Antonio Vivaldi Lauda Jerusalem

RV 609

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Psalm 147 „Lauda Jerusalem“ hat unter anderem in Vespern an Marienfesten einen wichtigen Platz im Kirchenjahr. Antonio Vivaldis einzige Vertonung dieses Vesperpsalms weist einige Besonderheiten auf: Das Werk ist doppelchörig besetzt; beide Vokalchöre werden jeweils von einem Instrumentalchor aus Streichern und Generalbass begleitet. Im Gegensatz zu vielen anderen Psalmkompositionen Vivaldis ist die Vertonung aber nicht mehrsätzig angelegt, sondern in einem einzigen Satz durchkomponiert. Dabei werden kontrastierend Solo- und Tutti-Abschnitte einander gegenübergestellt. Zur Wahrung der musikalischen Einheit greift Vivaldi auf eine Art Ritornellform zurück.

Vivaldis Schülerinnen am venezianischen „Ospedale della Pietà“ führten das Werk in den 1730er Jahren auf. Aus dem Autograph des Komponisten ist ersichtlich, dass die Solopassagen, wohl aus pädagogischen Gründen, in doppelter Besetzung gesungen wurden. Auch heute können diese Solopartien gut von einem oder mehreren guten Chorsopranen bewältigt werden.

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Dirigierpartitur, Vorwort auf Dt. und Engl. Carus 40.024/00, ISMN 979-0-007-35535-7 40 Seiten, DIN A4, kartoniert
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Klavierauszug Carus 40.024/03, ISMN 979-0-007-35537-1 40 Seiten, kartoniert
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Chorpartitur Carus 40.024/05, ISMN 979-0-007-35539-5 12 Seiten, DIN A4, ohne Umschlag Mindestbestellmenge: 20 Exemplare
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Stimmenset, Komplettes Orchestermaterial Carus 40.024/19, ISMN 979-0-007-35540-1 23 x 32 cm, ohne Umschlag
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  • 4 x Einzelstimme, Coro 1: Violine 1 (40.024/11)
    je: 5,00 €
    3 x Einzelstimme, Coro 1: Violine 2 (40.024/12)
    je: 5,00 €
    2 x Einzelstimme, Coro 1: Viola (40.024/13)
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    2 x Einzelstimme, Coro 1: Basso continuo (40.024/14)
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    4 x Einzelstimme, Coro 2: Violine 1 (40.024/15)
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    3 x Einzelstimme, Coro 2: Violine 2 (40.024/16)
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    2 x Einzelstimme, Coro 2: Viola (40.024/17)
    je: 4,00 €
    2 x Einzelstimme, Coro 2: Basso continuo (40.024/18)
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    2 x Einzelstimme, Orgel 1 und 2 (40.024/49)
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Einzelstimme, Orgel 1 und 2 Carus 40.024/49, ISMN 979-0-007-35549-4 12 Seiten, 23 x 32 cm, ohne Umschlag
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Dirigierpartitur digital, PDF-Datei Carus 40.024/00-010-000, ISMN 979-0-007-35536-4 40 Seiten
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Klavierauszug digital, PDF-Datei Carus 40.024/03-010-000, ISMN 979-0-007-35538-8 40 Seiten
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Stimmenset digital, ZIP-Datei, PDF-Datei, Komplettes Orchestermaterial Carus 40.024/19-010-000, ISMN 979-0-007-35550-0 23 x 32 cm
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  • 4 x Einzelstimme digital, PDF-Datei, Coro 1: Violine 1 (40.024/11-010-000)
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    3 x Einzelstimme digital, PDF-Datei, Coro 1: Violine 2 (40.024/12-010-000)
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    2 x Einzelstimme digital, PDF-Datei, Coro 1: Viola (40.024/13-010-000)
    je: 15,00 €
    2 x Einzelstimme digital, PDF-Datei, Coro 1: Basso continuo (40.024/14-010-000)
    je: 15,00 €
    4 x Einzelstimme digital, PDF-Datei, Coro 2: Violine 1 (40.024/15-010-000)
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    3 x Einzelstimme digital, PDF-Datei, Coro 2: Violine 2 (40.024/16-010-000)
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    2 x Einzelstimme digital, PDF-Datei, Coro 2: Viola (40.024/17-010-000)
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    2 x Einzelstimme digital, PDF-Datei, Coro 2: Basso continuo (40.024/18-010-000)
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    2 x Einzelstimme digital, PDF-Datei, Orgel 1 und 2 (40.024/49-010-000)
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Einzelstimme digital, PDF-Datei, Orgel 1 und 2 Carus 40.024/49-010-000, ISMN 979-0-007-35559-3 12 Seiten, 23 x 32 cm
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Zusatzinformationen zum Werk
  • Antonio (Lucio) Vivaldi war ein italienischer Komponist und Geiger der Barockzeit.

    Es wird angenommen, dass sein Vater, der selbst Musiker war, für Vivaldis musikalische Ausbildung verantwortlich war. Seine berufliche Laufbahn begann er jedoch als Priester, was ihm in Venedig den Spitznamen Il prete rosso (der rothaarige Priester) einbrachte.

