Maurice Ravel: Trois Chansons - Noten | Carus-Verlag

Maurice Ravel Trois Chansons

1914/1915

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Im Winter 1914/1915, kurz nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, komponierte Maurice Ravel seine Trois Chansons auf eigene Texte. Inmitten des „Albtraums“, wie er selbst schrieb, gelang es Ravel, mit diesen drei musikalischen Geschichten kleine Juwele der A-cappella-Chorliteratur zu schaffen. Doch nur dem zweiten Stück, in dem „Drei Vögel aus dem Paradies“ einem Mädchen die Nachricht vom Tod ihres Geliebten auf dem Schlachtfeld überbringen, spürt man die Situation ab. Die Leichtigkeit der beiden anderen Stücke ist musikalisch der französischen Chanson des 16. Jahrhunderts nachempfunden. Zugleich nimmt Ravel Anleihen bei romantischer Märchenmotivik, wenn in Nr. 1 Rotkäppchen alias „Nicolette“ zwar dem Wolf entflieht, sich aber zuletzt vom Reichtum eines Greises verführen lässt, statt die Liebe eines schönen Jünglings zu erwidern. Die „Ronde“ (Nr. 3) berichtet augenzwinkernd von Gruselgeschichten, die die „Alten“, den jungen Leuten zur Abschreckung vor dem Wald erzählen. Fantasievoll listet Ravel dort sämtliche diesem Zweck dienenden Waldwesen auf – eine beeindruckende Sammlung französischer Zungenbrecher. Übrigens: Alle Texte sind auch singbar ins Deutsche übersetzt.
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  • Nicolette
  • Ronde
  • Trois beaux oiseaux du Paradis
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Partitur Carus 70.069/00, ISMN 979-0-007-13120-3 16 Seiten, DIN A4, ohne Umschlag Mindestbestellmenge: 20 Exemplare
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  • Maurice Ravel war ein bedeutender französischer Komponist und einer der Hauptvertreter des Impressionismus in der Musik.

    Er wurde am 7. März 1875 in Ciboure bei Saint-Jean-de-Luz geboren und zeigte früh musikalisches Talent. Mit sieben Jahren begann er Klavierunterricht zu nehmen. Seine ersten Werke entstanden im Kompositionsunterricht bei Charles-René. 1889 wurde er am Pariser Conservatoire aufgenommen, wo er zunächst eine Karriere als Pianist anstrebte, sich aber später auf Komposition konzentrierte. Die umfassenden Kenntnisse aus seiner pianistischen Ausbildung zeigen sich später in Ravels Klaviersatz und seinem Verständnis für Orchestrierung, z.B. bei der Bearbeitung von Mussorgskys Bilder einer Ausstellung.

    Ravels Kompositionsstil zeichnet sich durch raffinierte Klangfarben, innovative Harmonien und meisterhafte Instrumentation aus. Trotz seiner Bedeutung für die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts blieb er zu Lebzeiten oft umstritten. Die meisten seiner Werke stießen mit ihrer ungewohnten Rhythmik und Harmonik beim breiten Publikum zunächst auf Unverständnis, wurden von einigen Fachkritikern dagegen für ihre Innovationskraft gelobt. Zu Popularität kamen zu seinen Lebzeiten dennoch Werke wie La Valse, der Bolero und seine beiden Klavierkonzerte. Neben seinen Instrumental- und Bühnenwerken schuf Ravel auch Vokalmusik, darunter das Chorwerk L’Aurore. In den letzten Jahren seines Lebens verhinderte sein gesundheitlicher Zustand zunehmend öffentliche Auftritte und das Komponieren neuer Werke. Er verstarb am 28. Dezember 1937 in Paris.

    zur Person
  • Der Verleger, Kirchenmusiker und Pädagoge Günter Graulich gehört zu den großen deutschen Verlegerpersönlichkeiten der Nachkriegszeit. Gemeinsam mit seiner Frau Waltraud gründete er 1972 den Carus-Verlag Stuttgart, den er vom 2-Mann-Familienbetrieb zum mittelständischen Unternehmen mit rund 60 Mitarbeitern ausbaute. Darüber hinaus leitete er, selbst ausgebildeter Kirchenmusiker und langjähriger Kantor an der Matthäuskirche Stuttgart, über 50 Jahre den Motettenchor Stuttgart. Mit seinem Chor realisierte er Einspielungen auf LP und CD, zahlreiche Konzertreisen führten ihn ins europäische Ausland und nach Amerika. zur Person
  • Heidi Kirmße (1925–2021) studierte Schulmusik in Weimar und lebte dort als freischaffende Schriftstellerin, Herausgeberin und Übersetzerin. Für den Carus-Verlag erstellte sie insbesondere zahlreiche singbare deutsche Nachdichtungen aus unterschiedlichen Sprachen, u.a. für Kompositionen von Marc-Antoine Charpentier, Antonín Dvorák, Gabriel Fauré, Edvard Grieg, Georg Friedrich Händel, Jules Massenet, Sergei Rachmaninow, Max Reger, Gioachino Rossini, Veljo Tormis, Giuseppe Verdi u.a., doch trat sie auch mit eigenen Texten in Erscheinung. Über 500 mittlerweile unveröffentlichte oder mittlerweile vergriffene Texte ihres umfangreichen Schaffens als Dichterin und Übersetzerin sind bei Carus in einer separaten Datenbank erfasst und können bei Interesse erfragt werden. Von ihrem bewussten, hinterfragenden Umgang mit Worten zeugt Heidi Kirmßes Gedicht mit dem gleichlautenden Titel:


    Worte

    So viele Worte werden viel zu oft gesagt,
    so viele Fragen werden nicht genug gefragt.
    Wo keine Frage steht, wird niemals eine Antwort sein,
    und durch Gewöhnung wird der Sinn der Worte klein.

    Und ist das Wort verbraucht, sein Inhalt leer und fad,
    so wird es nie mehr Ansporn sein zur Tat.
    Wir stehn verwundert, geben auf und fühlen uns beschämt
    und merken nicht, dass wir doch selbst die Kraft gelähmt.

    Drum wolln wir sorgen, dass Gewohnheit uns nicht trügt,
    wir wollen fragen, bis die Antwort uns genügt,
    wir wollen jedes Wort genau auf seinen Sinn durchschaun
    und nur auf solchem festen Boden sicher baun.
    Heidi Kirmße
    zur Person

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