Historia di Jephte
Oratorium 1640 (ca.)
Die erschütternde alttestamentliche Geschichte um den Heerführer Jephta, der aufgrund eines vor Gott abgelegten Gelübdes seine Tochter opfert, inspirierte den römischen Komponisten Giacomo Carissimi zu einer ausdrucksstarken, berührenden Vertonung. In den 1640er Jahren komponiert, gehört die Historia di Jephte in die Anfangszeit der Gattung Oratorium und ist zugleich einer ihrer Höhepunkte überhaupt.
Mit nur sechs Solostimmen in wechselnden Besetzungen sowie Basso continuo erzählt Carissimi den lateinischen Bibeltext im frühbarocken Rezitativstil, den er jedoch immer wieder verlässt, um das tragische Geschehen mit allen Registern des affektbetonten Stils zu untermalen. Die chromatischen Stimmführungen und spannungsvollen Harmonisierungen lassen im Dialog Jephtas mit der todgeweihten Tochter und in den Klagegesängen eine intensive Atmosphäre von tiefer Betroffenheit entstehen.
Der Chor setzt sich nach historischem Verständnis nur aus den sechs Solostimmen zusammen, kann aber gut auch in größerer Stärke besetzt werden.
Carus präsentiert das Werk in einer kritischen Ausgabe auf Basis der Abschrift des Carissimi-Schülers Marc-Antoine Charpentier. Eine Generalbassaussetzung ist in der Partitur enthalten.
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Komponist*in
Giacomo Carissimi
| 1605-1674Italienischer Komponist, 1605-1674. Einer der bedeutendsten Oratorienkomponisten des 17. Jahrhunderts. Den Stoff seiner 15 noch erhaltenen Oratorien entnahm er fast immer aus dem Alten Testament (Historia di Jephte, Abraham et Isaac, Jonas). Außerdem schrieb er geistliche und weltliche Kantaten. Der Großteil seiner Handschriften ging jedoch im 18. Jh. verloren. zur Person
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Herausgeber*in
Wolfgang Hochstein
| 1950
Rezensionen
… sechs Singstimmen (SSSATB)..., die sowohl solistisch als auch im Ensemble agieren und vom Basso continuo begleitet werden. … Im nutzerfreundlichen Notenteil ist die Continuostimme vom Herausgeber schlicht ausgesetzt.
Württembergische Blätter für Kirchenmusik, Nov/Dez 2024
(Ich kann dieses) Werk nur wärmstens für Aufführungen empfehlen, das mit kleinem Aufwand und sehr schönen Aufgaben für den Chor zu realisieren ist.
Gustav Danzinger, Chor aktuell, Sept 2023
Die Edition ist mustergültig, der ausführliche Kritische Bericht lässt keine Fragen offen.
Antje Wissemann, Musik & Kirche Sept/Okt 2023
Eine lohnende Aufgabe für Liebhaber*innen Alter Musik, die sicher auch von motivierten Laiensänger*innen gut bewältigt werden kann. Monika Fahrnberger, Singende Kirche, Dez 2023