Neue Liebe, neues Leben zählt zur sogenannten „Lili-Lyrik“ Johann Wolfgang von Goethes aus dem Jahr 1775, welche die Erfahrungen seiner zwiespältigen Liebe zu Anna Elisabeth „Lili“ Schönemann widerspiegelt. Der Text inspirierte vielfach zur Vertonung: Neben Beethoven, Reichardt, Spohr und Zelter widmete sich auch Fanny Hensel, geb. Mendelssohn, dieser Vorlage und setzte sie musikalisch um. In ihrer Komposition erspürt man sowohl die beschwingte Verliebtheit als auch die Zerrissenheit und die Seufzer des Verliebten.
Das vorliegende Kunstlied wurde ursprünglich nicht für Kammerchor, sondern für eine Solostimme und Klavier geschaffen. Denis Rouger hat es behutsam den Bedürfnissen und Ausdrucksmöglichkeiten eines größeren Ensembles angepasst, ohne dabei die Qualitäten des Originals zu verleugnen. Jede Stimme im Chor erhält ihre aus dem harmonischen und rhythmischen Gerüst extrahierte Melodielinie. Dabei verbindet sich die Vielfalt und Raffinesse des chorischen Ausdrucks mit der enormen Flexibilität in Gestaltung und Ausdruck, wie sie die französischen Mélodies oder das deutsche Kunstlied von einem Solisten und dem Klavierpart fordern.
Das Lied wurde eingesungen vom figure humaine kammerchor auf der CD Kennst du das Land... (Carus 83.495).
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Komponist*in
Fanny Hensel
| 1805-1847Fanny Hensel (1805–1847), geborene Mendelssohn, war eine der begabtesten Komponistinnen der Romantik und bedeutende Vertreterin des deutschen Musiklebens des 19. Jahrhunderts. Als Schwester von Felix Mendelssohn-Bartholdy wuchs sie in einem künstlerisch geprägten Umfeld auf, das bereits früh ihre musikalische Entwicklung förderte, sie jedoch aufgrund ihres Geschlechts auch mit gesellschaftlichen Einschränkungen konfrontierte. Speziell in den 1830er und 1840er Jahren komponierte Fanny Hensel eine Vielzahl von Liedern, Klavier- und Chorwerken und entschied sich – trotz der Vorbehalte ihres Vaters und Bruders – schließlich zur sukzessiven Veröffentlichung ihrer Musik. In ihrem Berliner Familienanwesen, einem Zentrum für Musiker*innen und Intellektuelle, führte sie im Rahmen der sogenannten Sonntagsmusiken zahlreiche dieser Werke auf, die romantische Emotionalität mit klanglicher Raffinesse verbinden. Am 14. Mai 1847 erlitt sie während der Proben zu einer ihrer beliebten Sonntagsmusiken einen Schlaganfall und verstarb nur wenige Stunden später. Ihr beeindruckendes Werk, das mehr als 460 Kompositionen umfasst, gilt heute als bedeutender Beitrag zur romantischen Musikkultur und findet zunehmende Beachtung in Konzerten und wissenschaftlichen Studien. zur Person
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Textdichter*in
Johann Wolfgang Goethe
| -1832Johann Wolfgang von Goethe ist heute eine schillernde Figur der Weltliteratur. Geboren wurde er in Frankfurt am Main und studierte zunächst Jura, folgte dann aber doch seiner Neigung zur Lyrik. Mit dem Drama Götz von Berlechingen und dem Briefroman Die Leiden des jungen Werthers schaffte er wichtige Beiträge zur literarischen Strömung des Sturm und Drang.
Ab 1775 war Goethe am Hof von Herzog Carl August in Weimar angestellt. Neben seiner Tätigkeit am Hof als Minister und Leiter des Weimarer Hoftheaters entstanden hier seine Hauptwerke, das Drama Faust, weitere Romane und viele Dichtungen, die bis heute Quelle für Bearbeitungen mit Musik sind. Mit seinen Gedichten schuf er eine Quelle der Inspiration für Komponisten, vor allem des 19. Jahrhunderts, wie beispielsweise Franz Schubert. Dieser vertonte allein 52 Werke Goethes, zu den bekanntesten zählen wohl die Lieder Gretchen am Spinnrade und Erlkönig. Goethe machte auch mit einigen Komponisten der Zeit Bekanntschaft. Vom jungen Felix Mendelssohn-Bartholdy zeigte sich Goethe begeistert. Auch dieser vertonte schließlich Goethes Zeilen in der Ballade Die erste Walpurgisnacht. zur Person
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Bearbeiter*in
Denis Rouger
| 1961Denis Rouger hat seine musikalischen Erfahrungen zunächst als Sohn einer Pariser Musikerfamilie und bei seinem Studium am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris gesammelt, wobei er erste Preise in Harmonie, Fuge und Kontrapunkt erhielt.
20 Jahre lang war er Dozent und Chorleiter an der Universität Paris-Sorbonne und 10 Jahre Chorleiter an der Kathedrale Notre-Dame de Paris. Er ist Ehrenkapellmeister der Pariser Kirche La Madeleine. Auch in Deutschland hat er Kontakt zu zahlreichen Ensembles. So wurde er als Gastdirigent u.a. von Rundfunkchören, dem Balthasar-Neumann-Chor, dem Landesjugendchor Baden-Württemberg, sowie zu den Stuttgarter Philharmonikern eingeladen. Konzerte führten ihn nach Italien, Kanada, Russland, in die Niederlande, die Vereinigten Arabischen Emirate und in die Schweiz (Lucerne Festival).
Er gibt Meisterkurse in Schweden, Bulgarien, Frankreich, Deutschland sowie in der Schweiz.
Seit 2011 ist Denis Rouger Professor für Chordirigieren an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Der von ihm im Herbst 2011 gegründete Kammerchor der Musikhochschule gewann 2014 den Ersten Preis beim Internationalen Chorwettbewerb in Mosbach (Deutschland).
Neben seiner Arbeit als Chorleiter komponiert Rouger und bearbeitet französisches sowie deutsches Liedgut für Chor. Seine Bearbeitungen auf den CDs Kennst Du das Land ... und ... wo die Zitronen blühn (Carus) fanden bei Presse und Rundfunk regen Anklang. In Zusammenarbeit mit dem Carus-Verlag hat er das Chorbuch Französische Chormusik, das 2019 den Deutschen Musikeditionspreis „Best Edition“ erhalten hat, herausgegeben.
2016 gründete Denis Rouger den figure humaine kammerchor (www.figurehumaine.de), mit dem er regelmäßig Konzerte bei namhaften Festivals gibt.
zur Person