Seele, vergiss sie nicht (Grün)
Inhaltsverzeichnis
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Komponist*in
Peter Cornelius
| 1824-1874Peter Cornelius, geboren 1824 in Mainz, gestorben 1874 ebenfalls in Mainz. Sohn eines Schauspielerehepaars. Ergriff zuerst ebenfalls diesen Beruf, studierte dann aber von 1844 bis 1846 Kontrapunkt bei S. Dehn in Berlin. Seine Kirchenmusik stammt hauptsächlich aus dieser Zeit und aus den Jahren nach 1852, als er zu Liszt nach Weimar ging; dieser förderte sein Schaffen als Kirchenkomponist. Cornelius wurde einer der wichtigsten Vorkämpfer der neudeutschen Schule. Er folgte Wagner 1865 nach München, wo er ab 1867 als Kompositonslehrer an der neugegründeten Kgl. Musikschule wirkte. Heute sind besonders seine Oper "Der Babier von Bagdad" (1858) und seine "Weihnachtslieder" op. 8 bekannt. zur Person
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Vorwortverfasser*in
Georg Grün
Georg Grün studierte Kirchenmusik, Schulmusik, katholische Theologie, Musikwissenschaft und Dirigieren und unterrichtete mehrere Jahre die Fächer Musik und katholische Religion an einem musischen Gymnasium. 2000 folgte er einem Ruf als Professor für Chorleitung an die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim, mit dessen Kammerchor er ebenfalls erfolgreich tätig ist (u.a. Gewinn der Internationalen Chorwettbewerbe Cork und Maribor). Als Gastdirigent, Juror und Dozent ist Georg Grün im In- und Ausland tätig. Seit Oktober 2012 ist Georg Grün Professor für Chorleitung an der Hochschule für Musik Saar. zur Person
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Ensemble
KammerChor Saarbrücken
1990 von seinem Leiter Georg Grün gegründet, avancierte der KammerChor Saarbrücken schnell zu einem der besten Chöre Deutschlands und genießt einen ebenfalls ausgezeichneten internationalen Ruf. Dies belegen unzählige Auftritte bei Festivals im Inland und in vielen europäischen Ländern, den USA und Russland, CD-Einspielungen mit hervorragenden Kritiken, zahlreiche Rundfunkaufnahmen, nicht zuletzt der Gewinn vieler wichtiger internationaler Chorwettbewerbe und des Deutschen Chorwettbewerbs 1998 in Regensburg. Der Chor führt Werke aller Epochen auf. Im Bereich der Alten Musik arbeitet er mit professionellen Ensembles und Solisten zusammen, die sich der historischen Aufführungspraxis verpflichtet fühlen. Weitere Schwerpunkte sind die Interpretation romantischer Chorkompositionen sowie zunehmend auch Urauf füh rungen von Werken, die Komponisten eigens für das Ensemble schreiben. zur Person
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Dirigent*in
Georg Grün
Georg Grün studierte Kirchenmusik, Schulmusik, katholische Theologie, Musikwissenschaft und Dirigieren und unterrichtete mehrere Jahre die Fächer Musik und katholische Religion an einem musischen Gymnasium. 2000 folgte er einem Ruf als Professor für Chorleitung an die Staatliche Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim, mit dessen Kammerchor er ebenfalls erfolgreich tätig ist (u.a. Gewinn der Internationalen Chorwettbewerbe Cork und Maribor). Als Gastdirigent, Juror und Dozent ist Georg Grün im In- und Ausland tätig. Seit Oktober 2012 ist Georg Grün Professor für Chorleitung an der Hochschule für Musik Saar. zur Person
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Tenor-Solo
Hans Jörg Mammel
Rezensionen
Peter Cornelius: Seele, vergiss sie nicht
Peter Cornelius: Seele, vergiss sie nicht
Die Chorwerke von Peter Cornelius (1824-1874) gehörten lange Zeit zu den nahezu vergessenen Werkschätzen des 19. Jahrhunderts. „Seele, vergiss sie nicht” heißt daher der programmatische Gesamttitel zur Rückgewinnung der hier versammelten a-cappella-Kostbarkeiten für den Konzertsaal. In mustergültigen Darbietungen des Kammerchores Saarbrücken wurden sie von seinem Leiter Georg Grün ausgewählt, einstudiert und im Beiheft samt Abdruck sämtlicher gesungenen Texte von ihm sachkundig kommentiert. Entstanden ist eine Art „Gesamtkunstwerk”, wie es für die damaligen Fortschrittler der sogenannten „Neudeutschen” in der Anhängerschaft Richard Wagners - zu der Cornelius gehörte - durchaus zeitgemäß war. (...) Auch der professionelle Niederländische Kammerchor unter Uwe Gronostay erkannte den besonderen Wert des sechsstimmigen Satzes Seele, vergiss sie nicht - einer Versdichtung von Friedrich Hebbel unter dem Titel Requiem -, wie er jetzt mit gesteigerter Intensität von dem 1980 gegründeten Saarbrücker Ensemble zu hören ist. Insgesamt beweisen sämtliche Beiträge, welche Klangschätze mit ihrem faszinierenden modulatorischen Reichtum der Gegenwart allzu lange fremd geblieben sind. Sieht man von einigen sprachlichen Glättungen zugunsten des stimmlichen Wohlklanges auf Kosten der Textverständlichkeit ab, so stellt sich das rund 30 Mitglieder zählende Saarbrücker Ensemble mit seinem Beitrag hier überzeugend in die vorderste Reihe aller vergleichbaren Chorgruppierungen.
