlreiche Meisterwerke für den Königshof sowie seine großen Opere Serie: Über Jahre feierte er mit den von Ausnahme-Interpreten gesungenen Opern oder mit Serenaden, später auch mit Oratorien wie „Saul“ oder „Israel in Egypt“, triumphale Erfolge. Im Laufe der Jahre wuchs Händels Ruhm weit über seinen Wirkungsort hinaus; einige seiner Chorwerke, vor allem der „Messiah“, verfügen über eine bis heute ungebrochene Aufführungstradition und werden von Chören auf der ganzen Welt gesungen. zur Person
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Textdichter*in
John Milton
| 1608-1674
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Textdichter*in
Charles Jennens