Es ist die Geschichte einer Wiedergeburt. Die Musik Jan Dismas Zelenkas, lange völlig vergessen, erobert sich in den letzten Jahrzehnten dank neuer Noteneditionen und begeisterter Interpret*innen ihren Platz im Konzertleben zurück. In Böhmen geboren, in Prag zum Musiker ausgebildet und in Dresden zum Meister gereift entwickelt Zelenka aus den Strömungen der Zeit seinen besonderen Personalstil, der ihm schon zu Lebzeiten Bewunderung einbrachte

Frieder Bernius ist einer, der Zelenka schon lange für sich entdeckt hat und immer wieder aufführt. Im Zentrum seiner Aufnahme steht die festliche, mit Trompeten und Pauken besetzte Missa gratias agimus tibi von 1730. Die 17 kurzen Sätze dieser Missa sind Beispiele für Zelenkas Einfallsreichtum und Satzkunst.

Unter der Leitung von Frieder Bernius musizieren der Kammerchor Stuttgart, das Barockorchester Stuttgart und die Solist*innen Hannah Morrison, Franziska Bobe, David Allsopp, Thomas Hobbs und Jonathan Sells.

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  • Kyrie
  • Gloria: Gloria in excelsis Deo
  • Gloria: Laudamus te
  • Gloria: Qui tollis peccata mundi
  • Gloria: Quoniam tu solus Sanctus
  • Gloria: Cum Sancto Spiritu
  • Gloria: Amen
  • Credo: Credo in unum Deum
  • Credo: Et incarnatus est
  • Credo: Crucifixus
  • Credo: Et resurrexit
  • Sanctus: Sanctus
  • Sanctus: Benedictus
  • Sanctus: Osanna
  • Agnus Dei: Agnus Dei I
  • Agnus Dei: Agnus Dei II
  • Agnus Dei: Agnus Dei III et Dona nobis pacem
  • Magnificat anima mea Dominum
  • Suscepit Israel
  • Amen
  • Laudate pueri Dominum in F
  • Beatus vir
  • Gloria Patri
  • Amen
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Compact Disc Carus 83.515/00, EAN 4009350835153
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  • Der Böhme Jan Dismas Zelenka schuf als Kontrabassist und Kirchenkomponist am kursächsischen Hof Augusts des Starken und seines Sohnes Friedrich August II. in den Jahren nach 1721 gemeinsam mit dem Kapellmeister Johann David Heinichen ein umfangreiches Repertoire an katholischer Kirchenmusik. Zusammen mit den seit 1731 in dichter Folge entstandenen Dresdner Opern von Johann Adolf Hasse begründete dies den Ruf der sächsischen Residenz als eines der wichtigsten Musikzentren des Spätbarock. zur Person
  • Das Barockorchester Stuttgart, 1985 von Bernius gegründet, ist ein auf die Musik des achtzehnten Jahrhunderts spezialisiertes Ensemble. Die Musiker gehören zu den führenden Vertretern der historischen Aufführungspraxis und musizieren ausschließlich auf Originalinstrumenten. Das Ensemble widmet sich in besonderem Maße der Wiederauführung von Opern des 18. Jahrhunderts. Es war zu Gast bei zahlreichen internationalen Festivals, u.a. in Rom, Salzburg, Dresden und Göttingen. zur Person
  • Die Arbeit von Frieder Bernius findet weltweit große Anerkennung. Als Dirigent wie als Lehrer ist er international gefragt. Seine künstlerischen Partner sind vor allem der Kammerchor Stuttgart, das Barockorchester Stuttgart, die Hofkapelle Stuttgart und die Klassische Philharmonie Stuttgart. Den Grundstein für seine außergewöhnliche Karriere legte 1968 die Gründung des Kammerchors Stuttgart, den er bald zu einem der führenden Ensembles seiner Art machte. Ob Vokalwerke von Monteverdi, Bach, Händel, Mozart, Beethoven, Fauré und Ligeti, Schauspielmusiken von Mendelssohn oder Sinfonien von Haydn, Burgmüller und Schubert – stets zielt die Arbeit von Frieder Bernius auf einen am Originalklangideal orientierten, zugleich unverwechselbar persönlichen Ton. Wiederentdeckungen von Opern des 18. Jahrhunderts widmet er sich ebenso wie Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen. Ein besonderes Interesse gilt der südwestdeutschen Musikgeschichte. Frieder Bernius’ Arbeit ist im Label Carus vielfach auf Schallplatte und CD dokumentiert. Viele Einspielungen wurden mit internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet. Im Rahmen des Deutschen Chorfests in Stuttgart wurde Frieder Bernius vom Carus-Verlag für seine Gesamteinspielung der geistlichen Vokalmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy mit einer Goldenen CD ausgezeichnet. zur Person
  • Franziska Bobe studierte Gesang in Würzburg. Als Konzertsängerin hat sie sich ein breit gefächertes Repertoire erarbeitet, das von der historisch informierten Aufführungspraxis barocker Musik (Matthäuspassion in der Thomaskirche Leipzig, Weihnachtsoratorium in der Alten Oper in Frankfurt und Paulus beim Europäischen Festival für Kirchenmusik in Schwäbisch Gmünd), bis hin zur Musik der Gegenwart (z. B. Uraufführung von Liedern von Uwe Strübing) reicht. Ihre Zusammenarbeit mit namhaften Dirigenten ist auf CDs und zahlreichen Rundfunkaufnahmen dokumentiert. Mit Frieder Bernius und dem Kammerchor Stuttgart verbindet Franziska Bobe eine langjährige Zusammenarbeit. zur Person
