Matinée de Provence
1903
Das sanfte Licht des frühen Morgens, der Gesang der Zikaden und der betörende Duft von Thymian: Matinée de Provence beschreibt einen Morgen in der Provence, von den ersten Sonnenstrahlen bis zur drückenden Mittagshitze. Ravel fängt die Szenerie der Textvorlage mit eingängigen Melodien, farbenreicher Harmonik und raffinierter Instrumentierung ein. So entsteht ein musikalisches Stimmungsbild voller Sinnlichkeit und Atmosphäre – ein wahres Chorjuwel und eine spannende Ergänzung im Konzertrepertoire gemischter Chöre.
Im Jahr 1903 bewarb sich Maurice Ravel mit Matinée de Provence um den renommierten Prix de Rome – bereits zum vierten Mal. Der begehrte Preis der Pariser Académie des Beaux-Arts war mit einem mehrjährigen Studienaufenthalt in Rom verbunden. Doch auch dieses Mal blieb ihm der Sieg verwehrt. Immerhin schaffte es seine Komposition bis in die Hauptrunde. Obwohl das Werk unter strengen Wettbewerbsbedingungen entstand, zeigt es dennoch eindrucksvoll Ravels charakteristische Klangsprache.
Diese erste Urtext-Edition basiert auf Ravels Autograph. Für die Einstudierung stehen kostenlose Aussprachehilfen zur Verfügung.
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Komponist*in
Maurice Ravel
| 1875-1937Maurice Ravel war ein bedeutender französischer Komponist und einer der Hauptvertreter des Impressionismus in der Musik.
Er wurde am 7. März 1875 in Ciboure bei Saint-Jean-de-Luz geboren und zeigte früh musikalisches Talent. Mit sieben Jahren begann er Klavierunterricht zu nehmen. Seine ersten Werke entstanden im Kompositionsunterricht bei Charles-René. 1889 wurde er am Pariser Conservatoire aufgenommen, wo er zunächst eine Karriere als Pianist anstrebte, sich aber später auf Komposition konzentrierte. Die umfassenden Kenntnisse aus seiner pianistischen Ausbildung zeigen sich später in Ravels Klaviersatz und seinem Verständnis für Orchestrierung, z.B. bei der Bearbeitung von Mussorgskys Bilder einer Ausstellung.
Ravels Kompositionsstil zeichnet sich durch raffinierte Klangfarben, innovative Harmonien und meisterhafte Instrumentation aus. Trotz seiner Bedeutung für die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts blieb er zu Lebzeiten oft umstritten. Die meisten seiner Werke stießen mit ihrer ungewohnten Rhythmik und Harmonik beim breiten Publikum zunächst auf Unverständnis, wurden von einigen Fachkritikern dagegen für ihre Innovationskraft gelobt. Zu Popularität kamen zu seinen Lebzeiten dennoch Werke wie La Valse, der Bolero und seine beiden Klavierkonzerte. Neben seinen Instrumental- und Bühnenwerken schuf Ravel auch Vokalmusik, darunter das Chorwerk L’Aurore. In den letzten Jahren seines Lebens verhinderte sein gesundheitlicher Zustand zunehmend öffentliche Auftritte und das Komponieren neuer Werke. Er verstarb am 28. Dezember 1937 in Paris.
zur Person
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Herausgeber*in
Marc Rigaudière
Marc Rigaudière ist Professor für Musikwissenschaft an der Universität Reims Champagne-Ardenne (URCA) und des dortigen Studien- und Forschungszentrums für Kulturgeschichte (CERHiC). Bereits 1993 war er erster Preisträger im Fach Musikalische Analyse am Pariser Konservatorium (CNSMDP). Es folgten an der Pariser Universität Sorbonne 2002 die Promotion und 2019 die Habilitation. Marc Rigaudière hatte Lehraufträge an verschiedenen Universitäten inne, u.a. am Konservatorium in Metz sowie an der Sorbonne in Paris. Seine Forschungsschwerpunkte sind Musiktheorie und musikalische Analyse. U.a. beschäftigt er sich mit dem deutsch-französischen Kulturtransfer im Bereich der Musiktheorie. Seit 2002 widmet er sich in Zusammenarbeit mit dem Carus-Verlag der wissenschaftlichen Edition musikalischer Werke. Seine vollständige Publikationsliste ist hier zu finden: https://cv.hal.science/marc-rigaudiere zur Person
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Textdichter*in
Jean Renouard