Das Volkslied „Es geht ein dunkle Wolk herein“ wird erstmals in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts notiert. Die heute bekannte dreistrophige Fassung, die Frank Schwemmer hier vertont, geht auf die Textierung von Hans Breuer für seinen „Zupfgeigenhansel“ in der Auflage von 1911 zurück. Diese Strophenzusammenstellung legt eine Interpretation des Bildes der „dunklen Wolk“ mit dem heraufziehenden Krieg nahe und verschiebt so die ursprünglich als Liebeslied gemeinte Bedeutung.
Frank Schwemmer kleidet die Volksliedmelodie in einen rhytmisch einfachen Satz, bei dem die Soprane Melodie und Text der ersten beiden Strophen vortragen, während die Unterstimmen (der Bass ist stellenweise geteilt) mit Tonsilben in Seufzermotiven begleiten, die das Vage, Ziellose des übermäßigen Dreiklanges nutzen. In der dritten Strophe liegt die Melodie im Tenor, umspielt von den wieder aufgenommenen Seufzermotiven in den Außenstimmen. Der Satz lebt unter anderem von den überraschenden Schlusswendungen, die den ungewissen Ausgang des Abschiedes symbolisieren.
Tonumfänge: S1: e‘ – f‘‘ / S2: h° – f‘‘ / A: a° - d‘‘ / T: fis°-fis‘ / B: G – d‘
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Composer
Frank Schwemmer
| 19611961 in Berlin geboren. Erste musikalische Ausbildung 1964 (Violine,Klavier). Abitur 1980, anschließend Studium der Schulmusik an der HdK Berlin. Erste kammermusikalische Kompositionen seit 1979. Privates Kompositionsstudium in Berlin und Wien. Seit 1983 freischaffend als Komponist tätig. Von 1984-1992 musikalische Leitung am "Jungen Theater" Berlin. Seit 2001 hat sich Frank Schwemmer, in enger Zusammenarbeit mit den Berliner Bühnen zunehmend einen Ruf als Opernkomponist erworben. Im Zentrum des kompositorischen Schaffens steht bei Frank Schwemmer die vokale Musik, wobei großes Gewicht auf den engen Kontakt mit den Interpreten, ob Solisten, Chöre oder Musiktheater, gelegt wird. Personal details
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Editor
Stefan Schuck
| 1963
Reviews
0964700
Die Vertonung ...ist so konzipiert, dass die Frauenstimmen den Text transportieren, während die Männerstimmen mit Seufzermotiven die gedeckte Grundstimmung des Liedes unterstreichen.
Kirchenmusik im Erzbistum Bamberg 12/2015