  • Die isländisch-schottische Sopranistin Hannah Morrison studierte Gesang und Klavier in Maastricht, schloss ihre Ausbildung in Köln ab und absolvierte den „Masters in Music Performance“ an der Londoner Guildhall School of Music and Drama. Ihre Konzerttätigkeit führte sie u. a. in die Pariser Philharmonie, die Royal Albert Hall, die Wigmore Hall, in den Musikverein Wien, ins NHK Tokio und zu Festivals wie dem Tanglewood Festival, dem Utrecht Oude Muziek Festival und dem Bachfest Leipzig. Sie arbeitet – neben einer Reihe international renommierter Dirigenten – regelmäßig mit Frieder Bernius zusammen. Hannahs Repertoire spannt einen Bogen von Renaissance und Barock bis zu Klassik und Romantik. zur Person
  • Philipp Cieslewicz. Geboren und aufgewachsen in München. Langjähriges Mitglied und Solist des Tölzer Knabenchors, zahlreiche Auftritte weltweit u. a. mit Claudio Abbado, Georg Solti, Leonard Bernstein. Jazzklavierstudium in München und Weimar bei Leonid Chichik. Arbeitet als freischaffender Pianist und Sänger, unterrichtet Klavier und Musiktheorie an der HMTM Hannover. Begann 2008 als Countertenor zu singen (Unterricht bei Gundula Anders und Regina Jakobi). Regelmäßiges Mitglied in renommierten Ensembles wie dem Kammerchor Stuttgart, der Gächinger Kantorei, Vocalconsort Berlin und dem Vokalensemble Rastatt. CD-Aufnahmen mit dem Kammerchor Stuttgart, der Gächinger Kantorei und Vox Nostra (Berliner Ensemble für mittelalterliche Musik). Philipp Cieslewicz lebt in Berlin. zur Person
  • David Allsopp durchlief die typisch englische Sängerausbildung: Er begann als Chorknabe in Rochester und war „Choral Scholar“ des King’s College Cambridge. Nach Abschluss seines Studiums wechselte er an die Westminster Kathedrale in London, ehe er den Sprung in die Selbstständigkeit wagte. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit Gruppen wie Tenebrae, Polyphony, dem Gabrieli Consort oder Gallicantus. Durch seinen Werdegang ist ihm die Musik des Mittelalters, der Renaissance und des Barock (v. a. Bach, Händel) ebenso vertraut wie die Musik moderner Komponisten. zur Person
  • In seiner noch jungen Karriere hat sich der englische Tenor Thomas Hobbs schon einen beachtlichen Namen gemacht. Noch während seines Studiums erhielt der junge Sänger zahlreiche Preise und Stipendien. Neben dem Aufbau einer solistischen Karriere sang Hobbs in führenden englischen Vokalensembles wie The Cardinall’s Musick, The Tallis Scholars, I Fagiolini oder The Sixteen. Im Opernfach sang er an der Royal Academy Opera Acis u. a. in Händels Acis und Galathea, Ferrando in Cosi fan tutte und zuletzt die Titelrolle in Brittens Albert Herring. In der Saison 2010/11 debütierte er in Monteverdis Il ritorno d'Ulisse an der English National Opera. Thomas Hobbs gibt regelmäßig Liederabende, dabei gehört Vaughan-Williams On Wenlock Edge genauso zu seinem Repertoire wie Die schöne Müllerin von Schubert oder Schumanns Liederkreis. Auch im Konzertbereich ist er ein viel gefragter Solist. 2009 war er Teilnehmer der Akademie beim Festival Aix-en-Provence und sang mit der Camerata Salzburg unter Louis Langrée. zur Person
  • Jonathan Sells ist Konzert- und Opernsänger, künstlerischer Leiter und Dirigent. Der britischschweizerische Bassbariton ist in einigen der bekanntesten Konzertsäle der Welt aufgetreten, darunter im Sydney Opera House, in der Royal Albert Hall, im Lincoln Center und in der Carnegie Hall, unter anderem mit William Christie, John Eliot Gardiner, Ton Koopman, Roger Norrington und Frieder Bernius. Auf der Opernbühne trat er unter anderem am Teatro Real in Madrid, am Glyndebourne Festival Opera und an der Oper Zürich auf. Nach dem Studium der Musik und Musikwissenschaft an der University of Cambridge und des Gesangs- und Opernstudiums an der Guildhall School in London besuchte Jonathan Sells das Internationale Opernstudio in Zürich. 2008 gründete Sells das britische Kollektiv Solomon’s Knot, eine Gruppe, die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts mit experimentierfreudiger Programmgestaltung zur Aufführung bringt. Das Ensemble verzichtet auf einen Dirigenten und singt auswendig, um die besondere Kraft der Musik so direkt wie möglich kommunizieren zu können. zur Person

