Missa Sancti Raphaelis
MH 87
Drei seiner Messen komponierte Michael Haydn zu Ehren der heiligen Erzengel: die Michaelis-, die Gabrielis- und die hier vorliegende Raphaelismesse. Mit ihrem Verzicht auf Vokalsolisten gehört sie zum Typus der "Missa in pieno". Vier Trompeten sowie zwei vom Komponisten später ergänzte Ad-libitum-Oboenstimmen verleihen dem Werk eine festliche Klanglichkeit in barocker Tradition. Zugleich fließen Elemente des empfindsamen Stils ein. Gloria und Credo sind in zwei Fassungen überliefert, einer polytextierten Kurzfassung und einer von Haydn selbst ausgearbeiteten längeren Version. Die auf dem authentischen Aufführungsmaterial des Stiftes St. Peter in Salzburg basierende Carus-Ausgabe enthält beide Fassungen, wobei die Langversion hier erstmals veröffentlicht wird.
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Zusatzinformationen zum Werk
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Komponist*in
Johann Michael Haydn
| 1737-1806Johann Michael Haydn wirkte ab 1763 am renommierten geistlichen Fürstenhof in Salzburg. Stilistisch schlug er in seinem 43-jährigen dortigen Wirken die Brücke von der Frühklassik zum musikalischen Biedermeier. Entsprechend seinen dienstlichen Verpflichtungen hat Haydn praktisch zu allen in der katholischen Liturgie gepflegten Gattungen beigetragen: Das Wissen um die liturgische Funktion und die musikalische Ausdeutung der religiösen Texte zeichnet Haydns Kirchenmusik aus. Johann Michael Haydn wurde von den Zeitgenossen zunächst als gleichberechtigt neben Joseph Haydn gesehen. Erst der steile Aufstieg des älteren Bruders zum bedeutendsten Instrumentalkomponisten der Zeit rückte Johann Michael Haydn in den Schatten, aus dem ihn die musikalische Entdeckerfreude der letzten Jahre zunehmend herausholt. zur Person
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Herausgeber*in
Armin Kircher
| 1966-2015Armin Kircher leitete bis zu seinem Tod das Kirchenmusikreferat der Erzdiözese Salzburg und war seit 1992 organisatorischer Leiter der Österreichischen Werkwoche für Kirchenmusik. Außerdem war Armin Kircher Stiftskapellmeister an der Stiftskirche St. Peter in Salzburg und Organist an der Kajetanerkirche in Salzburg. Die besondere editorische Zuwendung Kirchers galt der liturgischen Musik sowie der Musik der Wiener Klassik, allen voran der noch unerschlossenen Musik Johann Michael Haydns, dessen zahlreiche Messkompositionen er für die heutige Zeit in wissenschaftlichen Ausgaben erschloss. Die von ihm herausgegebenen Sammlungen für die katholische Liturgie sind heute Standardwerke, insbesondere die Chorbücher Mozart – Haydn, das Chorbuch Kirchenjahr und die Veröffentlichungen für Orgel und Chöre zum neuen katholischen Gesangbuch „Gotteslob“. Auch als Arrangeur klangschöner Chor- und Orgel-Sätze hat sich Armin Kircher einen Namen gemacht. zur Person
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Vorwortverfasser*in
Ulrike Aringer-Grau