Te Deum in C
„Zum Nahmensfest des Bonapart producirt“ MH deest. (Hob. XXI
Das früher Joseph Haydn zugeschriebene Werk wird hier erstmals unter dem Namen seines Bruders Johann Michael sowie nach der zuverlässigsten Quelle von 1765 aus dem Benediktinerstift Göttweig ediert. Dort war das Werk im Laufe eines Jahrhunderts vierzigmal zur Eröffnung feierlicher Hochämter erklungen, so auch 1809 am Namenstag des Kaisers Napoleon, der kurz zuvor nach der Schlacht bei Aspern und Eßling im Kloster geweilt hatte.
Die Besetzung besteht nach spätbarocker Gepflogenheit aus Sopran, Alt, Tenor, Bass (jeweils Soli und Tutti), zwei Violinen, zwei Trompeten mit Pauken (ad libitum entsprechend dem jeweiligen Verwendungszweck) und Generalbass.
-
Komponist*in
Johann Michael Haydn
| 1737-1806Johann Michael Haydn wirkte ab 1763 am renommierten geistlichen Fürstenhof in Salzburg. Stilistisch schlug er in seinem 43-jährigen dortigen Wirken die Brücke von der Frühklassik zum musikalischen Biedermeier. Entsprechend seinen dienstlichen Verpflichtungen hat Haydn praktisch zu allen in der katholischen Liturgie gepflegten Gattungen beigetragen: Das Wissen um die liturgische Funktion und die musikalische Ausdeutung der religiösen Texte zeichnet Haydns Kirchenmusik aus. Johann Michael Haydn wurde von den Zeitgenossen zunächst als gleichberechtigt neben Joseph Haydn gesehen. Erst der steile Aufstieg des älteren Bruders zum bedeutendsten Instrumentalkomponisten der Zeit rückte Johann Michael Haydn in den Schatten, aus dem ihn die musikalische Entdeckerfreude der letzten Jahre zunehmend herausholt. zur Person
-
Komponist*in (Zuschreibung)
Joseph Haydn
| 1732-1809Als Kapellmeister des Fürsten Esterházy schuf Haydn neben zahlreicher Instrumentalmusik und verschiedenen Opern auch gewichtige Beiträge zur Kirchenmusik, u.a. die vierzehn lateinischen Messen, von denen allerdings nur zwölf authentisch bzw. vollendet sind; dazu Motetten und Offertorien, zwei gewichtige Te Deum-Vertonungen, zwei Salve Regina, ein Stabat Mater sowie die unterschiedlichen Fassungen der Sieben Worte des Erlösers am Kreuze. Die Messen sind, mit Ausnahme der Jahre 1783–1795, zwischen 1749 und 1802 kontinuierlich entstanden und bilden damit die Gattung, mit der sich Haydn am längsten beschäftigt hat. Die bis 1782 komponierten sechs (authentischen bzw. vollständigen) Messen sind stilistisch sehr unterschiedlich, neben kurzen Missae breves stehen auch ausgedehnte Messen mit reicher Orchesterbesetzung; dagegen bilden die sechs, ab 1796 entstandenen sog. späten Messen eine vergleichsweise homogene Gruppe groß besetzter und umfangreicher Werke. Mit seinen beiden großen Oratorien Die Schöpfung (1798) und Die Jahreszeiten (1801) begründet Haydn die Tradition des bürgerlichen deutschen Oratoriums. zur Person
-
Herausgeber*in
Hans Ryschawy
| 1953-2022
-
Vorwortverfasser*in
Friedrich W. Riedel
Rezensionen
Dieses Te Deum des so produktiven Salzburger Haydn-Bruders Michael ist nicht nur von dieser Besetzung her sehr praxis-, respektive gottesdienstfreundlich, es dauert ... nur sieben Minuten...
Gottesdienst und Kirche 05/06. 2015
Das Werk – außer mit Trompeten und Pauken nur mit zwei Violinen besetzt – ist sehr wirkungsvoll, hat aber keinen allzu hohen Schwierigkeitsgrad.
Birger Petersen, Forum Kirchenmusik, Januar/Februar 2014, Nr. 1