Lieder und Romanzen
für gemischten Chor a cappella op. 93a, 1883
Für seine sechs Lieder und Romanzen op. 93a von 1883 stellte Brahms verschiedene Texte zusammen: ein bekanntes rheinisches Volkslied, zwei Volkslieder aus Serbien und Gedichte von Achim von Arnim, Friedrich Rückert sowie Goethe. Das Volkslied vom „bucklichten Fiedler“ hatte Brahms bereits 1864 arrangiert, doch diesmal verwendete er nicht die Volksliedmelodie, sondern schuf eine eigene Weise. Die dritte Strophe, der Tanz der Hexen in der Walpurgisnacht, klingt mit den Bassquinten fast wie ein kleines Instrumentalstück. Im folgenden Lied „Das Mädchen“ im 7/4-Takt tritt ein Sopransolo zum Chor hinzu. Die serbischen Volkslieder „Der Falke“ und „Das Mädchen“, das herb-melancholische „O süßer Mai“ (Achim von Arnim) und „Fahr wohl“ (Rückert) haben die Vergänglichkeit des Lebens im Blick. Beschlossen wird die Sammlung mit „Beherzigung“ auf einen Text aus einem Singspiel Goethes, für den Brahms mit einem Gruppenkanon eine strenge kontrapunktische Form wählte. Experimente in Form, Rhythmik und motivischer Verarbeitung bilden die Klammer um eine Sammlung ganz unterschiedlicher Kompositionen. „Fahr wohl“ wurde 1897 nach Brahms’ Tod vor dem Musikverein gesungen, als der Trauerzug auf dem Weg zum Zentralfriedhof das Gebäude passierte.
Alle Lieder sind auch als Einzelausgaben erhältlich (gedruckt und digital).
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
Johannes Brahms
| 1833-1897Wesentlich für das Schaffen von Johannes Brahms war dessen Auseinandersetzung mit der musikalischen Tradition: Kirchentonarten, Kanontechnik, barocke Diktion, Bachs Kontrapunkt und Beethovens thematisch-motivische Arbeit verschmolz er mit den harmonischen und expressiven Errungenschaften der Romantik zu seinem eigenen, unverwechselbaren Stil. Seine Chorlieder und Vokalquartette (z. B. die „Liebeslieder-Walzer“ und „Neue Liebeslieder-Walzer“), oftmals auf Volksliedtexte, in denen sich ein musikalischen Mikrokosmos entfaltet, sind hierfür exemplarisch. Sein „Deutsches Requiem“, das bei Carus in mehreren Besetzungen erhältlich ist, bildet eines der faszinierendsten Bekenntnisstücke der Musikgeschichte. zur Person
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Herausgeber*in
Uwe Wolf
| 1961Dr. Uwe Wolf ist als Musikwissenschaftler vor allem im 17. und 18. Jahrhundert zuhause. Seine Arbeitsschwerpunkte reichen von der Zeit Monteverdis und Schütz über Bach und die Generation der Bach-Söhne und -Schüler bis hin zur Wiener Klassik. Seit Oktober 2011 leitet er das Lektorat des Carus-Verlags. Zuvor war er über 20 Jahre in der Bach-Forschung tätig. zur Person
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Textdichter*in
Siegfried Kapper
| 1820-1879Siegfried Kapper wurde 1820 in Smichov in Tschechien geboren. Als studierter Arzt reiste er weit durch Europa und schrieb seine Erlebnisse, u. a. während der Revolution 1848-49 in epischen Werken und Reiseberichten nieder. Außerdem stammen auch Opernlibretti und einige Dichtungen seiner Feder. zur Person
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Textdichter*in
Friedrich Rückert
| 1788-1866Friedrich Rückert, geb. 1788 in Schweinfurt, gest. 1866 bei Coburg. Lyriker und Übersetzer. Professor für orientalische Philologie in Erlangen. zur Person
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Textdichter*in
Ludwig Achim von Arnim
Ludwig Achim von Arnim gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Heidelberger Romantik. Seine Volksliedersammlung Des Knaben Wunderhorn, die er gemeinsam mit Clemens Brentano veröffentlichte, wirkte stark auf die nachfolgende Generation wie beispielsweise Heine und Mörike. 1887 bis 1891 entstanden zunächst Klavierlieder und später Orchesterlieder von Gustav Mahler und steigerten deren Popularität immens. Aber auch abseits dieses Werks schrieb von Arnim für verschiedensten Gattungen.
zur Person
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Textdichter*in
Johann Wolfgang Goethe
| -1832Johann Wolfgang von Goethe ist heute eine schillernde Figur der Weltliteratur. Geboren wurde er in Frankfurt am Main und studierte zunächst Jura, folgte dann aber doch seiner Neigung zur Lyrik. Mit dem Drama Götz von Berlechingen und dem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers schaffte er wichtige Beiträge zur literarischen Strömung des Sturm und Drang.
Ab 1775 war Goethe am Hof von Herzog Carl August in Weimar angestellt. Neben seiner Tätigkeit am Hof als Minister und Leiter des Weimarer Hoftheaters entstanden hier seine Hauptwerke, das Drama Faust, weitere Romane und viele Dichtungen, die bis heute Quelle für Bearbeitungen mit Musik sind. Mit seinen Gedichten schuf er eine Quelle der Inspiration für Komponisten, vor allem des 19. Jahrhunderts, wie beispielsweise Franz Schubert. Dieser vertonte allein 52 Werke Goethes, zu den bekanntesten zählen wohl die Lieder Gretchen am Spinnrade und Erlkönig. Goethe machte auch mit einigen Komponisten der Zeit Bekanntschaft. Vom jungen Felix Mendelssohn-Bartholdy zeigte sich Goethe begeistert. Auch dieser vertonte schließlich Goethes Zeilen in der Ballade Die erste Walpurgisnacht. zur Person
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Übersetzer*in
J. P. Morgan