Mit nicht einmal 20 Lebensjahren entzog sich der jüngste Sohn des Leipziger Thomaskantors Johann Sebastian Bach der lutherisch geprägten Musiktradition seiner Familie: Johann Christian Bach (1735-1782) ging nach Italien, konvertierte dort zum Katholizismus und komponierte erfolgreiche Opern für Turin, Mailand und Neapel. Übersehen wird häufig die exquisite Kirchenmusikproduktion des katholischen Bach, die fast sämtlich in die Jahre 1757-1760 fällt und seine italienische Zeit wesentlich mitbestimmte. Dazu zählen großangelegte Vesperkompositionen mit beeindruckenden, sinfonisch wirkenden Instrumentaleinleitungen, die mitunter Mozart'schen Idiomen vorgreifen. Für die Eröffnung der Vesper gedacht ist das sofort fesselnde Domine ad adjuvandum me (E 14), das von euphorischem Fleiß getragen scheint und eine energiegeladene Unbeschwertheit, ja geradezu südliches Temperament ausstrahlt. Das Werk erscheint in bewährtem Stuttgarter Urtext nach dem wiederaufgefundenen Hamburger Autograph.
Die Ausgabe steht am Beginn einer Editionsfolge von Mailänder Vesperpsalmen Johann Christian Bachs (zur bereits vorliegenden CD-Einspielung Carus 83.347).
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
Johann Christian Bach
| 1735-1782Johann Christian Bach (1735–1782), der jüngste Sohn des Thomaskantors, prägte seinen persönlichen Stil besonders während eines mehrjährigen Aufenthalts in Italien (1755–1762) aus – einer Zeit, in der seine Verbindungen zur musikalischen Welt seines Vaters und seiner älteren Brüder weitgehend abrissen. Seine eingängigen und melodiösen Kompositionen, die den jungen Mozart nachhaltig beeinflussen sollten, sind von der noblen Eleganz und Kantabilität der italienischen Opernarie geprägt. Neben zahlreichen Bühnenwerken, die zum größeren Teil in seiner Londoner Zeit (1762–1782) entstanden, schrieb J.C. Bach auch geistliche Vokalwerke und Instrumentalmusik für fast alle zu seiner Zeit geläufigen Besetzungen zur Person
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Herausgeber*in
Guido Erdmann
Rezensionen
Aus dem fünfminütigen Werk spricht ein ehrgeiziger junger Mann, der sein Handwerkszeug fesselnd einzusetzen weiß. Der Satz ist wie immer bei Carus vorbildlich.
Rainer Goede, FORUM KIRCHENMUSIK, September/Oktober 2015