Gerhard Pätzig
Quelle: Klassik heute, 11.03.04
Peter Cornelius: Seele, vergiss sie nicht
Cornelius was an unquestioned master of harmony, his use of chromaticism imaginative and unfailingly artful, his sense of text and its musical expression both intelligent and creative. The Requiem is the most substantial work here, and it’s remarkable both for its economy (just short of nine minutes) and for the sophistication of its text-setting, which is an emotionally charged, rich-textured explication of a poem by Friedrich Hebbel. This kind of deeply affecting writing characterizes all of Cornelius’ vocal music, from his most popular song--Die Könige--to his final choral composition, So weich und warm, a short piece for mixed choir that extols the virtue and honor of motherhood. Along the way we’re treated to the composer’s ingeniously conceived psalms set to keyboard pieces by Bach and to his beautiful, Brahmsian Op. 18 cycle Liebe, for six-to-eight-part choir. The performances here can’t be faulted, nor can the open, vibrant, realistic sound that gives us an ideal seat in an acoustically complementary hall. No question, this is--and will remain--one of the year’s best.
David Vernier
Quelle: Classics today
Peter CORNELIUS (1824-1874) Seele, vergiss sie nicht
[...] Georg Grün, director of the performances here, contends (booklet translation p.8) that the ‚Requiem’ (tr. 1) is the most mature of Cornelius’s choral works. It was written in 1863 in the response to the death of his friend, the poet and writer Friedrich Hebbel, and is a setting of the latter’s poem ‚Seele, vergiss sie nicht’. In this work, six-part writing for a tenor, alto and two sopranos and baritones, predominates. Each vocal register doubles for the cycle ‚Lieb’ of 1872 (trs. 2-4) whilst in ‚Trauerchöre’ (1869, trs. 5-7) the choral backing is two tenors and baritones. It is perhaps in this latter piece, with its lack of female voices, that we can best appreciate the consummate skill of these performers. The blending of harmony and pinpoint articulation are the hallmarks of much practise under a choral director of experience and excellence. The exclusion of the female voices in the previous comment should not be taken as a criticism or failing on the distaff side. Rather the very resonant acoustic does take away the sharpness of the words particularly when the sopranos are above the stave. However, the overall result allows appreciation of the structures and compositional complexities within the various pieces. Perhaps the most interesting work, after the ‚Requiem’, is Cornelius’s Op. 13 (trs. 12-14). These three vocal psalms were written in 1872, Cornelius arranging movements from keyboard suites by Bach as four-part chorales with the soprano line carrying the melody. He uses his own words based on the passages in the psalms and succeeds in preserving the musical substance of Bach’s originals. The booklet has a brief essay by Georg Grün and all the words with English translation. The disc should appeal to all lovers of this genre and is strongly recommended.
Robert J. Farr
Quelle: Classical Music on the Web
Elegische Klänge und Sphärenharmonien
Empfohlen von klassik.com!
Peter Cornelius – ein wenn nicht unbeschriebenes, dann doch fast leeres Blatt. Fast leer, denn man kennt ja zumindest ‚Die Könige’ eines der Lieder, die in jedem in gymnasialen Musiksälen herumliegenden Kunstliederbuch zu finden sind. Aber Cornelius hat weit mehr an Chormusik komponiert, wofür die vorliegende Aufnahme Zeugnis ablegt. Und was für ein Zeugnis! [...]
Was dieser Aufnahme – neben ihrer differenzierten, kontrastreichen Interpretation – Lorbeeren verleiht, ist die klangliche Realisierung. Vom wie gehaucht wirkenden piano bis zum auftrumpfenden forte gibt es alle möglichen Abstufungen zu hören. Wirklich kleinste dynamische Ereignisse, sowie auch größte Kontraste werden von der Aufnahmetechnik in vorbildlicher Manier auf diesen Tonträger gebannt. Dazu kommt noch eine vollkommen natürliche Akustik, die dem Klang Luft und Raum verleiht, um sich bestmöglich entfalten zu können. Die Maria Königin-Kirche in Saarbrücken scheint hierfür der geeignete Raum zu sein. Fazit: Diese CD muss man – als Liebhaber romantischer Chormusik – haben. Denn die Interpretation kann als absolut hervorragend bezeichnet werden. Hier stimmt einfach alles: Dynamik, Agogik, feinste Phrasierungen, weit spannende Melodiebögen, rhythmische Klarheit, beste Intonationsreinheit. Eine Referenzaufnahme.
