Charles Gounod / Denis Rouger (arr.) Aimons-nous

Arrangement von Denis Rouger CG 449, 1870

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Heiter-verliebt wirken die drei jeweils durch Zwischenspiele des Klaviers getrennten Strophen von Aimons-nous, einer Aufforderung zur ewigdauernden wechselseitigen Liebe. Diese stellt der Singtext geradezu als Naturgesetz dar: Flüsse und Bäche vereinen sich, die Sonne umarmt die Erde, und die Vögel in ihrem Nest schmiegen sich eng aneinander. Leicht perlende Synkopen im Klavier begleiten die für Gounod typische, eingängige Melodieführung der Vokalstimmen. Der Textdichter Jules Barbier war Gounods bevorzugter Opernlibrettist (Faust, Roméo et Juliette), aber auch zahlreiche andere Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts vertonten seine Texte, darunter Camille Saint-Saëns, Giacomo Meyerbeer und Jacques Offenbach.

Das vorliegende Kunstlied wurde ursprünglich nicht für Kammerchor, sondern für eine Solostimme und Klavier geschaffen. Denis Rouger hat es behutsam den Bedürfnissen und Ausdrucksmöglichkeiten eines größeren Ensembles angepasst, ohne dabei die Qualitäten des Originals zu verleugnen. Jede Stimme im Chor erhält ihre aus dem harmonischen und rhythmischen Gerüst extrahierte Melodielinie. Dabei verbindet sich die Vielfalt und Raffinesse des chorischen Ausdrucks mit der enormen Flexibilität in Gestaltung und Ausdruck, wie sie die französischen Mélodies oder das deutsche Kunstlied von einem Solisten und dem Klavierpart fordern.

Das Lied wurde eingesungen vom figure humaine kammerchor auf der CD Kennst du das Land... (Carus 83.495).

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  • Au fleuve le ruisseau se mêle,
    Et le fleuve à la mer,
    Au vent la brise unit son aile,
    Se confond dans l’air.

    Femme, c’est la loi suprême !
    Ange, c’est la douce loi !
    Tout veut s’unir à ce qu’il aime !
    M’aimes-tu, dis-moi?

    Vois les cieux dorer les cimes !
    Vois s’unir les flots heureux !
    Vois se pencher sur les abîmes
    Ces lierres amoureux !

    Le soleil étreint la terre !
    L’oiseau chante et pleure, hélas !
    Pourquoi ce divin mystère
    Si tu n’aimes pas !

    Comme ces rayons de flamme,
    Et ces flots, et ces zéphyrs,
    Mon âme cherche dans ton âme
    L’écho de ses soupirs !

    ...

  • Der Bach verschmilzt mit dem Fluss,
    und der Fluss mit dem Meer,
    die Brise vereint ihren Flügel mit dem
    Wind und vermischt sich in der Luft.

    Frau, das ist das oberste Gesetz!
    Engel, das ist das liebliche Gesetz!
    Alles möchte sich mit dem, was es liebt, vereinen!
    Sage mir, liebst du mich?

    Sieh den Himmel die Wipfel vergolden!
    Sieh die glücklichen Fluten sich vereinen!
    Sieh diesen verliebten Efeu sich über
    die Abgründe neigen!

    Die Sonne umarmt die Erde!
    Der Vogel singt und, ach, weint!
    Warum dieses göttliche Mysterium,
    wenn du nicht liebst!

    Wie diese Strahlen der Flamme
    und diese Fluten und diese Zephire,
    sucht meine Seele in deiner Seele
    das Echo ihrer Seufzer!

    ...

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Zusatzinformationen zum Werk
  • Charles Gounod ist heute insbesondere als Komponist der Opern Faust (1859) und Roméo et Juliette (1867) sowie der sehr populären, 1859 als Ave Maria bearbeiteten Méditation sur le 1er prélude de piano de J. S. Bach (1852) bekannt. Die Tatsache, dass Gounod vor allem als bedeutender Opernkomponist gilt, wird allerdings seinem umfangreichen, alle Gattungen berücksichtigenden Œuvre nicht gerecht. Den zentralen Schwerpunkt im Schaffen Gounods bildet dabei sein kirchenmusikalisches Werk, dessen Umfang alle anderen französischen Komponisten des 19. Jahrhunderts in den Schatten stellt. zur Person
  • Denis Rouger hat seine musikalischen Erfahrungen zunächst als Sohn einer Pariser Musikerfamilie und bei seinem Studium am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris gesammelt, wobei er erste Preise in Harmonie, Fuge und Kontrapunkt erhielt.

    20 Jahre lang war er Dozent und Chorleiter an der Universität Paris-Sorbonne und 10 Jahre Chorleiter an der Kathedrale Notre-Dame de Paris. Er ist Ehrenkapellmeister der Pariser Kirche La Madeleine. Auch in Deutschland hat er Kontakt zu zahlreichen Ensembles. So wurde er als Gastdirigent u.a. von Rundfunkchören, dem Balthasar-Neumann-Chor, dem Landesjugendchor Baden-Württemberg, sowie zu den Stuttgarter Philharmonikern eingeladen. Konzerte führten ihn nach Italien, Kanada, Russland, in die Niederlande, die Vereinigten Arabischen Emirate und in die Schweiz (Lucerne Festival).

    Er gibt Meisterkurse in Schweden, Bulgarien, Frankreich, Deutschland sowie in der Schweiz.

    Seit 2011 ist Denis Rouger Professor für Chordirigieren an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Der von ihm im Herbst 2011 gegründete Kammerchor der Musikhochschule gewann 2014 den Ersten Preis beim Internationalen Chorwettbewerb in Mosbach (Deutschland).

    Neben seiner Arbeit als Chorleiter komponiert Rouger und bearbeitet französisches sowie deutsches Liedgut für Chor. Seine Bearbeitungen auf den CDs Kennst Du das Land ... und ... wo die Zitronen blühn (Carus) fanden bei Presse und Rundfunk regen Anklang. In Zusammenarbeit mit dem Carus-Verlag hat er das Chorbuch Französische Chormusik, das 2019 den Deutschen Musikeditionspreis „Best Edition“ erhalten hat, herausgegeben.

    2016 gründete Denis Rouger den figure humaine kammerchor (www.figurehumaine.de), mit dem er regelmäßig Konzerte bei namhaften Festivals gibt.

    zur Person

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