Die Kompositionsaufgabe beim renommierten Prix de Rome im Jahr 1902 war, wie so häufig, die Vertonung von Naturlyrik: „La Nuit“ von Auguste Lacaussade. Das Bild der wohltuenden Nacht, die alle „irdischen Schmerzen“ weich mit Träumen zudeckt, inspirierte  den Bewerber Maurice Ravel zu einem Hauptmotiv mit einem fließenden, fast tänzerischen Rhythmus. Zugleich wählte er sehr sanfte, stellenweise ätherisch anmutende orchestrale Klänge: Streicher mit Dämpfern, dazu Harfenarpeggien und wohldosierte Bläserfarben. Kontrastierend expressiv werden, auch im Vokalsatz für Solosopran mit gemischtem Chor, die Schmerzen der Welt ausgedrückt.

Obwohl das Werk unter den strengen Wettbewerbsbedingungen des Prix de Rome entstand, zeigt es dennoch eindrucksvoll Ravels charakteristische Klangsprache.

Die erste Urtext-Edition der Komposition basiert auf Ravels Autograph. Für die Einstudierung des Singtextes stehen kostenlose Aussprachehilfen zur Verfügung.

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    • La Nuit
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Dirigierpartitur, Vorwort auf Dt., Engl., Franz. Carus 10.405/00, ISMN 979-0-007-32973-0 36 Seiten, kartoniert voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Klavierauszug Carus 10.405/03, ISMN 979-0-007-32974-7 voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Stimmenset, Komplettes Orchestermaterial, leihweise Carus 10.405/19, ISMN 979-0-007-32973-0 voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Dirigierpartitur digital, PDF-Datei Carus 10.405/00-010-000, ISMN 979-0-007-32975-4 voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Klavierauszug digital, PDF-Datei Carus 10.405/03-010-000, ISMN 979-0-007-45851-5 voraussichtlich lieferbar ab 11/2026
Zusatzinformationen zum Werk
  • Maurice Ravel war ein bedeutender französischer Komponist und einer der Hauptvertreter des Impressionismus in der Musik.

    Er wurde am 7. März 1875 in Ciboure bei Saint-Jean-de-Luz geboren und zeigte früh musikalisches Talent. Mit sieben Jahren begann er Klavierunterricht zu nehmen. Seine ersten Werke entstanden im Kompositionsunterricht bei Charles-René. 1889 wurde er am Pariser Conservatoire aufgenommen, wo er zunächst eine Karriere als Pianist anstrebte, sich aber später auf Komposition konzentrierte. Die umfassenden Kenntnisse aus seiner pianistischen Ausbildung zeigen sich später in Ravels Klaviersatz und seinem Verständnis für Orchestrierung, z.B. bei der Bearbeitung von Mussorgskys Bilder einer Ausstellung.

    Ravels Kompositionsstil zeichnet sich durch raffinierte Klangfarben, innovative Harmonien und meisterhafte Instrumentation aus. Trotz seiner Bedeutung für die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts blieb er zu Lebzeiten oft umstritten. Die meisten seiner Werke stießen mit ihrer ungewohnten Rhythmik und Harmonik beim breiten Publikum zunächst auf Unverständnis, wurden von einigen Fachkritikern dagegen für ihre Innovationskraft gelobt. Zu Popularität kamen zu seinen Lebzeiten dennoch Werke wie La Valse, der Bolero und seine beiden Klavierkonzerte. Neben seinen Instrumental- und Bühnenwerken schuf Ravel auch Vokalmusik, darunter das Chorwerk L’Aurore. In den letzten Jahren seines Lebens verhinderte sein gesundheitlicher Zustand zunehmend öffentliche Auftritte und das Komponieren neuer Werke. Er verstarb am 28. Dezember 1937 in Paris.

    zur Person
  • Marc Rigaudière ist Professor für Musikwissenschaft an der Universität Reims Champagne-Ardenne (URCA) und des dortigen Studien- und Forschungszentrums für Kulturgeschichte (CERHiC). Bereits 1993 war er erster Preisträger im Fach Musikalische Analyse am Pariser Konservatorium (CNSMDP). Es folgten an der Pariser Universität Sorbonne 2002 die Promotion und 2019 die Habilitation. Marc Rigaudière hatte Lehraufträge an verschiedenen Universitäten inne, u.a. am Konservatorium in Metz sowie an der Sorbonne in Paris. Seine Forschungsschwerpunkte sind Musiktheorie und musikalische Analyse. U.a. beschäftigt er sich mit dem deutsch-französischen Kulturtransfer im Bereich der Musiktheorie. Seit 2002 widmet er sich in Zusammenarbeit mit dem Carus-Verlag der wissenschaftlichen Edition musikalischer Werke. Seine vollständige Publikationsliste ist hier zu finden: https://cv.hal.science/marc-rigaudiere zur Person

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