Tobias Pfleger
Quelle: Klassik.com, 21.04.2004
SWR2 CD-Tipp
[...] Georg Grün setzt in seiner Interpretation auf Textverständlichkeit und Intonation - er wählt ein langsames Grundtempo mit chorischem Rubato und riskiert dabei viel: nämlich den Zusammenhalt der Phrasen. Der Gefahr des Pathos begegnet er durch starke Zäsuren, die er wie Pflöcke zwischen die Abschnitte setzt. Eine Tour de Force für den Kammerchor Saarbrücken, die dieser bewundernswert meistert. ... Wunderbar ... gehen liedhaftere Sätze auf wie zum Beispiel „Ich will die lieben, meine Krone aus dem Zyklus „Liebe” op. 18, in dem die Klangkultur dieses jungen Ensembles zum Blühen kommt. [...] Fast 70 Minuten a-cappella-Chöre von Peter Cornelius bietet diese CD, darunter vieles, das wenig bekannt ist.
Dorothea Bossert
Quelle: SWR2 CD-Tipp, 3. Juni 2004, 17.50 Uhr
Peter Cornelius: Seele, vergiss sie nicht
Eingespielt wurden die Chorwerke vom KammerChor Saarbrücken, der, 1990 gegründet, mit vielen nationalen und internationalen Preisen bedacht wurde. Der Chor singt in einer mittelgroßen Besetzung von etwa 40 Personen unter der Leitung seines Gründers Georg Grün. Er wählt moderate, zuweilen ausgesprochen langsame Tempi, wie ein Vergleich mit der Aufnahme des Ensemble „Polyphony” unter der Leitung von Stephen Layton aus dem Jahr 2000 zeigt. Die Wahl der Tempi ist jedoch wohl überlegt, sie steigert den emotionalen Ausdruck und dient dem Text. Intonation und Textverständlichkeit des Chores sind gut.
Michael Fischer
Quelle: Musik und Kirche 4/04
Peter Cornelius: Seele, vergiss sie nicht
The composer and writer Peter Cornelius was born in Mainz in 1824 and died there fifty years later. After he failed at an acting career he studied music and became a friend of Liszt and Wagner. I mainly know his music from his opera ‚Der Barbier von Baghdad’ (1858). This was first produced in Weimar by Liszt who had become Kapellmeister there in 1848 and where he promoted the works of Wagner and Berlioz. However, Liszt’s support of Cornelius’s opera on top of his promotion of the Liszt-Wagner ‚New Music’, provoked local opposition. As a consequence Liszt resigned his position. Despite these early difficulties this delightful work has maintained its position in the repertoire, particularly in Germany. A recording featuring Fritz Wunderlich has had circulation. However, it is not by that opera, or his two later works in the genre that Cornelius is known. Rather it is his vocal and the choral works, particularly the latter. It is these that feature on the present disc.
Georg Grün, director of the performances here, contends (booklet translation p.8) that the ‚Requiem’ (tr. 1) is the most mature of Cornelius’s choral works. It was written in 1863 in the response to the death of his friend, the poet and writer Friedrich Hebbel, and is a setting of the latter’s poem ‚Seele, vergiss sie nicht’. In this work, six-part writing for a tenor, alto and two sopranos and baritones, predominates. Each vocal register doubles for the cycle ‚Lieb’ of 1872 (trs. 2-4) whilst in ‚Trauerchöre’ (1869, trs. 5-7) the choral backing is two tenors and baritones. It is perhaps in this latter piece, with its lack of female voices, that we can best appreciate the consummate skill of these performers. The blending of harmony and pinpoint articulation are the hallmarks of much practise under a choral director of experience and excellence. The exclusion of the female voices in the previous comment should not be taken as a criticism or failing on the distaff side. Rather the very resonant acoustic does take away the sharpness of the words particularly when the sopranos are above the stave. However, the overall result allows appreciation of the structures and compositional complexities within the various pieces. Perhaps the most interesting work, after the ‚Requiem’, is Cornelius’s Op. 13 (trs. 12-14). These three vocal psalms were written in 1872, Cornelius arranging movements from keyboard suites by Bach as four-part chorales with the soprano line carrying the melody. He uses his own words based on the passages in the psalms and succeeds in preserving the musical substance of Bach’s originals.
The booklet has a brief essay by Georg Grün and all the words with English translation. The disc should appeal to all lovers of this genre and is strongly recommended. It should also be appropriate listening for those who enjoy earlier choral pieces such as those by Hildegard of Bingen and others of that period.
Robert J Farr
Quelle: http://www.musicweb.uk.net
[...] Die Balance innerhalb des Chores kann nur verblüffen, [...] , ausgeglichener kann man sich einen romantischen Chorklang nicht wünschen. [...] Fazit: Diese CD muss man - als Liebhaber romantischer Chormusik - haben. Denn die Interpretation kann als absolut hervorragend bezeichnet werden. Hier stimmt einfach alles: Dynamik, Agogik, feinste Phrasierungen, weit spannende Melodiebögen, rhythmische Klarheit, beste Intonationsreinheit. Eine Referenzaufnahme.
Tobias Pfleger
klassik.com, 21.04.2004