Jan Dismas Zelenka: Missa Dei Patris - CDs, Choir Coaches, Medien | Carus-Verlag

Jan Dismas Zelenka Missa Dei Patris

ZWV 19

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„Dem Kammerchor und dem Barockorchester gelingt die Interpretation auf kongeniale Weise und auch der ausgeglichene Ensembleklang der Solisten besticht durch seine bescheidene Zurückhaltung.“
SDR, 08.01.2001


Ausgezeichnet mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik

Ausgezeichnet mit dem Diapason d'Or
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  • Kyrie I
  • Christe eleison
  • Kyrie II
  • Gloria
  • Domine Deus
  • Domine Fili
  • Qui sedes
  • Quoniam
  • Cum Sancto Spiritu
  • Credo
  • Et incarnatus est
  • Crucifixus
  • Et resurrexit
  • Et vitam venturi saeculi
  • Sanctus
  • Benedictus
  • Osanna
  • Agnus Dei
  • Agnus Dei
  • Dona nobis pacem
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Compact Disc Carus 83.209/00, EAN 4009350832091 CD, Jewel Case
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  • Der Böhme Jan Dismas Zelenka schuf als Kontrabassist und Kirchenkomponist am kursächsischen Hof Augusts des Starken und seines Sohnes Friedrich August II. in den Jahren nach 1721 gemeinsam mit dem Kapellmeister Johann David Heinichen ein umfangreiches Repertoire an katholischer Kirchenmusik. Zusammen mit den seit 1731 in dichter Folge entstandenen Dresdner Opern von Johann Adolf Hasse begründete dies den Ruf der sächsischen Residenz als eines der wichtigsten Musikzentren des Spätbarock. zur Person
  • Das Barockorchester Stuttgart, 1985 von Bernius gegründet, ist ein auf die Musik des achtzehnten Jahrhunderts spezialisiertes Ensemble. Die Musiker gehören zu den führenden Vertretern der historischen Aufführungspraxis und musizieren ausschließlich auf Originalinstrumenten. Das Ensemble widmet sich in besonderem Maße der Wiederauführung von Opern des 18. Jahrhunderts. Es war zu Gast bei zahlreichen internationalen Festivals, u.a. in Rom, Salzburg, Dresden und Göttingen. zur Person
  • Die Arbeit von Frieder Bernius findet weltweit große Anerkennung. Als Dirigent wie als Lehrer ist er international gefragt. Seine künstlerischen Partner sind vor allem der Kammerchor Stuttgart, das Barockorchester Stuttgart, die Hofkapelle Stuttgart und die Klassische Philharmonie Stuttgart. Den Grundstein für seine außergewöhnliche Karriere legte 1968 die Gründung des Kammerchors Stuttgart, den er bald zu einem der führenden Ensembles seiner Art machte. Ob Vokalwerke von Monteverdi, Bach, Händel, Mozart, Beethoven, Fauré und Ligeti, Schauspielmusiken von Mendelssohn oder Sinfonien von Haydn, Burgmüller und Schubert – stets zielt die Arbeit von Frieder Bernius auf einen am Originalklangideal orientierten, zugleich unverwechselbar persönlichen Ton. Wiederentdeckungen von Opern des 18. Jahrhunderts widmet er sich ebenso wie Uraufführungen zeitgenössischer Kompositionen. Ein besonderes Interesse gilt der südwestdeutschen Musikgeschichte. Frieder Bernius’ Arbeit ist im Label Carus vielfach auf Schallplatte und CD dokumentiert. Viele Einspielungen wurden mit internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet. Im Rahmen des Deutschen Chorfests in Stuttgart wurde Frieder Bernius vom Carus-Verlag für seine Gesamteinspielung der geistlichen Vokalmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy mit einer Goldenen CD ausgezeichnet. zur Person
  • Die Sopranistin Mechthild Bach wurde in Limburg/ Lahn geboren und studierte an der Musikhochschule Frankfurt Gesang bei Elsa Cavelti, später bei Elisabeth Schwarzkopf, Laura Sarti und Vera Rosza. Ab 1986 war sie Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Opernengagements führten Mechthild Bach an verschiedene deutsche Bühnen, an denen sie sich ein breites Repertoire als lyrischer Sopran erarbeitete. Als Konzertsängerin pflegt sie eine regelmäßige Zusammenarbeit mit renommierten Künstlern und Ensembles in ganz Europa. Zahlreiche Rundfunk- und CD-Einspielungen dokumentieren ihr künstlerisches Schaffen. Die Aufnahme von Zelenkas Missa Dei Patris, bei der sie als Solistin mitwirkte, wurde im Jahre 2002 mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. zur Person
  • Daniel Taylor ist weltweit einer der meist gefragten Countertenöre. Er konzertiert mit zahlreichen internationalen Ensembles und Symphonieorchestern. Als Liedsänger war er im Konzerthaus Wien, bei der Frick Collection New York, in der Forbidden Concert Hall Beijing, beim Lufthansa Barock Festival und in der Wigmore Hall London zu hören. Er wirkte in Jeremy Podeswas preisgekröntem Film Five Senses mit. Als Opernsänger war er bereits in Glyndebourne (Händels Theodora), an der Metropolitan Opera New York (Händels Giulio Cesare), an der Bayerischen Staatsoper (Händels Rinaldo), in Edinburgh (Glucks Orfeo), an der Welsh National Opera (Händels Jephtha) und an der Canadian Opera (Händels Tolomeo) zu erleben. Daniel Taylor studierte zunächst Literatur, Musik und Philosophie und legte anschließend sein Examen an der University of Montreal in den Fächern Musik und Reli - gionswissenschaften ab. Daniel Taylor ist Professor am Conservatoire de musique in Montreal. zur Person
  • Eine frühe musikalische Ausbildung erfuhr Markus Brutscher bei den Regensburger Domspatzen und den Augsburger Domsingknaben, bevor er in Berlin, London und Maastricht Gesang studierte. Eine kontinuierliche Zusammenarbeit verbindet ihn mit führenden Orchestern in Europa und Amerika sowie herausragenden Dirigenten. Sein weit gefächertes Repertoire umfasst Werke aller musikalischen Epochen vom Frühbarock bis zur Moderne. Eine mehr als 50 Aufnahmen umfassende Diskografie dokumentiert die Vielseitigkeit des Sängers. zur Person
  • Gotthold Schwarz erhielt seine erste musikalische Ausbildung an der Kirchenmusikschule Dresden und an der Hochschule für Musik Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig. Der Bassist studierte Gesang bei Gerda Schriever und Dirigieren bei Max Pommer und Hans-Joachim Rotzsch. Regelmäßige Zusammenarbeit verbindet ihn mit renommierten Künstlern und Ensembles in ganz Europa, so Frieder Bernius, Peter Schreier und Philippe Herreweghe. Neben seinen umfangreichen Konzerttätigkeiten, u. a. in den USA, gab er Interpretationskurse zu Bachs Werken. Zahlreiche CD- und Rundfunkproduktionen dokumentieren sein umfassendes Repertoire, das neben der Konzert- und Opernliteratur den Liedgesang vom Barock bis zur Moderne beinhaltet. zur Person