    Ab 1703 arbeitete Vivaldi mit Unterbrechungen bis kurz vor seinem Tod als Geigenlehrer und Komponist am Ospedale della Pietà, einem Waisenhaus für Mädchen in Venedig. Zunächst war er dort auch als Priester tätig, gab diese Tätigkeit aber nach drei Jahren wieder auf. Für seine Schülerinnen an der Pietà schrieb er zahlreiche Kammermusikwerke und Konzerte. Die berühmten Vier Jahreszeiten sind besonders bekannt und werden heute oft aufgeführt. Vivaldi komponierte unter anderem auch geistliche und weltliche Vokalmusik und war Opernkomponist und Intendant.

    Von den über 800 Werken, die heute bekannt sind, wurden zu Vivaldis Lebzeiten nur 135 veröffentlicht. Nach seinem Tod gerieten die Kompositionen Vivaldis zunächst weitgehend in Vergessenheit. Viele seiner Werke wurden erst im 20. Jahrhundert wiederentdeckt und veröffentlicht. Darunter ist auch das Gloria in D RV 589, die allererste Notenausgabe des Carus-Verlags.

    zur Person
  • Dr. Uwe Wolf ist als Musikwissenschaftler vor allem im 17. und 18. Jahrhundert zuhause. Seine Arbeitsschwerpunkte reichen von der Zeit Monteverdis und Schütz über Bach und die Generation der Bach-Söhne und -Schüler bis hin zur Wiener Klassik. Seit Oktober 2011 leitet er das Lektorat des Carus-Verlags. Zuvor war er über 20 Jahre in der Bach-Forschung tätig. zur Person
  • Andreas Gräsle (Harmonium) studierte Kirchenmusik in Stuttgart (Orgel: Jon Laukvik) und absolvierte die Konzertreifeprüfung im Fach Orgel bei Daniel Roth in Saarbrücken. Weitere Studien in Alter Musik bei Andrea Marcon schlossen sich an. Er war Stipendiat des DAAD und 1991 Preisträger des Internationalen Johann-Pachelbel-Wettbewerbs Nürnberg. Von 1996 bis 2003 wirkte er als Kantor und Organist an der Augustinuskirche Schwäbisch Gmünd, seit April 2003 als Bezirkskantor in Ditzingen. Darüber hinaus ist er ein gefragter Kammermusikpartner, Organist und Cembalist. Mehrere CD-Produktionen mit Orgel und Kammermusikwerken, eigenen Improvisationen und Arrangements zu Kinderliedern ergänzen seine Tätigkeit. An der Stuttgarter Musikhochschule unterrichtet er seit 1997 Partiturspiel. zur Person

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Antonio Vivaldi - Lauda Jerusalem RV 609 (Psalm 147)
Vorstellung des Werkes
Lauda Jerusalem RV 609 ist einer der beiden großen feierlichen Psalmen für Doppelchor, Doppelorchester und Orgel, die Vivaldi für die Vesper der Unbefleckten Empfängnis im Ospedale della Pietà in Venedig komponierte (der andere Psalm war der kürzere RV 608).
Es wurde um 1730-1735 (Vivaldis Spätzeit) geschrieben und gehört zu der Reihe der großen geistlichen Werke Venedigs (zusammen mit dem Gloria RV 589, dem Magnificat RV 610/611 und dem Dixit Dominus RV 594 oder 595).
Der lateinische Text von Psalm 147 ("Laudate Dominum quoniam bonus est psalmus...") feiert die Größe und Barmherzigkeit Gottes über Jerusalem. Vivaldi macht daraus ein grandioses Fresko in sieben Sätzen, in denen sich kraftvolle homophone Chöre, schnelle Fugen und virtuose solistische Episoden abwechseln, ganz in der Tradition des venezianischen stile concertato, der von Monteverdi und Gabrieli geerbt wurde.
Harmoniebewertung: 9,5 / 10
Begründung:
Perfekt tonale Harmonik, absolut kohärent im Rahmen des venezianischen Spätbarocks.
Zentrale Tonart: e-Moll (eine dunkle, dramatische Tonart, die Vivaldi für seine großartigen geistlichen Werke sehr schätzte).
Sehr kontrollierter Einsatz von Appoggiaturen (Aussetzungen 4-3, 9-8, 7-6) in den Vokal- und Instrumentalpartien, wodurch ausdrucksstarke Dissonanzen entstehen, die stets nach klassischen Regeln vorbereitet und aufgelöst werden (Rameau würde sie einige Jahre später theoretisieren).
Nur eine kleine "Abweichung" von der perfekten Konsonanz: einige sekundäre Reibungen (kleine Sekunden) in den schnellen Fugen und Passagen mit enger Imitation, aber immer im Dienste der dramatischen Energie und elegant gelöst.
Beschreibung der Klangfarbe
Klangfarbe: Reich, warm und majestätisch, mit einer unterschwelligen dramatischen Spannung.
Der doppelte Chor und das doppelte Orchester (Streicher + Oboen + Trompeten in einigen Sätzen) erzeugen eine dichte Textur, fast schon "symphonisch" vor der Zeit.
E-Moll verleiht eine dunkle, andächtige Tönung, die durch helle Ausbrüche in den "Alleluja"-Abschnitten im abschließenden E-Dur ausgeglichen wird.
Die Orgel im Continuo verstärkt die Tiefe und Wärme, während die Trompeten (im autographen Manuskript) triumphalen Glanz hinzufügen.
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