Heinrich Schütz komponierte die Musikalischen Exequien SWV 279–281 zur Trauerfeier seines Landesherrn Heinrich Posthumus Reuß 1635/1636. Von den drei Teilen, die an unterschiedlichen Stellen innerhalb des Trauergottesdienstes erklingen sollten, basiert der erste – der Form nach ein geistliches Konzert für Chor und Solisten – auf den zahlreichen Bibelstellen, die auf dem, nach Vorgabe des Verstorbenen zu seinen Lebzeiten gestalteten Sarg aufgebracht waren. Es folgt eine doppelchörige Motette über den Predigttext („Herr, wenn ich nur dich habe“) und zum Beschluss der Lobgesang des Simeon („Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren“), zu dem ein Fernchor – gleichsam aus dem Himmel – das „Selig sind die Toten“ anstimmt. Mit dieser Auftragskomposition hat Schütz eine der kunstvollsten und zugleich innigsten Trauerkompositionen der Musikgeschichte geschaffen.
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
Heinrich Schütz
| 1585-1672Heinrich Schütz gilt als der erste deutsche Musiker von europäischem Rang. Ab 1599 als Chorknabe am Hof des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel erhielt er eine umfassende Schulbildung. 1608 begann er ein Jurastudium in Marburg, das er jedoch schon 1609 abbrach, um mit Unterstützung des Landgrafen bei Giovanni Gabrieli, Organist an San Marco zu Venedig, Komposition zu studieren. 1613 kehrte Schütz nach Kassel zurück, wurde aber schon zwei Jahre später vom Kurfürsten Johann Georg I. von Sachsen als „Organist und Director der Musica” an den Dresdner Hof „abgeworben“, wo er von 1617 bis zu seinem Tod das Amt des Hofkapellmeisters innehatte. Seine großen Vokalzyklen markierten den Höhepunkt von Schütz’ Ansehen in Deutschland und Nordeuropa. Doch diese stellen nur einen Teil des Schütz’schen Opus dar; einzelne Werke sind in Sammeldrucken mit Werken anderer Komponisten vertreten, andere nur handschriftlich überliefert, vieles ist verloren gegangen. Die Stuttgarter Schütz-Ausgabe erschließt Schütz‘ vollständiges Oeuvre, alle Werke erscheinen auch in praktischen Urtext-Ausgaben. zur Person