Rezensionen

Zelenka, Jan Dismas: Missa Dei Patris ZWV 19

Zelenka, Jan Dismas: Missa Dei Patris ZWV 19

Seiner hochgeschätzten Zelenka-Reihe fügt Frieder Bernius mit der vorliegenden Einspielung eine weitere bedeutsame Folge bei. Die Missa Dei Patris ist die erste einer ursprünglich auf sechs Messen angelegten Reihe, den so genannten Missae ultimae. Dass Zelenka bei der vorliegenden Komposition den Gipfel seines Schaffens erreicht hat, ist offensichtlich: Die kluge Disposition innerhalb der einzelnen Ordinariumsteile mit konzertanten, lyrischen und fugierten Elementen ist souverän und mit konzisem Einsatz der musikalischen Mittel gelöst. Bernius belegt dies auch im eröffnenden Kyrie, das mit der klanglichen Fülle eines Händel eine regelrechte Glaubensemphase erreicht. Der Kammerchor Stuttgart beweist Substanz und Leuchtkraft, singt auch bei den Koloraturen locker und insgesamt ohne Manierismen. Das auf historischen Instrumenten spielende Barockorchester überzeugt mit reichen Valeurs und gehörigem Furor – beispielhaft im Et resurexit (Tr. 13), bei dem auch die Vokalsolisten ihre Qualitäten unter Beweis stellen. Im ausgreifenden Agnus Dei (Tr. 18) füllt Damel Taylor die Bitte um Erbarmen mit beseeltem Schönklang.