Rezensionen

Der Kammerchor und das Barockorchester Stuttgart widmen sich seit Jahren dem weitgehend unbekannten Werk von Jan Dismas Zelenka.  … Mit dem Kammerchor Stuttgart klingt diese Musik, wie sie klingen soll: prächtig und farbenfroh.
ORF, Sendereihe Vorgestellt, 24.03.2025


… Frieder Bernius dringt nun technisch wie musikalisch in ganz andere Dimensionen vor. Bei ihm hat alles den richtigen Schwung, seine geschmeidigen Phrasierungen bringen die Sache auf den Punkt...
Musik & Kirche, 03/2025


Herausragende professionelle Qualität... eine lockere, lebendige Singkultur, Deutlichkeit im Text und eine fein durchgebildete Phrasierung.
CHOR aktuell, 03/2025


...kann das Barockorchester Stuttgart wieder einmal zeigen, wie präzise Bernius es zur Umsetzung von auch kleinen Affektnuancen angeleitet hat.
Reinmar Emans, Fono Forum, 02/2025


… überaus abwechslungsreiche Abfolge von festlichen Arien, Chören und Chorfugen… brillant einstudiert und eingesungen. Geschmeidig gelingen die Fugen, der helle Grundton der Partitur wird wunderbar eingefangen.
Johannes Mundry, Chorzeit, 01/2025


... Die Aufführungen sind geradezu ideal. … Die Tutti sind brillant gesungen, und das Orchester liefert farbige und dynamisch differenzierte Interpretationen. ... Alle Liebhaber von Zelenkas Musik ... sollten diese CD in ihre Sammlung aufnehmen.
Johan van Veen, MusicWeb International, 01/2025


... Harmonisch, hier und da herrlich vertrackt, vermittelt sich die Lust des Komponisten an originellen Wendungen besonders gut, wenn sie so glänzend dargeboten wird. 
Raliza Nikolov, NDR Kultur, 12/2024


Perfekt zur Weihnachtszeit passt auch … der polyphone Stil des Barockkomponisten Jan Dismas Zelenka. … vokale Stimmigkeit unter der wie immer temperamentvollen Leitung von Frieder Bernius…
Michael Lehnert, Opernglas, 12/2024


... Die 17 kurzen Sätze dieser Missa zeigen Zelenkas Einfallsreichtum und Satzkunst, aber auch seine Fähigkeit, strahlende Akzente mit besinnlichen Momenten zu vereinen. 
Karin Zehetleitner, Austria Presse Agentur, 12/2024


… Diese Musik lohnt sich, … ihr vollkommen eigenständiger, ausdrucksintensiver Stil ... Großartige Musik, großartige Interpretation. Die CD ist eine ultimative Weihnachtsbaum-Empfehlung.
Susanne Benda, Kesseltöne, 11/2024

…kann das Barockorchester Stuttgart wieder einmal zeigen, wie präzise Bernius dieses zur Umsetzung von auch kleinen Affektnuancen angeleitet hat.

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