L’Aurore
op. 45, 1905
Mit seiner Komposition L’Aurore (Morgendämmerung) startete Maurice Ravel im Jahr 1905 seinen fünften und letzten Versuch, den begehrten „Prix de Rome“ der Académie des Beaux-Arts in Paris zu gewinnen. Sein erneutes Ausscheiden in der Vorrunde schlug hohe Wellen. Die sogenannte „Ravel-Affäre“ löste einen historischen Skandal und Diskussionen über mangelnde Kompetenz und Unparteilichkeit der Jury aus.
Den engen Vorgaben des Wettbewerbs zum Trotz hat Ravel auf den vorgegebenen Text aus der Feder von Édouard Guinand ein äußerst individuelles und harmonisch sehr farbiges Werk geschaffen, das in besonderer Weise die Klangfarben des Orchesters ausschöpft. Die Ansprüche für den Chor sind überschaubar. Für die Einstudierung bietet Carus zusätzlich kostenlose Aussprachehilfen an.
Diese erste Urtextedition des Werkes basiert auf dem Autograph des Komponisten. Ein Klavierauszug und Aufführungsmaterial sind ebenfalls erhältlich.
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Komponist*in
Maurice Ravel
| 1875-1937Maurice Ravel war ein bedeutender französischer Komponist und einer der Hauptvertreter des Impressionismus in der Musik.
Er wurde am 7. März 1875 in Ciboure bei Saint-Jean-de-Luz geboren und zeigte früh musikalisches Talent. Mit sieben Jahren begann er Klavierunterricht zu nehmen. Seine ersten Werke entstanden im Kompositionsunterricht bei Charles-René. 1889 wurde er am Pariser Conservatoire aufgenommen, wo er zunächst eine Karriere als Pianist anstrebte, sich aber später auf Komposition konzentrierte. Die umfassenden Kenntnisse aus seiner pianistischen Ausbildung zeigen sich später in Ravels Klaviersatz und seinem Verständnis für Orchestrierung, z.B. bei der Bearbeitung von Mussorgskys Bilder einer Ausstellung.
Ravels Kompositionsstil zeichnet sich durch raffinierte Klangfarben, innovative Harmonien und meisterhafte Instrumentation aus. Trotz seiner Bedeutung für die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts blieb er zu Lebzeiten oft umstritten. Die meisten seiner Werke stießen mit ihrer ungewohnten Rhythmik und Harmonik beim breiten Publikum zunächst auf Unverständnis, wurden von einigen Fachkritikern dagegen für ihre Innovationskraft gelobt. Zu Popularität kamen zu seinen Lebzeiten dennoch Werke wie La Valse, der Bolero und seine beiden Klavierkonzerte. Neben seinen Instrumental- und Bühnenwerken schuf Ravel auch Vokalmusik, darunter das Chorwerk L’Aurore. In den letzten Jahren seines Lebens verhinderte sein gesundheitlicher Zustand zunehmend öffentliche Auftritte und das Komponieren neuer Werke. Er verstarb am 28. Dezember 1937 in Paris.
zur Person
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Herausgeber*in
Marc Rigaudière
Marc Rigaudière ist Professor für Musikwissenschaft an der Universität Reims Champagne-Ardenne (URCA) und des dortigen Studien- und Forschungszentrums für Kulturgeschichte (CERHiC). Bereits 1993 war er erster Preisträger im Fach Musikalische Analyse am Pariser Konservatorium (CNSMDP). Es folgten an der Pariser Universität Sorbonne 2002 die Promotion und 2019 die Habilitation. Marc Rigaudière hatte Lehraufträge an verschiedenen Universitäten inne, u.a. am Konservatorium in Metz sowie an der Sorbonne in Paris. Seine Forschungsschwerpunkte sind Musiktheorie und musikalische Analyse. U.a. beschäftigt er sich mit dem deutsch-französischen Kulturtransfer im Bereich der Musiktheorie. Seit 2002 widmet er sich in Zusammenarbeit mit dem Carus-Verlag der wissenschaftlichen Edition musikalischer Werke. Seine vollständige Publikationsliste ist hier zu finden: https://cv.hal.science/marc-rigaudiere zur Person
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Textdichter*in
Édouard Guinand
| 1838-1909