Norbert Rüde
Quelle: Klassik heute

Gewaltige Ausdruckskraft

Es muss so ungefähr vor zwei Jahren gewesen sein. Da dirigierte Frieder Bernius in der Leonhardskirche eine Aufführung von Jan Dismas Zelenkas „Missa Dei Patris”, die das Prädikat „denkwürdig” verdient. Für viele war dieses Konzert so etwas wie eine Initialzündung in Sachen Zelenka. Man war sich bis dahin sicher gewesen: Es gibt, was die barocke Kirchenmusik anbelangt, nichts, was auch nur einigermaßen an Bachs h-Moll-Messe und die Passionen heranreicht. Und nun Zelenka. Sechs so genannte „Missae ultimae” wollte der Dresdner Hofkomponist schreiben, drei sind es geworden. Die beiden anderen Messen hat Bernius bereits als CD aufgenommen, mit der „Missa Dei Patris” vollendet er seine Zelenka-Trias – und setzt damit einen Markstein. Ähnlich wie zuvor Monteverdi zieht Zelenka hier eine Summe der kompositorischen Errungenschaften seiner Zeit und gelangt zu einer gewaltigen Ausdruckskraft mit einer verblüffenden Vielfalt an Stilen, Formen und Satztechniken. Die bemerkt man nur, wenn so lebendig, beseelt und genau musiziert wird wie vom Barockorchester Stuttgart, dem fabelhaften Kammerchor Stuttgart und vier exquisiten Vokalsolisten. Wer Zelenka nicht kennt und sich einen ersten Eindruck von der Größe dieser Musik – und dieser Aufnahme – machen möchte, der höre beispielsweise das Altsolo im „Benedictus”, Takt 18: Es ist kaum vorstellbar, von diesen überirdisch schönen Klängen nicht angerührt zu sein.

Quelle: Stuttgarter Zeitung, 16.11.2000

Jan Dismas Zelenka: Missa Dei Patris

Jan Dismas Zelenka wurde 1679 in Launowitz (Böhmen) geboren. Nach seiner Ausbildung am Jesuiten-Kolleg Clementinum in Prag stand er im Dienst des Grafen Hartig, ab 1710/11 wirkte er am kursächsischen Dresdner Hof als Kontrabassist und Komponist. 1715 wurde er auf eine Studienreise nach Wien und Italien geschickt. Dort betrieb er ausführliche Kompositionsstudien bei J.J. Fux und A. Lotti. Zurückgekehrt wurde er 1721 Vizekapellmeister der Kirchenmusik, 1733 „Compositeur”, 1735 „Kirchen-Compositeur”, bewarb sich aber vergeblich um das Amt des Kirchenkapellmeisters. 1745 starb Zelenka in Dresden.
Zelenkas kirchenmusikalisches Schaffen ist zu Lebzeiten nicht gedruckt worden, überlieferte Abschriften im Besitz bedeutender Musiker wie z.B. J.S. Bach und Telemann legen allerdings eine gewisse Verbreitung nahe. Seit den späten 1970er Jahren werden die ca. 150 kirchenmusikalischen Werke meist nach autographen Partituren der Sächsischen Landesbibliothek erschlossen.
Die eingespielte Missa Dei Patris ist ein Werk eines ursprünglich auf sechs „Missae ultimae” angelegten Zyklus, von dem allerdings nur drei überliefert sind. Sie zeugt von hohem kompositorischen Können und einer tiefreligiösen Haltung. Eine große Vielfalt formaler Struktur offenbart sich in den vier großen Chorkonzerten, sieben Chorfugen, vier Chornummern dramatischer oder lyrischer Art, zwei Terzetten und drei Arien.
Sowohl im künstlerischen und aufnahmetechnischen Bereich hat die Aufnahme unter der Leitung von Frieder Bernius Bestnoten verdient. Schwungvolle Tempi, sehr schön ausmusizierte lyrische Teile machen das Hören zum Erlebnis. Bei den Solisten bietet vor allem der Countertenor Daniel Taylor besonderen Hochgenuss. Besonders im Beginn des Agnus Dei überzeugt er mit einer ausgezeichneten Balance zwischen lyrischer Stimmführung und konsequenter Artikulation. Barockorchester und Kammerchor Stuttgart musizieren sehr klar, durchsichtig und sauber artikuliert. Eine der historischen Aufführungspraxis entsprechende Interpretation, ausgezeichnet gelungen und sehr empfehlenswert.

Stefan Glaser
Quelle: Musik im Bistum Essen 1/2001, S. 57f.

[ ] La lecture brillante et contrastée conduite par Frieder Bernius offre une référence difficilement surpassable [ ] Perfectionniste mais loin de tout formalisme, Bernius sait fort bien faire passer l'esprit de rupture dont vit cette architecture fastueuse et ambiguë, qui vit son partage emblématique entre le sanctuaire et la scène avec moins de déchirement que de gourmandise [ ].
Intégrant tous les éléments (Kammerchor Stuttgart comme toujours souple, éloquent et virtuose, quatuor de solistes emmené par le soprano ailé de Mechthild Bach) le chef sud-allemand impose une authentique spiritualité à un mystérieux souffle lyrique, qui renvoie à Prague, cité magique vers laquelle ont convergé toutes les composantes de la Mitteleuropa, depuis Rodolphe II.

Roger Tellart
Quelle: Diaposon 2/02

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