Domenico Scarlatti’s "Stabat Mater" for ten voices can be considered as a masterpiece in the choral literature. Its generous dimensions, its unique spatial concept, its irresistible dramatic sweep, its lyrical sweetness, all bound together with clear stylistic unity and superlative organization of the coloristically restricted resources, places it in the company of the great musical architectural creations of the first part of the 18th century.
Contents
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Composer
Domenico Scarlatti
| 1685-1757Domenico Scarlatti, born in the same year as Johann Sebastian Bach and George Frideric Handel, was the son of the composer Alessandro Scarlatti, who was extremely well-known and prolific in his day. He was trained as a musician by his father and by B. Pasquini in Rome. In 1715 he received his appointment as Kapellmeister at St Peter's Church in Rome, where he conducted the famous Cappella Giulia. He later travelled throughout Europe as a highly sought-after harpsichordist and teacher. During his time at the Cappella Giulia and later, when he worked at the court of John V in Lisbon, church music was one of his main areas of activity. The works that have become known so far only reveal part of his valuable church music œuvre, which ranges from the simple Miserere Psalm to the ten-part Stabat Mater. Personal details
Reviews
Domenico Scarlatti:
Domenico Scarlatti: Stabat Mater
Domenico Scarlattis frühe kirchenmusikalische Werke, die bis 1729 in Italien und Portugal entstanden sind, erfahren nicht überall eine sehr hohe Wertschätzung. Die meisten der Kritiker räumen dem vorliegenden Stabat Mater aber eine wichtige Stelle ein. Robert Scandrett, der diese Edition besorgte, beschreibt es folgendermaßen: „Seine Vertonung des Stabat Mater kann als sein Meisterwerk innerhalb der Chorliteratur bezeichnet werden, und hier ist kaum ein Widerspruch zu erwarten. Sein großer Umfang, seine einzigartige räumliche Anlage, sein zupackender, dramatischer Schwung, seine lyrische Anmut - dies alles verbunden durch klare stilistische Einheit und höchst organische Anordnung trotz der in den Klangfarben beschränkten Mittel - stellen es in den Kreis der ganz großen Musikschöpfungen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.”
Scarlattis Stabat Mater ist über weite Strecken im imitatorisch kontrapunktischen Stil komponiert. Erst in den letzten Passagen gewinnt auch das konzertierende Element eine gewisse Bedeutung. Das ungefähr eine halbe Stunde dauernde Werk verlangt vier Soprane, zwei Alte, zwei Tenöre und zwei Bässe nebst einem kräftigen Continuo. Die große Besetzung legt es nahe, dieses Stück einem Ensemble anzuvertrauen, das über stimmliche Fähigkeiten und über eine gewisse Gewandtheit im Lesen von Noten verfügt. Ein Kirchenchor könnte in dieser Hinsicht bald einmal in Verlegenheit kommen. Das Vorwort gibt über Besetzungsfragen und historische Einzelheiten umfassende Auskunft. Dem Verlag sei gedankt, dass mit dieser Ausgabe ein weiterer interessanter Blick in das Schaffen Scarlattis ermöglicht wird.
Quelle: Katholische Kirchemusik 6/87
Wie dem Vorwort zu entnehmen ist, soll die in drei Bänden angelegte Gesamtausgabe der geistlichen Werke Domenico Scarlattis, die anlässlich des 300. Geburtstages im Jahr 1985 begonnen wurde, mithelfen, „ein deutlicheres Bild dieser im Schaffen Scarlattis wenig bekannten Werkgattung zu gewinnen und einige bislang noch unbekannte Werke der kirchenmusikalischen Praxis zu erschließen”. Band I enthält die beiden Messen, das Magnificat in d und das Te Deum in C, Band 2 ist den Psalmen, Hymnen und Antiphonen gewidmet, Band 3 ist zur Gänze dem umfangreichsten und wohl größten Vokalwerk, dem Stabat Mater, vorbehalten. Von der Bezeichnung würde man wohl auf eine doppelchörige (zweimal fünfstimmige) Anlage schließen, die jedoch nirgends gegeben ist. Mehrmals wird der vierstimmige Sopranblock als Einheit gesehen, während alle anderen Stimmen in unterschiedlicher Zusammensetzung bis zur Zehnstimmigkeit entfaltet werden, dies vor allem bei Kadenzbildungen. Andererseits wird aber auch durch Unisonoführen gleicher Stimmgattungen, trotz Einsatz aller zehn Stimmen, nur Sechsstimmigkeit erreicht (z. B. im „Amen”). Damit liegt ein Werk in einer wunderschönen Ausgabe vor, in dem man die kontrapunktischen Techniken, etwa die groß angelegte Doppelfuge des „Fac ut animae”, genauso findet wie das melodisch homophone Element, etwa „Juxta crucem”, bei dem auch auf Textausdeutung selbstverständlicherweise nicht verzichtet wird (z. B. „Quando corpus morietur”). Sehr sauber wurde der Basso continuo ausgesetzt, auf den bei einer Ausführung unter keinen Umständen verzichtet werden sollte.
Quelle: Singende Kirche 2/87, S. 90